Route 66 - Amerikas Main Street - If you ever plan to motor west

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    • Ulli wrote:

      Schöne Geschichte .... ich mag das, wenn man solch "geschichtsträchtige" Orte/Lokalitäten vor dem Verfall rettet ....
      Genau! :) Die Geschichte und die Menschen, die dahinter stecken, sind wirklich das Besondere an der Route 66.

      Ulli wrote:

      Ist das sowas wie ein Tante Emma Laden ....?
      Ja, kann es sein. Ein familiengeführtes, kleines Unternehmen (also keine Kette), z.B. ein Motel, Restaurant oder Grocery Store. Gerade diese Läden haben es schwer gegen die "Großen" anzukommen. Im Moment gibt es glücklicherweise den Trend, dass gerne wieder lokale Geschäfte unterstützt werden - und gerade Touristen an der 66 suchen genau diesen Charme und übernachten gerne in den Original-Motels, um die Nostalgie der 50er zu erleben. Das El Rancho ist beliebt; das Blue Swallow in Tucumcari sicherlich - v.a. Dank des wunderschönen Neons - DAS Motel. Jedes Mal, wenn wir in Tucumcari im Blue Swallow sind, erfahren wir wieder etwas über die Geschichte des Motels und des Ortes und sind begeistert. Die Besitzer geben einem viele Tipps und empfehlen auch gerne Motels für die weitere Reise. Es hat etwas Besonderes, das man in den Kettenhotels einfach verpasst. Und man kann dann da schlafen, wo Clark Gable geschlafen hat, oder dort essen, wo auch Elvis Burger verspeist hat! :gg: :D ;)
    • Ellen & Udo wrote:

      Ja, kann es sein. Ein familiengeführtes, kleines Unternehmen (also keine Kette), z.B. ein Motel, Restaurant oder Grocery Store. Gerade diese Läden haben es schwer gegen die "Großen" anzukommen.
      Tja, leidergottes ist das hierzulande ja auch nicht mehr wesentlich anders :( ... ich versuche hier zumindest auch z.B. die kleinen Bäckereien, Metzger ect.. zu unterstützen .... leider werden diese immer weniger, obwohl dort meist die bessere Qualität abgeliefert wird .... schade .....

      Ellen & Udo wrote:

      das Blue Swallow in Tucumcari sicherlich - v.a. Dank des wunderschönen Neons - DAS Motel.
      .... ich freu mich schon drauf ;;NiCKi;: :gg: ....

      Ellen & Udo wrote:

      Und man kann dann da schlafen, wo Clark Gable geschlafen hat
      ....solang die Bettwäsche zwischendurch mal gewechselt wurde ;) .....
      Herzliche Grüße Ulli
    • New Mexico/Arizona Stateline, Lupton, Allentown, Houck, Sanders

      New Mexico/Arizona Stateline, Lupton, Allentown, Houck, Sanders - Trading Posts And A Few Secrets



      Die Route 66 verlässt als Highway 118 Gallup in südwestlicher Richtung. Kurz vor Defiance knickt sie nach links ab (ausgeschildert als 118) und unterquert die I-40. Sofort danach wieder rechts abbiegen und der 118 für gut vier Meilen folgen. Auch hier verläuft die 66 wieder parallel zur Interstate und das bleibt auch noch eine Weile so. Am Exit 8 wechseln wir wieder auf die andere Seite, passieren den Mini-Ort Manuelito und erreichen nach kurzer Zeit und einer landschaftlich sehr schönen Fahrt durch das Tal des River Puerco die Stateline. Kurz vorher, genauer gesagt 600 Meter vorher, weckt rechter Hand eine Zufahrt unsere Aufmerksamkeit. Ein riesiger Alkoven, auf dem einige Teepees aufgereiht sind, beherbergt die erste Begegnung mit Chief Yellowhorse und seinen Verkaufsstellen indianischen Kunstgewerbes.





