Heia Safari – einmal quer durch Südafrika (November 2019)

  • Zur Regulierung der Elefantendichte war dieses Wasserloch mit Elektrodrähten gesichert.

    Wir waren ja ein paar Tage hauptsächlich im Südteil unterwegs und ich muss sagen, dort hat es uns sehr gut gefallen. Im Nordteil kam man sich vor, als ob man kilometerlang nur durch Büsche fuhr.


    Übrigens war gegenüber dem von Dir erwähnten Wasserloch bei uns ein Löwenrudel versteckt. Wenn man wusste wo es ist, konnte man es jeden Tag dort entdecken.


    Deine Bilder wecken tolle Erinnerungen :thumbup:

  • Wir waren ja ein paar Tage hauptsächlich im Südteil unterwegs und ich muss sagen, dort hat es uns sehr gut gefallen. Im Nordteil kam man sich vor, als ob man kilometerlang nur durch Büsche fuhr.

    Das ging mir im Nordteil genauso. Die Tiere waren extrem schwer zu entdecken. Ausnahmen bildeten die Wasserlöcher und der offene Bereich des Gorah Loops.


    Übrigens war gegenüber dem von Dir erwähnten Wasserloch bei uns ein Löwenrudel versteckt. Wenn man wusste wo es ist, konnte man es jeden Tag dort entdecken.

    Löwen sind nach meiner Erfahrung ziemlich schwierig zu entdecken, wenn man nicht weiß wo sie liegen oder wenn sie in Bewegung sind. Im Krügerpark sind wir ja auch 2x an einem 5er Rudel vorbeigefahren. Als wir wussten, wo sie zu finden sind war es kein Problem mehr.

    Etwas überrascht war ich von einigen Safaribus-Fahrern im Addo. Mehrmals wurden wir angesprochen, ob wir schon Elefanten oder Löwen gesichtet hätten. Normalerweise sollten die doch wissen, wann und wo die Tiere zu entdecken sind - z.B. das Rudel im Südteil des Nationalparks.

  • Samstag 9.11.2019 – Addo Elephant Nationalpark – Main Camp – Last Morning Drive


    Auf die letzte Safarifahrt hatte meine Frau keine Lust. Morgens vor 6 aufstehen ist so gar nicht ihr Ding. Ich hatte meine Rückkehr für 7:30 Uhr angekündigt und machte mich ein letztes Mal auf die Tour durch den nördlichen Teil des Nationalparks. Das Wetter war ideal – sonnig und windstill.


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    Bokmakiri-Würger (Telophorus zeylonus) waren gut in der Morgensonne zu beobachten.


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    Ansonsten war der Park aber ziemlich leer. Am Domkrag Dam – keine Tiere, an der Gwarrie Pan – nur eine Gruppe Nilgänse in der Ferne.


    Die zwei Wochen Safari hatten mich aber Geduld gelehrt. Irgendwann würde schon etwas Interessantes kommen. Auf meiner Seite saß ein kleiner Vogel auf einem Busch. Lange warten durfte ich nicht. Mir gelangen genau 2 Fotos, davon eines unscharf. Auf dem scharfen Foto kann man aber gut den Doppelband-Nektarvogel (Cinnyris afer) erkennen.


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    Seinen recht ähnlichen Verwandten mit kleinerem roten Brustring sollten wir noch häufiger sehen.

    Zur Abwechselung drückte sich mal ein Säugetier durch den Busch, ein junger Kudubock.


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    Am nächsten Wasserloch fanden sich wieder nur einige Wasservögel. Das Kammblässhuhn (Fulica cristata) in der Mitte des Fotos war immerhin eine Erstsichtung für mich.


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    Ansonsten fanden sich wieder einige Vögel in den Büschen am Straßenrand.


    Gurrtaube (Streptopelia capicola)


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    Einer der insgesamt recht scheuen Gestreiften Mausvögel (Colius striatus integralis) - die Mausvögel hauten meistens ab, wenn das Auto stoppte. Dies war eine der wenigen Ausnahmen.


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    Ein weiterer großer Kudu sorgte für etwas Abwechselung.


