Florence-Kelvin Highway, AZ

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    Wenn man an die Landschaft von Arizona denkt, dann denkt man normalerweise an die Wüste - eine staubige, karge Einöde, die im schlimmsten Fall unwirtlich und leer ist. In der Tat ist Arizona die Heimat der 22,3 Millionen Acres großen Sonora-Wüste. Einer der besten Orte, diese zu sehen, ist entlang des Florence-Kelvin Highway - eine Backroad.



    Der Highway war auch Schauplatz eines Old West Mordes. Es gibt nur einen Ort, an dem die Morde und die Flucht der Gefangenen hätte stattfinden können. Ein steiler Abschnitt westlich des Gila-Flusses ist zweifellos der Ort, an dem Sheriff Glenn Reynolds und der Deputy Hunkydory Holmes ihre letzten Atemzüge machten. Es war ein dunkler und kalter Novembermorgen im Jahr 1889. Die Lawmen eskortierten sieben Apachen-Gefangene in einer Postkutsche und stiegen den Hügel hinauf, um zum Zug in Casa Grande zu gelangen, der sie zum Yuma-Territorialgefängnis bringen würde. Die Postkutsche war zu schwer und der Fahrer befahl den meisten Passagieren, zu Fuß zu gehen, während er über den Hang fuhr.
    Reynolds war ein Revolverheld, aber an diesem Morgen trug er einen langen Mantel über seine Pistolen. Aber er hatte eine Schrotflinte. Die Gefangenen waren paarweise gefesselt, Handgelenk an Handgelenk, ein Fußgelenk an ein anderes. Sie waren aber mobil und hatten die Hände frei, die sie auch benutzten. Sie sprangen Reynolds an und töteten ihn mit seiner Schrotflinte. Hunkydory starb an einem Herzinfarkt.
    Die steile Straße ist immer noch da, westlich der Gemeinde Kelvin, südlich von Superior, nördlich von Kearny. Bekannt als der Florence-Kelvin Highway, bietet er einen Country Drive durch herrliches hügeliges Wüstengelände und Ranchland.



    Ich bin von Osten nach Westen gefahren, aber man kann sie auch von West nach Ost fahren.
    Die gesamte Kombination ist auch eine Option für eine Tagesfahrt für Leute, die auf der US-60 in Richtung Osten nach Superior und dann auf der AZ 177 in Richtung Süden durch Kupferabbaugebiete fahren. Etwas südlich in Kearny ist die kleine Lok zu bewundern, die in einer Underground Mine benutzt wurde. Die 32-Meilen-Tour beginnt in dem kleinen Ort Kelvin.



    Small Fireless Locomotive


    Bei Kelvin biegt der Florence-Kelvin Highway von der State Route 177 nach Westen ab. Nach kurzer Fahrt (1,2 Meilen) erreicht man den den Gila-River. Früher musste man den Gila River auf der einspurigen Brücke namens "Jake" Jacobson Bridge aus dem Jahre 1916 überqueren, die von der Topeka Bridge & Iron Co. gebaut wurde. Heute fährt man über eine neu gebaute breite Brücke über den Fluß. Kurz hinter der Brücke endet der Asphalt und eine sehr gute Gravelroad geht weiter nach Westen. Ab und zu kann man einen Blick auf das üppige Ufergebiet erhaschen, das vom Gila-River gespeist wird. Das Terrain hier ist fast unberührte Wüste, bevölkert mit mehreren Ranches, darunter der Diamond-A und der Teacup Ranch. An mehreren Stellen des F-K Highway soll man die Coke Ovens sehen können - fünf bienenstockförmige Strukturen ein paar Meilen nördlich am Nordufer des Gila River. In den 1880er Jahren verbrannte man Mesquite, um Treibstoff für Mining Smelters herzustellen. Ich habe die Coke Oven leider nicht entdeckt. Man soll auch dorthin fahren können, aber dazu benötigt man einen richtigen 4WD und man sollte auch die entsprechenden Fahrkenntnisse haben. Die Coke Ovens selber sind in Privatbesitz und dürfen nicht betreten werden. Die Roads dorthin sind öffentlich, aber man benötigt ein Permit.


    Nach ca. 3 Meilen geht es rechts ab zum Hauptquartier der A-Diamond Ranch, einer Historic Working Cattle Ranch in den Sonoran Desert Mountains. Deren Motto ist: "Where the West is still Wild!". Wenn man Glück hat, dann kann man hier je nach Jahreszeit ein atemberaubendes Panorama von Wildblumen sehen. Leider war es bei mir nicht so gewesen, es gab nur vereinzelt ein paar Blümchen.




    Aber ich hätte fast eine Rattlesnake, die sich auf der Road sonnte, überfahren. Ich konnte gerade noch ausweichen. Natürlich habe ich angehalten und Fotos gemacht.