      Eine Route 66 Schild und zwei alte Ami-Schlitten vor der formatfüllenden Höhle vervollständigen das Ensemble. Der Platz davor bietet genug Raum für Busse, und jede Menge sonstiger Fahrzeuge, auch Trucks sind welcome. Bei unserem Besuch ist nichts los, die Verkaufsstände sind fast verwaist. Gleich neben dran hat man noch ein altes Fort nachgebaut, mit Historic Route 66 Emblem vorne drauf, das auch schon bessere Zeiten gesehen hat. Noch voluminöser prangt das 66 Symbol auf einem Holzhüttchen unbekannter Bestimmung, dessen rosa Farbe langsam aber sicher dahin blättert. Das Klohäuschen daneben scheint noch besser in Schuss. Alles in allem sieht das Ganze ziemlich marode aus, aber vielleicht ist das nur ein subjektiver Eindruck der verwöhnten Reisenden aus dem alten Kontinent.









      Die Stateline, also die Grenze zu Arizona, verläuft übrigens mitten durch die riesige Höhle und den dazu gehörigen Felsen hindurch. Der Parkplatz liegt noch in New Mexico, Chief Yellowhorse Jewelry schon in Arizona.

      Nach besagten 600 Metern also erreichen wir die Stelle, an der die Route 66 ihre Reise durch den seit ihrem Start in Illinois siebten Bundesstaat beginnt. Arizona begrüßt uns standesgemäß mit majestätischen roten Felsenklippen zur Rechten und dem grünen Tal des Rio Puerco zur Linken. Der Verlauf der 66 durch Arizona ist sicher der landschaftlich schönste und interessanteste Teil der gesamten Strecke. Es stehen also einige Höhepunkte unserer Route 66 Reise bevor.

      Die ersten Meter in Arizona sind von indianischen Trading Posts gesäumt, die seit vielen Jahren an dieser Stelle den Reisenden indianisches Handwerk verkaufen. Dem State Line Convenience Store in einer ehemaligen Tankstelle untergebracht, stilecht mit einem alten Waggon vor der Tür, folgt der Chaparral Trading Post und schließlich Chief Yellowhorse in der weithin sichtbaren, markanten roten Schrift auf gelbem Grund. So etwas, wie ein Markenzeichen der Yellow Horse Dynastie. Seit den 1950er Jahren verkauft Stammvater und Navajo Häuptling Frank Yellowhorse die Waren seines Stammes an die Route 66 Touristen. Und das mit großem Erfolg. Bruder Juan und Sohn David führen die Geschäfte seit Frank‘s Tod im Jahre 1999. Yellowhorse ist jedoch bei weitem nicht der älteste Trading Post in Lupton. Weit übertroffen wird er vom Tee Pee Trading Post, der seit Bestehen der Route 66, also seit 1926, das Geschäft mit den Touristen betreibt. Das riesige Tee Pee ist nicht zu übersehen. Für Freunde der Indianerkulturen, und deren Kunstgewerbe, ist Lupton, das keine 50 Einwohner zählt, also ein kleines Paradies. Und ganz sicher auch für 66 Reisende, die mit Kindern unterwegs sind!







































      Nachdem wir uns von all den bunten Indian Trading Posts getrennt haben, setzen wir unsere Fahrt auf der 66 in Richtung Allentown fort. Dazu unterqueren wir die I-40 bei der ersten Möglichkeit (Exit 359) - direkt am Yellowhorse Trading Post - nach links. Wenn man geradeaus weiter fahren würde landet man nach ein paar hundert Metern auf einem großen Rest Area, das sich gut für eine kleine Pause eignet. Dort steht das Welcome to Arizona Schild. Okay, wir sind ein Stück vorher links abgebogen und treffen nach der Unterführung auf die South Frontage Road. Hier rechts einbiegen und etwa 4,5 Meilen weiter fahren. Jetzt Achtung: Am Exit 354 rechts abbiegen (Hawthorn Road) - also NICHT weiter auf der Frontage Road - wieder unter der Interstate her und auf der anderen Seite auf die I-40 West fahren. Der Grund ist, dass die South Frontage bald irgendwo aufhört bzw. unterbrochen ist.






