Patagonien 2020 - Eine Reise an's Ende der Welt

  • Hallo Ihr Lieben,


    Nachdem uns unsere bisherigen Fernreisen hauptsächlich nach Nordamerika und in‘s südliche Afrika geführt hatten, war es im Januar 2020 Zeit für neue Entdeckungen und eine Erweiterung unseres Horizontes.


    Und so wagten wir uns in absolutes Neuland nach Patagonien: In die raue Wildnis am Ende der Welt, wo die chilenischen Anden auf die argentinische Pampa stoßen, wo sich Puma und Guanako Gute Nacht sagen, wo riesige Gletscher in leuchtend azurblauen Seen münden, wo das Wetter im Stundentakt wechselt und der Wind mit unbändiger Kraft von den Bergen pfeift. Dorthin, wo schon alleine das Wort nach Abenteuer schreit.


    Vier Wochen lang erforschten wir dieses atemberaubende Stück Erde, das uns mit seinen ganz besonderen Facetten und eindrucksvollen Landschaften in seinen Bann zog.


    Wir wanderten in unserem persönlichen Paradies El Chaltén am Fuße des imposanten Fitz Roy, rafteten im Mekka der Wildwasserpaddler bei Futaleufú, fuhren auf den abenteuerlichen Straßen der Carretera Austral und erlebten eine sehr herzliche Gastfreundschaft.


    Wir waren gefangen von den unbezwingbaren Granittürmen im Nationalpark Torres del Paine, genossen faszinierende Impressionen von Gletscher-Giganten, entdeckten Naturwunder wie die Marmorhöhlen im Lago General Carrera, kämpften mit orkanartigen Winden und nahmen spektakuläre Erinnerungen mit nach Hause.


    Vielleicht hat ja jemand Lust, mit uns noch einmal in diese Erinnerungen einzutauchen?
    In Kürze geht es los...



    23.01. Die Anreise
    24.01. Ankunft in Puerto Varas
    25.01. Von Puerto Varas nach Ensenada
    26.01. Von Ensenada nach Hornopiren
    27.01. Von Hornopiren nach Chaitén
    28.01. Von Chaitén nach Futaleufú
    29.01. Futaleufú: Wildwasser-Rafting
    30.01. Von Futaleufú nach Puyuhuapi
    31.01. Rund um Puyuhuapi
    01.02. Von Puyuhuapi nach Coyhaique
    02.02. Von Coyhaique nach Villa Cerro Castillo
    03.02. Von Villa Cerro Castillo nach Puerto Rio Tranquilo
    04.02. Von Puerto Rio Tranquilo nach Cochrane
    05.02. Von Cochrane nach Lago Posadas
    06.02. Von Lago Posadas nach Las Horquetas
    07.02. Von Las Horquetas nach El Chaltén
    08.02. El Chaltén: Laguna de los Tres
    09.02. El Chaltén: Senda Laguna Cerro Torre
    10.02. El Chaltén: Loma del Pliegue Tumbado
    11.02. El Chaltén: Los Huemules
    12.02. Von El Chaltén nach El Calafate
    13.02. El Calafate: Estancia Cristina
    14.02. El Calafate: Perito Moreno Gletscher
    15.02. Von El Calafate zum Torres del Paine NP
    16.02. Torres del Paine NP: Base las Torres
    17.02. Torres del Paine NP
    18.02. Torres del Paine NP
    19.02. Torres del Paine NP: Valle Frances
    20.02. Von Torres del Paine nach Punta Arenas
    21.02. Rund um Punta Arenas
    22.02. Von Punta Arenas nach Santiago de Chile
    23.02. Die Odyssee der Heimreise


    Fazit

  • Geht ja schon mal gut los!
    Toller Prolog! :clab:


    Auf diese Reise freue ich mich sehr!
    Und da ich selbst niemals dorthin kommen werde, obwohl ich schon so viel darüber gelesen habe, begleite ich Euch umso lieber ;ws108;

  • Hallo Elke,


    bin dabei! Allerdings überwiegend nur lesend, da mir das Schreiben übers Phone ein zu großes Gefummel ist.