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    Dann erreichte ich schon den Harpoor Dam, wo am Vortag die große Herde Elefanten für Aufregung sorgte. Am frühen Morgen herrschte Ruhe.


    Im Schilf fand ich meinen ersten und einzigen Oryxweber (Euplectes orix) der Reise – der rote Punkt in der Mitte.


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    Perlbrustschwalben (Hirundo dimidiata) ließen sich am Wasser nieder.


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    Eine Starrbrust-Pelomedusenschildkröte (Pelomedusa subrufa) sonnte sich in der Morgensonne.


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    In der Büschen am Rande des Wasserloches war mehr los. Dort fanden sich eine Reihe weiterer Vögel.


    Schwefelgirlitz (Crithagra sulphurata), engl. brimstone canary


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    Kapsperling (Passer melanurus)


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    Glück hatte ich mit zwei Kapbülbüls (Pycnonotus capensis). Im Gegensatz zum Layardbülbül sah ich die Kapbübüls nur dieses eine Mal.


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    Die Vogelliste füllte sich an diesem Morgen mit vielen neuen Arten, die man kaum einmal in europäischen Zoos zu sehen bekommt. Von den Elefanten sah ich nur die Kotballen auf der Straße. Zum Abschluss fuhr ich auf einen der Hügel, um nochmal einen Blick über die Landschaft zu bekommen.


    Auf dem Kadouw Lookout stand diese schöne Bank


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    mit diesem vertrauenserweckenden Warnschild.


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    Mit leichtem Grummeln in der Magengegend bin ich dann doch ausgestiegen, um einige Bilder der Umgebung zu machen.


    Der Hapoor Dam von oben


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    Addo, die Ortschaft mit Windrädern am Horizont


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    Im Spekboom-Dickicht konnte ich einige Elefanten direkt neben der Straße entdecken. Dort war ich vor 5 Minuten vorbeigefahren und hatte die Elefanten nicht bemerkt. Das einzige Anzeichen war frischer Elefantendung auf der Straße. Dem Auto ging es gerade genauso.


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    Kein Wunder dass ich so wenige Großtiere gesehen hatte, wenn selbst Elefanten direkt neben der Straße kaum zu erkennen sind. Nach Norden hatte ich auch einen Blick auf das Maincamp.


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    Eine Erinnerung daran dass es Zeit war zurückzufahren.


    Auf der Rückfahrt gelangen mir noch Fotos von einem erwachsenen großen Singhabicht (Melierax canorus) – farblich ein deutlicher Unterschied zum bräunlichen Jungvogel vom Vorabend.


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    Meine Frau wartete schon vor der Hütte auf mich. Sie hatte einem Elefanten zugeschaut, der sich am Morgen direkt am Zaun vor unserer Hütte aufhielt.


    Auf dem Weg zum Frühstück fielen mir zwei graue Spatzen auf, die aufgeregt einen Glanzstar attackierten. Es handelte sich um Damarasperlinge (Passer diffusus), engl. Southern grey-headed sparrow.


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    Nach mehreren Attacken suchte der Glanzstar das Weite. Kaum war er weg, schlüpften die Spatzen in ihre Bruthöhle. Nun konnten wir uns auch ihr Verhalten erklären.


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    Der Rotschulter-Glanzstar (Lamprotornis nitens) trollte sich in die Büsche.


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    Mit Avo-Toast und Cappuccino endete unser Besuch im Addo Elephant Nationalpark.


    Den Addo fand ich etwas gewöhnungsbedürftig, gerade da wir vorher im riesigen Krügerpark gewesen sind. Man hatte nur an den Wasserlöchern gute Chancen auf Tiersichtungen – und selbst dort brauchten wir viel Glück. Der dichte Busch machte Beobachtungen extrem schwierig. Für Elefantenfans ist der Park aber ein Must-Do, für Besucher der Gardenroute ebenfalls. Ein Safaripark-Gefühl kann schon mal aufkommen, da man ziemlich häufig die Außenzäune sehen kann. Außerdem ist das Besucheraufkommen ziemlich hoch. Wen die Autos stören, sollte sich an den südlichen Teil halten oder eine Unterkunft in der Nyathi Section buchen. Dieser Teil darf nur von den Campbesuchern befahren werden. Die Lodge kostet aber auch deutlich mehr als ein Haus im Maincamp.