      Am Exit 351 kann man, so man sich die alte Allentown Bridge ansehen möchte, die I-40 kurz verlassen. Wer alte Brückenbauwerke mag, sollte das unbedingt tun. Außerdem ist die Brücke ein schönes Fotomotiv. Erbaut im Jahr 1923, trug sie die Route 66 zwischen 1926 und 1931 über den Rio Puerco. Sie ist leicht zu finden. Einfach am Exit 351 raus fahren. Am Indian City Trading Post - der ist nicht zu übersehen - links auf die Allentown Road, die über die Interstate führt. 0,6 Meilen sind es bis zur neuen Brücke über den Rio Puerco, von wo man die ehemalige 66 Brücke auf der linken Seite sehr schön sehen kann. Wenn man den Fluss überquert, kann man bequem zur Brücke gehen und die alte Holzkonstruktion aus der Nähe erkunden. Man darf sie allerdings nicht betreten, ein von Kugeln zerschossenes Schild möchte No Pedestrian Traffic on Bridge. Ellen und unser Führer zu den eher unbekannten Orten der 66, Nick Gerlich, müssen für ein Foto herhalten. Snake Guards inklusive. Der kleine Abstecher lohnt sich. Zumindest für Route 66 Fans mit Entdeckergeist. Den brauchen wir dann gleich noch mal - den Entdeckergeist.









      Jetzt geht es erst einmal zurück auf die Interstate Richtung Westen, die wir am Exit 348 aber schon wieder verlassen, um uns Fort Courage anzusehen. Das ist ein ehemaliger Trading Post, dessen verlassene Gebäude immer noch dick und fett hier herum stehen.










      Wir sind jetzt in der Ortschaft namens Houck. Natürlich hat das Kaff auch einen indianischen Namen (Ma‘ii Tó - übersetzt heißt das Coyote Water, nach einer örtlichen Quelle), denn was kümmert es die Indianer, dass im Jahr 1874 ein Postmaster und Briefträger mit Namen James D. Houck hier einen Handelsposten erbaut und geführt hat. Nach ihm ist die Stadt benannt worden. Trading Posts gibt‘s reichlich in der Gegend, damals wie heute. 1924 erblickt der White Mound Trading Post das Licht der Welt und erweist sich als insgesamt erfolgreichstes Business am Ort. Bis 1960 hält sich der White Mound, immerhin 46 Jahre, während derer er mehrfach den Besitzer wechselt. An gleicher Stelle entsteht ein neuer, moderner Handelsposten mit Tankstelle, Lebensmittel - und Souvenirladen, Restaurant, ein riesiges Pancake House, Motel und Campground. Das ganze Ensemble wird auf den Namen Fort Courage getauft. Bekannt wird das Teil durch eine US-TV-Serie mit dem Titel F-Troop, die in den 1960er Jahren dort gedreht wird. Längst verlassen ist das alles, die Gebäude verrotten langsam, eine fast unwirkliche Atmosphäre herrscht dort. Tagsüber kein Problem, aber wenn man sich das bei zunehmender Dunkelheit so vorstellt... aber das gilt ja auch für einige andere abandoned locations. Vielleicht braucht man da ein bisschen Courage - Nomen est Omen.















      Zum Fotografieren ist es nicht schlecht dort, vor allem die herunter gekommenen bunten Billboards machen sich prima. Man wird ja auch noch dazu aufgefordert: Take Pictures! Danach gibt's dann Fine Food & Fast Service.




















      Zurück zum oben erwähnten Entdeckergeist. Lust auf noch ne Brücke? Die Querino Canyon Bridge hätten wir im Angebot. Lohnt sich! Die Brücke aus dem Jahr 1930 wird heute noch benutzt und ist Teil der pre1931 Route 66, die heute den Namen Querino Dirt Road, bzw. Co. Rd. 7250 trägt. Um hinzukommen können wir von Fort Courage aus der Frontage Road nach Westen folgen. Nur zwei Meilen und wir erreichen den Exit 346. Dort geht die Frontage Road in die Querino Dirt über. Sie ist leicht an dem sehr hellen, fast weißen Gravel zu erkennen. Vorbei an der Good News Mission - hat doch was, der Name - erreicht man nach 2,3 Meilen den Querino Wash, über den die Brücke einstmals die Route 66 trug. Sie verträgt drei Tonnen und wird auch rege von den Locals genutzt. Die Häuser hier im Indianerland liegen recht weit verstreut, die einheimische Bevölkerung muss daher mobil sein. Das Straßennetz ist all dirt mit Ausnahme der nahen Interstate natürlich. In der Nähe stehen noch ein paar unidentifizierbare Reste eines alten Gemäuers, vielleicht auch ein ehemaliger Trading Post, eine Tankstelle or whatever.