    Liebe Grüße

    Ilona


    "Man muss viel laufen. Da man, was man nicht mit dem Kleingeld von Schritten bezahlt hat, nicht gesehen hat." (Erich Kästner)



  • Donnerstag, 23.01.2019: Anreise


    Der erste Urlaubstag beginnt für mich recht entspannt, denn obwohl wir erst am frühen Abend abfliegen, habe ich heute bereits frei. So kann ich mich - während Andreas noch mal für einen halben Tag in’s Büro muss - zum Beispiel um so wichtige Dinge wie einen urlaubstauglichen und pflegeleichten Haarschnitt kümmern


    Gegen 14.00 Uhr ist dann auch Andreas zuhause. Wir packen die restlichen Kleinigkeiten in die Koffer und telefonieren nochmal schnell mit Christi, der nächste Woche nach Kalifornien fliegen wird. Und dann kommt auch schon unser Freund Stan vorbei, um uns abzuholen und zum Flughafen zu schippern.


    Der befürchtete Berufsverkehr auf der A8 hält sich in Grenzen und so sind wir mal wieder reichlich früh da. Wir verabschieden uns von Stan und nach dem obligatorischen Startfoto und Kommt-Gesund-Wieder-Wünschen geht es dann tatsächlich los.



    Am Flughafen herrscht gähnende Leere und so sind wir recht schnell am Iberia-Schalter an der Reihe, um unser Gepäck aufzugeben und unsere Bordkarten in Empfang zu nehmen. Diese konnten wir nämlich gestern beim Online Check-In nur für die von LATAM durchgeführten Teilstrecken bekommen.


    Auch durch die Sicherheitskontrolle geht es später zügig und wir überbrücken die Wartezeit bis zum ersten Boarding noch mit einem Urlaubsstart-Bierchen, bis wir dann gegen 19:00 Uhr zum ersten Mal abheben.


    An Bord der Iberia Express Maschine erwartet uns - nicht wirklich überraschend - der Charme der Billig-Airline: selbst Wasser gibt es nur gegen Bezahlung, die Sitzplätze sind furchtbar eng und der Platz in den Gepäckfächern reicht nicht einmal für die Hälfte der Passagiere. So müssen wir in den ohnehin schon knappen Fußraum noch zusätzlich unsere Rucksäcke hinein quetschen und sitzen wie in einer Sardinenbüchse.


    Kein besonders angenehmer Flug, aber wir ertragen es tapfer - es sind ja schließlich auch nur 2.5 Stunden. Allerdings denken wir schon mit ein bisschen Grausen an den Rückflug, wo wir dann auch die Langstrecke mit Iberia fliegen müssen...


    Nach der ersten Zwischenlandung in Madrid haben wir das aber für heute erstmal abgehakt - weiter geht es jetzt für den restlichen Flug mit LATAM.


    Nach einer kurzen Fahrt mit dem Airport Train erreichen wir das Terminal S, wo wir nach einer erneuten Sicherheitskontrolle noch eine Stunde Wartezeit überbrücken müssen. Dann geht es auf zum nächsten Teilstück nach Santiago de Chile. Das ist mit knapp 14 Stunden der bisher längste Flug für uns und wir haben uns deshalb im Vorfeld extra Plätze mit mehr Beinfreiheit gegönnt.


    Wir sitzen in einer Dreierreihe direkt hinter der Business Class - zusammen mit einer älteren Dame aus Madrid, mit der wir gleich sehr nett in’s Gespräch kommen. Eine gute Gelegenheit, um mit meinem Spanisch schonmal etwas warm zu werden.


    Wir heben pünktlich um 23.55 Uhr ab und kurz nach dem Start gibt es auch schon das Nachtmahl. Wir können zwischen Pasta, Rindfleisch und Salat mit Lachs wählen und alles ist eigentlich gut essbar.




    Noch ein kurzer Schlummertrunk und dann schauen wir mal, wieviel wir von dieser langen Strecke verschlafen können...