    Für uns war der Safariteil der Reise beendet. Es ging jetzt weiter an die Küste zur Gartenroute, um die Wanderschuhe zu schnüren, davon mehr im nächsten Teil.



    Tiere Doppelband-Nektarvogel als Höhepunkt

    Neue Sichtungen - Säuger, 9 Vögel, - Reptilien und - sonstige Art (44/120/12/13) = 189

    • Kammblässhuhn (Fulica cristata)
    • Gurrtaube (Streptopelia capicola)
    • Doppelband-Nektarvogel (Cinnyris afer)
    • Kapbülbül (Pycnonotus capensis)
    • Oryxweber (Euplectes orix)
    • Kapsperling (Passer melanurus)
    • Damarasperling (Passer diffusus), engl. Southern grey-headed sparrow
    • Schwefelgirlitz (Crithagra sulphurata), engl. brimstone canary
    • Perlbrustschwalbe (Hirundo dimidiata)
  • Samstag 9.11.2019 – Storms River Mouth (Tsitsikamma Nationalpark) mit Trail zur Suspension Bridge

    Der Addo Nationalpark liegt in der Nähe einer Großstadt mit 1,2 Mio. Einwohnern, Port Elizabeth. Unsere Fahrt sollte uns entlang der R355 und N4 mitten durch diese Metropolregion führen. Gegenüber meinem letzten Aufenthalt dort 1996 hatte ich das Gefühl, dass die Siedlungen sich vervielfacht haben. Wir fuhren bestimmt eine Stunde entlang von Siedlungen der schwarzen Bevölkerung.


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    Die meisten Häuser waren einfach aber gut ausgestattet. Stromversorgung war Standard. Einige Gebiete bestanden aber auch aus Bretterhütten.


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    Andere Häuser waren gehobene Klasse mit Warmwasseraufbereitung auf dem Dach.


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    Da auf der Strecke hin und wieder Autos ausgeraubt werden, fuhren wir mit verriegelten Türen. Die meisten Leute an den Ampeln sahen aber völlig normal aus und waren auf dem Weg zum Samstageinkauf.


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    Nach 20 Kilometern Black Suburbs erreichten wir die N4, eine 4 spurige Autobahn, und den indischen Ozean.


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    An diese Siedlungen konnte ich mich nur schwer gewöhnen – ganz schön trostlos direkt neben den Naturparadiesen. Am Innenstadtrand von Port Elizabeth sahen wir dann auch die Villen der wohlhabenderen Bevölkerung. Das war schon ein Culture und Wealth Clash.


    Es ging zügig Richtung Garden Route und den Tsitsikamma Nationalpark, unserem heutigen Ziel. Surf-Hotspots wie Jeffries Bay ließen wir links liegen. Unser nächster Stopp war die Paul Sauter Bridge kurz vor dem Eingang zum Nationalpark. An einem Rastplatz mit Restaurants, Tankstelle und Touristeninfo konnten wir parken und einen Blick auf die Brücke werfen.


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    Die Brücke führt über den Storms River. Es besteht die Möglichkeit auf die Brücke zu laufen. Der Blick ins Tal war sehr beeindruckend. Der Storms River hat sich hier durch eine Querfaltung geschnitten.


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    Der Ort Storms River in der Nähe ist ein beliebtes Ziel für Abenteuerurlauber. Bungie Jumping, Rafting aber auch Mountain Biking und Reitausflüge werden in erstaunlicher Vielfalt angeboten und ziehen die jüngeren Reisenden an.


    Wir fuhren weiter zum Storms River Mouth Camp. Dort hatten wir eine Hütte direkt am Ozean für eine Nacht reserviert. Wir bekamen Hütte 4B zugewiesen. Damit hatten wir einen sehr kurzen Weg zum Restaurant, praktisch wenn es mal regnet.