      Man kann auf der Dirt Road bleiben, am Exit 341 trifft sie wieder auf die I-40. Der folgen wir jetzt für weitere zwei Meilen. Wir kommen nach Sanders. Auch hier verlassen wir die I-40 und schauen uns ein paar Route 66 Relikte an. Zuerst natürlich: eine Brücke!







      Also geht‘s am Exit auf die 191 South Richtung Sanders. Die Brücke aus dem Jahr 1923 sieht man bequem von der Straße aus. Wer sie näher in Augenschein nehmen will, muss aussteigen und ein paar Meter durch‘s Gelände. In Sanders selber kann man die traurigen Reste eines ehemaligen Valentine Diners (solche hatten wir in früheren Kapiteln schon mal; dort findet sich auch die Geschichte dieser kleinen Diner). Das Ding ist lilafarben oder eher pink-rosa-lila, irgend so was. Früher war der Diner in Holbrook beheimatet, irgendwann hat man ihn hierher befördert. No more Business here. Er ist leicht zu finden, gleich hinter der modernen Rio Puerco Brücke nach links auf die Navajo und dann gleich wieder rechts. Außerdem weist ein schwarz-pinkes Billboard den Weg.

















      Ansonsten gibt‘s nicht mehr viel zu sehen in Sanders. Es sei denn, man mag den etwas maroden Charme, den die Indianersiedlungen hier verströmen. Das hat auch was. Oder so ein Red Barn mit Frachtcontainern neben dran.



      The post was edited 2 times, last by Ellen & Udo ().

    • Ellen & Udo wrote:

      Ein riesiger Alkoven, auf dem einige Teepees aufgereiht sind, beherbergt die erste Begegnung mit Chief Yellowhorse und seinen Verkaufsstellen indianischen Kunstgewerbes.
      Denn Hinweis haben wir auch gesehen, da wir aber wegen dem Petrified in Zeitnot waren, haben wir leider nicht angehalten :nw:

      Ellen & Udo wrote:

      Am Exit 351 kann man, so man sich die alte Allentown Bridge ansehen möchte, die I-40 kurz verlassen. Wer alte Brückenbauwerke mag, sollte das unbedingt tun.
      :wut1: :wut1:

      3 Monate zu spät ;:ba:; :gg: ;)

      Ellen & Udo wrote:

      Das ganze Ensemble wird auf den Namen „Fort Courage“ getauft.
      :idee:

      Wir haben uns schon über den Namen gewundert ;;NiCKi;:
      liebe Grüße

      Ina

    • Ina wrote:

      Denn Hinweis haben wir auch gesehen, da wir aber wegen dem Petrified in Zeitnot waren, haben wir leider nicht angehalten :nw:
      Es gibt immer ein "nächstes Mal" ;)

      Ina wrote:

      3 Monate zu spät ;:ba:; :gg: ;)

      Die Brücke ist in gutem Zustand. Sie hält noch ne Weile ... :MG:


      Ina wrote:

      Wir haben uns schon über den Namen gewundert ;;NiCKi;:

      Wir auch - uns so ganz verstanden haben wir das nicht. Haben auch keinen Hinweis gefunden.



      Morgen geht's dann weiter mit dem nächsten Kapitel. Es bleibt "bunt" ... :) - und es werden viele Bilder sein.
    • Chambers, Petrified Forest NP, Adamana Road, Sun Valley

      Chambers, Petrified Forest National Park, Adamana Road, Sun Valley - Through The Painted Desert



      Nachdem wir unsere kleine Rundfahrt durch Sanders beendet haben, fahren wir das kurze Stück zurück zur I-40, die wir überqueren und links auf die North Frontage Road abbiegen. Die Straße, die sich nach knapp vier Meilen ein wenig von Interstate und Bahnlinie entfernt und nach etwa sechs Meilen in Chambers scharf nach links abknickt und zwar sofort nachdem sie die 191 kreuzt, hat ein paar Überbleibsel aus glorreichen 66 Tagen aufzuweisen.