    Bei der Weiterfahrt muss man vorsichtig fahren, da hier Rinder frei herumlaufen können. Zumindest sah ich eine Kuh direkt von der Road aus, die an einem Busch knabberte. Aber als ich mich ihr näherte verschwand sie im Gebüsch.


    Die Road schlängelt sich durch die hügelige Landschaft und langsam ändert sich die Landschaft von einem rauen Gebirgsgelände zu einer offenen flachen Wüste. In der Ferne sieht man einen großen Einschnitt am Berghang, der von einer Tagebaumine stammt. In der Nähe der Road und an Hängen soll man Anzeichen alter Bergbauarbeiten finden, die durch dünne, verwaschene Pfade miteinander verbunden sind. Davon hatte ich aber keine Kenntnisse und habe daher auch nicht darauf geachtet.


    Man überquert einige Cattle Guard und man ist versucht, auf der gut ausgebauten Road schneller zu fahren. Aber man sollte vorsichtig weiter fahren. Die Road neigt sich und geht manchmal unerwartet von Gravel zu Sand über, aber es ist kein Tiefsand.


    Nach etwa 15,7 Meilen tauchen plötzlich einige Felsbrocken nördlich der Road auf. Diese sind teilweise übereinander gestapelt und in deren Schatten sah man große Saguaros. Das Gebiet wird The Boulders genannt und das erinnerte mich an den Texas Canyon in der Nähe von Benson. Ein Stückchen weiter stieß ich auf ein umzäuntes Gebiet namens "Boulders at Skyrise" - das ist ein schöner Name. Ich habe später Online nach Informationen über diesen Ort gesucht und es scheint eine Art zukünftiger Ferienort oder Wohnsiedlung zu sein. Ansonsten sind nur sehr wenige Informationen verfügbar.
    Eigentlich wollte ich auf einer guten Road zu den Felsbrocken fahren. Aber die Road war mit einem Gate verschlossen und es gab ein Schild mit "No Trespassing". Ich machte einen kurzen Umweg auf einer Nebenpiste (Cochran Road), die direkt in ein kleineres Boulderfeld führte. Es gab Hinweise darauf, dass die Menschen diesen Bereich regelmäßig zum Zelten nutzen. So ca. ab den Boulders ist der Florence-Kelvin Highway wieder asphaltiert.


    The Boulders:





    Ich war ca. 1 Stunde bei den Boulders.


    Nach ca. 1,5 Meilen nach den Boulder erreicht man den Box Canyon, eigentlich ein Wash. Kurz vorher geht die Barkerville Road nach Süden ab. An der Junction des Florence-Kelvin Highway und der Barkerville Road kreuzen Sie die ehemalige Postkutschenrouten, die von Tucson nach Norden führte. Danach fährt man auf der Asphalt Road durch ein Wüstengebiet. Überall sieht man Creosote-Büsche, Chollas und Ocotillos und je nach Jahreszeit farbenfrohe Wildblumen in den Farben Gelb, Rot, Orange und Lila, die den Wüstenboden nach Winter- und Frühjahrsregen überziehen. Man sieht auch Saguaros, deren riesige Arme zum Himmel reichen.











    Nach 32-Meilen endet der Florence-Kelvin Highway an der AZ 79. Nach Norden geht es nach Florence und Phoenix, nach Süden nach Tucson.


    Im Visitor Center von Florence erhält man die Info, dass Pick-up-Trucks, SUVs und andere Fahrzeuge mit hoher Bodenfreiheit empfohlen werden. Bei trockenem Wetter ist die Tour auf jeden Fall auch mit einem Pkw möglich. Die schrecklichen Waschbretter, die auf der Fahrt bei anderen Backroads gefunden werden, fehlten gänzlich. Desert Washes können bei nassem Wetter allerdings die Road überspülen.


    Wenn auch nicht spektakulär, so hat mir die Fahrt auf der Backroad sehr gut gefallen. Und wenn hier alles blüht, dann ist es auf jeden Fall ein lohnendes Ziel.

  • Klasse, Gerd! :clab:


    Den Namen habe ich schon öfter gehört, aber ich konnte mir nie so richtig etwas darunter vorstellen.


    Bei der nächsten Reise bringe ich die Strecke wahrscheinlich nicht mehr unter, aber man könnte sie ja auch mit den Locations weiter im Süden kombinieren, z.B. den Dragoons. :!! Also ein andermal. ;;NiCKi;:

    • Official Post

    Den Namen habe ich schon öfter gehört, aber ich konnte mir nie so richtig etwas darunter vorstellen.

    Die Strecke ist vor allem im Frühjahr lohnenswert.

    man könnte sie ja auch mit den Locations weiter im Süden kombinieren, z.B. den Dragoons

    oder mit der Redington Road.

    Was es alles mal gab. Mit Druckluft.

    Das hat mich auch erstaunt.

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