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    Ein Grill auf dem Balkon durfte natürlich nicht fehlen. Bei unserer Hütte war er 2 Meter nach links versetzt, da er zuvor das Geländer angekokelt hatte. :rolleyes:


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    Ich schaute mich etwas auf den Felsen um und überraschte eine muntere Schar Dassies wie die Kap-Klippschliefer (Procavia capensis capensis) von den Einheimischen genannt werden.


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    Am Coolsten fand ich die Klippschliefer auf den Uferfelsen.


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    „Komm nicht zu nah – ich habe Stoßzähne!“


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    Die Klippschliefer waren ziemlich zutraulich und ließen mich ganz schön nah ran.


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    Wir blieben natürlich nicht lange an der Hütte. Es ging auf Tour richtig Storms River Mouth.


    Der Blick zurück zu unserer Unterkunft


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    Als Restaurant gab es nur ein provisorisches Zelt auf den Felsen, da das Ursprungsrestaurant letztes Jahr abgebrannt ist und noch nicht ersetzt wurde. SANParks ist bei Neubauten so schnell wieder BER unterwegs.


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    Die Felsen am Restaurantzelt waren beeindruckend und mit dem Zelt im Rücken sah es auch toll aus.


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    Der Wind pfiff gewaltig und trieb die Wellen gegen die Klippen.


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    Ganz allein waren wir natürlich nicht. Die bisherigen Bilder täuschen da etwas vor. Storm River Mouth, die Mündung des Flusses, gehört in jedes Gardenroute-Programm. Nachmittags sammelten sich neben unzähligen Kleinbussen und PKWs auch 10 Reisebusse auf dem engen Parkplatz. Dies war neben Kapstadt der einzige Stopp, wo wir auf Chinesen getroffen sind. Sie fielen als Gruppe ins Restaurant ein und kommandierten sofort die Bedienungen herum oder stellten sich vorzugsweise mitten in die Bilder anderer Leute. Sie bilden auf Reisen schon einen starken Kontrast zu fast allen anderen Reisenden.


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    Am Start des Trail zur Flussmündung trafen wir auf eine sehr bekannte Gruppe Klippies. Sie besetzen schon seit Jahren einen kleinen Rastplatz mit kleinenTischen. Die Touristenscharen stören die Gruppe kein bisschen. Nur Anfassen lassen sich die Klippschliefer nicht.


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    Selbst der Mülleimer war vor ihnen nicht sicher.


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    Genug von den süßen Schliefern, wir wollten noch eine Wanderung machen. Zu einem Besuch des Storms River gehört auch der kleine Trail zur Hängebrücke an der Mündung des Flusses. Die Warnungen am Trailhead sind umfangreich und schrecken doch relativ wenige Spaziergänger ab. Der Trail ist aber auch ziemlich einfach zu laufen.


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    Der erste kurze Stopp liegt bereits 50 Meter hinter dem Start. Ein kleiner Wasserfall fällt in ein Becken und animiert die ersten Leute zu einem Fußbad.


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    Der weitere Weg führt über einen Holzplankenweg und ist sogar Kinderwagen geeignet.


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    Nach einem knappen Kilometer stehen wir bereits über den Hängebrücken.


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    Wir wählen den hinteren etwas steileren Abstieg zu den Brücken. Dort entdecken wir einen Weißbrust-Kormoran (Phalacrocorax lucidus) in den Felsen.


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    Die technischen Daten der Brücke


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    Mit etwas Geduld hat man die Brücke für einige Minuten für sich alleine. Dann schwankt es auch nicht allzu sehr.


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    Von der Brücke hat man einen schönen Blick in die Schlucht des Storms River. Auf der linken Seite starten die Kayak-Touren in die Schlucht. Die Einkleidung in einen Neopren-Schlauch erfolgt schon vorne beim Trailhead. Die meist jungen Leute müssen bis zum Einstieg entlang der anderen Besucher im schwarzroten Body schaulaufen.


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    Für die meisten Spaziergänger ist auf der anderen Seite der Brücke an einem kleinen Kiesstrand Schluss. Die Knochen und Barten eines Wals sind fotogen am Strand verteilt, riechen aber etwas streng.