      Wir fahren nicht auf die 191, sondern bleiben auf der Frontage Road, die jetzt geradewegs nach Süden führt. An der Ecke befand sich bis vor zwei Jahren das Apple Dumplin Restaurant, leider ist auch dieses Relikt einer anderen Zeit inzwischen verschwunden.





      Nach etwa 800 Metern kommt ein Rechtsknick, der in einer Sackgasse endet. Hier ist End of the Road, aber genau hier stehen die Reste einer ehemaligen Chevron Tankstelle. Nichts wirklich Besonderes, aber der Vollständigkeit halber wollen wir sie erwähnen. Auch sie steht an der damaligen Route 66. Genau wie die noch heute existierende Chambers Trading Company am Highway 191 in der Ortsmitte.










      Es ist schwierig die alten Alignments, also die Streckenführungen vor 1939, hier in dieser Gegend zu verfolgen, da sie fast alle kaum noch zugänglich, geschweige denn befahrbar sind. Oft enden sie auch im Nichts, deshalb macht es Sinn, jetzt der I-40 zu folgen (dazu fahren wir zurück zum Exit 333) und zwar bis zum Exit 311, der uns in den Petrified Forest National Park führt. Wir haben den kleinen Ort Navajo, früher Navajo Springs, passiert (Exit 325). Und wir sind am Exit 320 vorbei gefahren, das ist die Pinta Road. Eigentlich nichts Außergewöhnliches, aber sie war und ist ein Zugang zu einem kleinen Juwel der alten Route 66, dem Painted Desert Trading Post. Für viele Route 66 Begeisterte so etwas, wie der heilige Gral der Mother Road. Warum ist das so? Schwer zu erklären, denn der Trading Post ist weiter nichts als eine baufällige Ruine in der Mitte von Nirgendwo. Na ja, an der alten 66 allerdings. Man kann ihn als kleinen weißen Punkt in der Landschaft sogar von der Interstate aus erkennen, wenn man rechtzeitig und mit geschärftem Blick nach rechts schaut. Wir haben vor zwei Jahren versucht, diesen Ort zu erreichen. Leider stehen wir nach einiger Zeit vor einem verschlossenen Tor. Der PDTP, wie er gern abgekürzt wird, liegt auf dem Gelände einer privaten Ranch. Nichts zu machen, rüber klettern und zu Fuß gehen wollen wir lieber nicht. No Trespassing steht ganz groß dran.





      Aber im Rahmen unserer Tour mit Nick Gerlich im vorigen Jahr klappt es. Nick weiß, wie es geht. Deshalb können wir hier auch Bilder vom PDTP zeigen, die wir an einem späten Nachmittag dort aufgenommen haben. Und hier unsere Geschichte und weitere Informationen dazu: A Magic Place












      Aktueller Nachtrag zum PDTP (Oktober 2017). Leider wird es immer schwieriger, dorthin zu gelangen. Unsere Quelle gibt es nicht mehr und andere Möglichkeiten sind schwierig zu finden. Man braucht auf jeden Fall irgend jemanden, der berechtigt ist, das Tor zu öffnen. Ob sich das jemals ändern wird, bevor das alte Gebäude völlig zerfällt, steht in den Sternen.


      Und nun steht es nicht mehr in den Sternen... Der PDTP ist wieder zugänglich, seit ihn eine Gruppe von 10 Route 66 Enthusiasten gekauft hat. Einige davon (Nick Gerlich oder Roamin Rich) haben wir in diesem Thread ja bereits erwähnt. Man hat es sich zum Ziel gesetzt, den alten Trading Post halbwegs wieder in Schuss zu bringen bzw. so zu konservieren, dass er nicht noch weiter verfällt. Dazu sind ein paar Dollars notwendig, die u.a. auch über den Zugang dorthin gesammelt werden. Es kostet also 10 Bucks, damit sich das Schloss am Gate öffnet. Wie das genau funktioniert findet man hier.