    Gefahrene Kilometer: 0
    Wetter:
    Übernachtung: Flugzeug
    Wanderung: keine

  • Freitag, 24.01.2019: Ankunft in Puerto Varas


    Das mit dem Schlafen im Flieger hat erstaunlicherweise gar nicht mal so schlecht funktioniert.
    Mit einigen wenigen Unterbrechungen und kurzen Wachphasen zwischendurch dösen wir fast bis zum Frühstück und sind dann tatsächlich recht gut ausgeruht.


    Zum Frühstück können wir zwischen Sandwich und Omelett wählen und danach sind es nur noch knapp drei Stunden Flug, die mit dem Bordprogramm leidlich zu ertragen sind.


    In der Zwischenzeit hat der Pilot ordentlich auf’s Gaspedal getreten, sodass wir bereits gegen 9:00 Uhr Ortszeit in Santiago landen - 40 Minuten früher als ursprünglich geplant. Das kommt uns sehr gelegen, da unsere Umsteigezeit durch eine nachträgliche Flugänderung äußerst knapp bemessen ist.


    Da Santiago für uns der Zollflughafen ist, müssen wir nach der Passkontrolle unser Gepäck vom Baggage Claim abholen und frisch aufgeben.
    Am Kofferband geht es zum Glück recht fix, da uns die Dame von Iberia in Stuttgart netterweise einen „Short Connection“ Aufkleber an die Koffer gepinnt hat, so dass unser Gepäck als eines der ersten ausgespuckt wird.


    Mit den Koffern geht es dann zur Gepäckaufgabe im nationalen Teil des Flughafens - vorbei an den Drogenhunden, die uns ordentlich beschnüffeln, aber natürlich nichts finden


    Bei den Domestic Flights ist ziemlich viel los und die Schlangen sind überall recht lang.
    Aber wir haben mittlerweile genügend Zeitpuffer, so dass wir nicht nervös werden.
    Die Mitarbeiter von LATAM sind im Übrigen sehr bemüht, Passagiere mit knappen Verbindungen bevorzugt abzufertigen und rufen immer wieder diejenigen Flüge auf, für die man die Schlangen umgehen kann.


    Bei der Gepäckabgabe benötigen wir diesen Service nicht, da es doch recht zügig voran geht, aber bei der anschließenden Sicherheitskontrolle greifen wir dann doch gerne darauf zurück und können uns so das lange Anstehen ersparen.


    Am Gate haben wir noch ein bisschen Zeit und versuchen schon mal, dem Automaten etwas Bargeld zu entlocken - leider erfolglos mit allen uns zur Verfügung stehenden Karten. Hmmm... das müssen wir wohl noch ein bisschen üben…


    Mit einer halben Stunde Verspätung heben wir schließlich zum vorerst letzten Mal ab, genießen unterwegs schon mal tolle Ausblicke auf die wunderschöne Seenlandschaft mit den schneebedeckten Vulkanen...




    ... und landen schließlich gegen 13.30 Uhr in Puerto Montt.
    Mit der Zeitverschiebung von vier Stunden war das jetzt eine verdammt lange Anreise und wir sind froh, dass wir es endlich geschafft haben.


    Als wir eine halbe Stunde später mit unserem Gepäck am Informationsschalter eintreffen - dem vereinbarten Treffpunkt zur Mietwagenübergabe - ist leider niemand da, der uns erwartet.
    Wir rufen bei der Firma Seelmann an und bekommen die Info, dass es noch ein paar Minuten dauern würde, der Fahrer sei bereits unterwegs.


    Also warten wir. Nach einer weiteren halben Stunde kommen dann die zwei Mitarbeiter endlich und wir können unser Auto für die nächsten 30 Tage in Empfang nehmen.