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    Wir fanden den Weg bisher nicht so spannend, so dass wir uns zügig an den Aufstieg zum Viewpoint machten. Es ging durch einen dichten Wald fast 250 Höhenmeter nach oben.


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    Erster Blick auf die Hängebrücke auf halber Höhe


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    bis wir fast oben waren


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    Auf dem Weg waren wir nun fast alleine. Einige Wanderer kamen uns entgegen. Ansonsten war es ein Riesenunterschied zum Menschenauflauf bis zur Brücke. Am ersten Aussichtspunkt angekommen, hatten wir kein Problem einen Platz auf dem Aussichtsbänkchen zu bekommen.


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    Der Blick auf das Storms River Camp lohnte den Aufstieg.


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    Zoom


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    Nun ging es in leichter Steigung zum nächsten und letzten Aussichtspunkt auf dieser Route.


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    Der Blick zurück zum Startpunkt mit dem Camp.


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    Hinter der Terrasse war für die Tagesbesucher Schluss. Ab hier begann der Dolphin Trail, eine 2-Tages Wanderung, die man reservieren muss. Es gibt auch Veranstalter, die für den Transport des Gepäcks zur Übernachtung sorgen. Details gibt es in --> Elkes Reisebericht.


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    Wir hielten uns hier bereits an der Grenze des Nationalparks auf. Direkt am Weg lagen bereits abgeholzte Gebiete außerhalb des Parks.


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    Natürlich hatten wir auch einen Blick für die Kleinigkeiten neben dem Weg. Der Tsitsikamma NP beherbergt einige typische Pflanzen der Südküste wie Heidekräuter, Proteen und Gladiolenarten.


    Erica chloroloma


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    Sehr hübsch fanden wir diese Watsonia-Art.


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    Tiere waren deutlich schwerer zu entdecken. Einen Rotseitenskink (Trachylepis homalocephala) erwischte ich nur noch unscharf bevor er unter dem Stein verschwand.


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    Mehr Langmut hatte dieser Gürtelschweif, der geduldig liegen blieb als wir uns näherten. Es handelt sich um einen Blaupunkt-Gürtelschweif (Ninurta coeruleopunctatus), der gut an seinen hell-blauen Schuppen an Kopf und Seite zu identifizieren ist.


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    Auf dem Rückweg begegneten wir noch einigen weiteren Leuten, die fast alle im Aufstieg fragten, ob sich der weitere Aufstieg lohnt. Wir fanden die Frage kann man mit „Ja“ beantworten. Ob man für so eine Tour unbedingt Flipflops tragen muss, mussten wir ja nicht verantworten. ;)


    Abendessen gab es im stürmischen Zelt auf den Klippen – wie so häufig ein Sirlion Steak mit einem Lager Beer.


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    Fazit – Die Garden Route begrüßte uns windig mit vielen Klippschliefern und einer leichten Wanderung. Die Touristenmengen gehören am Storms River dazu, verschwinden aber am Abend.


    Strecke im Auto 287 km

    Strecke zu Fuß 12,2 km

    Unterkunft Storms River Camp, Bungalow 4B für 103 € (1720 Rand) online über SanParks


    Tiere Klippschliefer als Höhepunkt

    Neue Sichtungen 1 Säuger, 1 Vögel, 2 Reptilien und - sonstige Art (45/121/14/13) = 193

    • Kap-Klippschliefer (Procavia capensis capensis)
    • Weißbrust-Kormoran (Phalacrocorax lucidus)
    • Blaupunkt-Gürtelschweif (Ninurta coeruleopunctatus)
    • Rotseitenskink (Trachylepis homalocephala)
  • Ich hatte mich auch mit Elkes Bericht für die Gardenroute vorbereitet. Der Dolphin Trail passte zeitlich leider nicht mehr in unser Programm. Deshalb blieb es bei dem kurzen Schnupperaufstieg und den Trails rund ums Camp. Eine Woche mehr hätte es ruhig sein können. Wir hatten aber leider nur noch Urlaub für 3,5 Wochen übrig.

  • Sonntag 10.11.2019 – Tsitsikamma Nationalpark – Waterfall Trail


    Die Nacht war total verregnet. Wenn der Regen aufs Dach fällt, hat man natürlich keine Lust früh aufzustehen. Als es aufgehört hatte zu regnen, gingen wir zum Frühstück ins Klippenzelt. Die Bucht sah nun deutlich weniger attraktiv aus als am Vortag bei Sonne.


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    Gut dass die Wetter-App aufklarenden Himmel für den Vormittag versprach. Ein Blick zurück zum Storms River Mouth


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    das Gepäck zusammen gepackt und ins Auto geräumt und los ging es auf die Wanderung zum Waterfall Trail. Das Wetter hatte mittlerweile auch ein Einsehen.


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    Der Waterfall Trail entspricht den ersten 3 Kilometern des Otter Trails, eine 5-Tage Wanderung entlang der Küste und nach den Kap-Fischottern benannt ist. Für uns hieß es aber erstmal quer durch das Maincamp zu laufen. Den ersten Stopp machten wir am Swartriff, das während der Ebbe gut zu sehen war.


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    Auf den Felsen ruhte eine große Kolonie Eilseeschwalben (Thalasseus bergii) - engl. Greater crested tern – zusammen mit einigen Kapkormoranen. Ob es wirklich Eilseeschwalben sind kann ich nicht genau sagen, da es noch die ähnlich aussehenden lesser crested Terns, also Rüppelseeschwalben, an der Südküste gibt. Ohne Größenvergleich ist die Bestimmung für mich nicht eindeutig machbar. Die Seeschwalben sahen aber ziemlich groß aus. ;)


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    Einfacher waren die großen Dominikanermöwen (Larus dominicanus vetula) zu identifizieren.


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    Und für alle Kleinsäuger-Fans gab es natürlich die allgegenwärtigen Klipppschliefer. Das Storms River Camp ist der Tipp, wenn man Schliefer bis zum Abwinken sehen möchte.


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    Nun mussten wir noch über den Campingplatz direkt an den Klippen. Ein Infoblatt an den Toiletten wies darauf hin, dass Puffottern und Boomslang dieses Jahr „more visible“ seien als in den Jahren zuvor. Also aufgepasst wo man hintritt. Wir haben trotz der erhöhten Sichtbarkeit keine der beiden Giftschlangenarten gesehen. Schade, eine Boomslang wäre schon nicht schlecht gewesen.


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    Dann ging es an der letzten Ferienhäuser-Siedlung vorbei und wir hatten endlich den Startpunkt des Waterfall Trails erreicht.


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    Die Daten zum Trail vom Trailheadschild


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    Der Trail führte zuerst durch Grüne. Sensibilisiert für Schlangen schauten wir genau hin, wo wir unsere Füße hinsetzten. Statt Giftschlangen entdeckten wir aber viel Kleingetier.


    Der Riesenschnurfüßer (Archispirostreptus gigas) ist immerhin länglich.


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    Skurille Heuschrecken fanden sich ziemlich häufig. Laut google sind es Gaudy Grasshopper (Phymateus leprosus).


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    Ziemlich groß, wie eine Erdbeere, waren die Giant Carpenter Bees (Xylocopa flavorufa).


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    Interessant fand ich die Wanzen an einer orangen Blüte. Perfekt farblich adaptiert.


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    Blumen gab es auch reichlich wie diesen Hibiskus.


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    Nach einem Kilometer wurde die Strecke ungemütlich. Es begann eine arge Kraxelei über die Uferfelsen. Die große Kamera habe ich fürs Erste weggepackt, um die Hände frei zu haben.


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    Flechten an den Felsen


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    Die Guana Cave nach 2/3 des Weges


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    Für Felsliebhaber war der Trail ein Traum. Abstrakte vom Meer geformte Felsen en masse.


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    In den Pools in den Felsen fanden wir einige Fische, keine Ahnung welche Art das ist.


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    Nach einer guten Stunde Felskletterei erreichten wir den See am Wasserfall – endlich Pause.


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    Nach dem nächtlichen Regen hätte ich etwas mehr Wasser erwartet.


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    Am Wasserfall muss man als Tagesbesucher umdrehen, da hier der eigentliche Otter Trail anfängt.