    Wir bekommen einen Suzuki Grand Vitara mit reichlich 17.000 Kilometern auf dem Tacho, der leider schon deutliche Gebrauchsspuren zeigt:
    Etliche heftige Kratzer und einen deutlichen Riss in der Frontscheibe finden wir eher nicht so prickelnd.
    Aber wir haben ja keine Wahl und die beiden Jungs von Seelmann sind echt nett und dokumentieren alles ordnungsgemäß.
    Hoffen wir einfach mal, dass der Riss nicht größer wird und auch der Rest vom Auto die geplanten 3.500 Kilometer gut durchhält.


    Und das ist sie - unsere "Susi":



    Gegen 15:00 Uhr verlassen wir schließlich das Flughafengelände und fahren das kurze Stück nach Puerto Varas, wo wir heute übernachten werden.


    Im Lider Express erledigen wir die ersten Einkäufe und schaffen es hier glücklicherweise auch, uns mit Bargeld einzudecken - da haben wir uns in Santiago wohl einfach nur dumm angestellt...


    Dann fahren wir direkt zu unserer vorgebuchten Unterkunft: dem Patagonia Route B&B.


    Wir werden von José Miguel sehr freundlich empfangen und in einem lustigen Englisch-Spanisch-Mix zeigt und erklärt er uns die Gegebenheiten.


    Unser Zimmer ist zwar recht klein, aber nett eingerichtet und alles ist sehr sauber und gepflegt. Für eine Nacht ist es durchaus in Ordnung.





    Wir springen einmal schnell unter die Dusche, um uns nach der langen Reise ein bisschen frisch zu machen.
    Dann schlüpfen wir in kurze Hosen, denn draußen herrschen angenehme sommerliche Temperaturen, und machen uns noch einmal auf zu einem Spaziergang durch den Ort.


    Puerto Varas gefällt uns mit seiner tollen Lage, der gemütlichen Kleinstadt-Atmosphäre und dem adretten Stadtbild richtig gut.
    Wir laufen an der Küstenpromenade entlang und erfreuen uns an dem tollen Panorama - dem tiefblauen Llanquihué See und den Bilderbuch-Vulkanen Calbuco, Osorno und Tronador, die sich heute wunderschön vor einem strahlend blauen Himmel für uns präsentieren.






    Wir laufen bis zum Nordende der Uferpromenade, wo eine große Metallskulptur steht. Diese soll die Prinzessin Licarayén darstellen, die wohl einer Legende zufolge dem Geist des Vulkans Osorno geopfert wurde.



    Später werden wir im Stadtzentrum von der Schaufensterauslage eines Cafés angezogen und können nicht widerstehen:
    Es gibt für jeden ein Stück Kuchen und einen Cappuccino. Unsere erste Erfahrung mit Dulce de Leche - seeeehr süß und seeeehr lecker


    Auf dem Rückweg begegnen wir noch diesem putzigen Gesellen: Ein junger Chimangokarakara, der sich lautstark Gehör verschafft:




    Im B&B treffen wir dann auch auf die Eigentümerin Susana.
    Eine ganz liebe Person, mit der wir noch eine Weile plaudern und die mir netterweise hilft, meinen auf dem Flug kaputt gegangenen Rucksack zu reparieren.


    Zum Abendessen gehen wir später auf Empfehlung von Susana in’s Casavaldés - ein Fischrestaurant mit tollem Blick auf den See.
    Andreas nimmt Octopus und für mich gibt es eine mit Krabben gefüllte Forelle.
    Als Vorspeise teilen wir uns noch eine Portion Garnelen.
    Alles ist sehr lecker, aber auf den Nachtisch verzichten wir - den hatten wir ja heute schon in Kuchenform vorgezogen




    Auf dem Rückweg sehen wir den Vulkan Osorno immer mehr in den aufziehenden Wolken verschwinden - für morgen ist leider nicht so gutes Wetter gemeldet. Aber wir freuen uns, dass wir ihn heute in seiner ganzen Pracht erleben durften.


    Gegen 21:00 sind wir wieder im B&B und eine halbe Stunde später knipsen wir das Licht aus.



    Gefahrene Kilometer: 24 Strecke
    Wetter:
    Übernachtung: Patagonia Route B&B
    Wanderung: keine

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