    Mit erholten Muskeln ging es auf den Rückweg. Hier noch einige Impressionen der Nichtkletter-Partien


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    In den Bäumen hörten wir immer wieder Vögel schreien. Ich hatte die Hoffnung einen Kynsna Turako zu entdecken. Am Ende musste ich aber feststellen, dass es sich um Schlichtbülbüls (Andropadus importunus) handelte, die zu den lauten Vogelschreien gehörten. Die Bülbüls waren extrem schwer in den Büschen zu entdecken.


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    In einer Bucht kurz vor dem Ende des Trails schauten wir nochmal etwas intensiver in die Brandung.


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    In den Wellen bewegte sich etwas. Kaum 20 Meter von der Küste entfernt surften eine Gruppe großer Tümmler (Tursiops truncatus) in den Wellen.


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    Ein cooler Abschluss der Wanderung – Delphine und Wale sind für mich immer wieder ein Höhepunkt.


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    Zurück am Auto wollten wir uns noch schnell etwas Kühles im Shop holen. Dort trafen wir auf eine andere südafrikanische Realität – Stromausfall. An der Kasse wurde jeder Artikel manuell erfasst und mit dem Taschenrechner die Beträge addiert – wie in den frühen 80ern.

    In den Büschen des Camps fand ich dann noch eine weitere Erstsichtung.


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    Ein Halsband-Nektarvogel (Cinnyris chalybeus), Southern double-collared sunbird, unsere 3. Nektarvogelart und 200. Tierart der Reise.


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    Mittags ging es auf die Fahrt entlang der Gardenroute nach Knysna. Die Tiergärten wie World of Birds und Monkey World ließen wir links liegen. Wir hatten auch so bereits genug Tiere gesehen und keinen Bedarf auf Zoos.


    In Knysna hatten wir ein Zimmer in einem Bed&Breakfast, der South Villa, reserviert. Das Besitzerpaar hatte die Villa erst im Sommer übernommen und begrüßte uns sehr freundlich. Der Blick vom Balkon ging über die Lagune von Knysna zu den Heads, der Öffnung der Lagune zum Ozean. Das Zimmer war übrigens das gleiche wie in Elkes Reisebericht und hatte sich kein bisschen verändert.


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    Da wir nicht den ganzen Nachmittag auf dem Zimmer bleiben wollten, fragten wir ob der Weg zur Waterfront sicher sei. Ron, der Hausherr, meinte „im Hellen kein Problem“. Ab der Dämmerung sollten wir aber lieber ein Taxi zurück nehmen.

    Prima wir liefen also die 1,5 Kilometer zur Waterfront. Im Stadion der High School wurden gerade die Teams der Rugby-Mannschaften auf ein Match eingestimmt.


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    In der kleinen Waterfront war es ruhiger und weniger los.


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    Hier hatten wir die Auswahl zwischen Steaks und Seafood. Wir entschieden uns für ein „portugiesisches“ Restaurant, das beides anbot.


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    Der Blick aus dem Obergeschoss ging über den kleinen Yachthafen und bildete einen schönen Abschluss des anstrengenden Tages.


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    Fazit – Waterfall Trail – anstrengend aber wirklich empfehlenswert. Etwas Fitness kann aber nicht schaden.


    Strecke im Auto 129 km

    Strecke zu Fuß 16 km

    Unterkunft South Villa, 90 € (1500 Rand) über booking.com minus 30€ Gutschein


    Tiere Delphine als Höhepunkt

    Neue Sichtungen 1 Säuger, 3 Vögel, - Reptilien und 3 sonstige Art (46/124/14/16) = 200

    • Großer Tümmler (Tursiops truncatus)
    • Eilseeschwalbe (Thalasseus bergii) - engl. Greater crested tern
    • Dominikanermöwe (Larus dominicanus vetula)
    • Halsband-Nektarvogel (Cinnyris chalybeus), engl. Southern double-collared sunbird
    • Riesenschnurfüßer (Archispirostreptus gigas)
    • Gaudy Grasshopper (Phymateus leprosus)
    • Giant Carpenter Bee (Xylocopa flavorufa)

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