      Nick und KC Keefer haben einen sehenswerten Film über den Trading Post produziert, hier der Trailer dazu: Painted Desert Trading Ghost

      Hier könnt ihr ihn auch kaufen: Unoccupied Route 66

      Die hier unzugängliche 66 verläuft also nördlich der I-40 im Abstand von etwa einer Meile in Richtung Petrified Forest National Park. Es ist tatsächlich möglich, vom Tiponi Point im Park aus auf der Pinta Road, die die alte 66 ist, in die andere Richtung, also nach Osten, zu wandern. Auf der original 66 also, bis zu einem Tor, das die Grenze des Parks markiert. Wenn man dort weiter gehen würde, käme man wieder zum Painted Desert Trading Post. Aber auch dafür braucht man die Erlaubnis der Parkverwaltung. Ein offizielles Permit gibt es nicht. Wir dürfen, aber auch nur aufgrund von... - wir nennen es mal guten Beziehungen. Allerdings ist es ein langer Marsch durch sengende Sonne und eigentlich gibt‘s außer Wüstenlandschaft, bis auf ein verrostetes Autowrack am Rande des Weges nichts weiter zu sehen.






      Im Park ist sonst von der Mother Road kaum noch etwas zu erkennen, die Strecke ist nicht zugänglich. An einem Punkt wird an die 66 erinnert. Hier kreuzen sich die offizielle Straße durch den Nationalpark und die kaum noch zu erkennbare 66. Markiert ist das mit einem rostigen Autowrack, das für viele Nationalpark-Besucher ein beliebtes Fotomotiv darstellt. Die alte Karosse wurde wohl an diesen Punkt gestellt, um an die Route 66 zu erinnern.

      Zum Nationalpark selbst ist hier im Forum an anderer Stelle genug geschrieben worden, so dass wir gleich weiter fahren können. Bis zum Exit 303. Dort verlassen wir die I-40, um einen kurzen Abstecher auf die Adamana Road zu unternehmen. Rechts raus, links unter der I-40 durch und wieder links auf die Adamana. Dies ist ein asphaltiertes Originalstück der 66, das uns nach Osten - also entgegen unserer Fahrtrichtung - etwa fünf Meilen bis zu Rocky‘s Pony Express Station führt. Dort knickt die Straße nach Süden ab und wird zur Dirt Road. An einem rostigen Tor mit ebensolchem Stop Schild ist Schluss. Die fünf Meilen müssen wir also wieder zurück fahren. Aber es steht einige schöne Billboards dort, die an die alten Zeiten des El Rancho in Gallup erinnern. Auf dem Rückweg fällt uns noch eine alte Holzbrücke ins Auge, die auf den Namen Lithodendron Wash Bridge getauft wurde. Auch sie trug einstmals die 66 über den Wash mit dem seltsamen Namen.
















      Am Exit 303 erwarten uns zwei größere indianische Trading Posts und jede Menge Dinosaurier. Wer‘s mag. Stewarts Rock Shop liegt auf der gegenüberliegenden Seite auf einem Hügel. Man fährt wieder unter der I-40 durch und die Washboard Road hinauf. Dort verspeist gerade ein T-Rex eine junge Dame. Noch mehr solcher Ungeheuer gibt‘s am Painted Desert Indian Center zu besichtigen. The kids will love it. Und natürlich kann man jede Menge indianische Souvenirs erwerben. Tee Pees gibt es natürlich auch.






























      Ein paar hundert Meter VOR dem Indian Center findet ihr eine Rock Factory. Auf dem Vorplatz stehen einige Autowracks, der Laden selbst ist geschlossen. Bei unserem ersten Besuch ist das Gelände noch zugänglich (daher die Bilder), beim zweiten Mal ist es eingezäunt. Die Statue des heulenden Wolfs steht gleich am Eingang.















      Zurück auf die I-40, die wir aber gleich wieder verlassen und zwar am Exit 294 Sun Valley. Hier kann man sich die Ruinen des Painted Desert Motels anschauen. Das Schild ist von weitem schon zu erkennen. Nach der Rampe rechts auf die Sun Valley Road, dann wieder rechts auf die Quarzsite Street bis zum RV Park (Sun Valley Resort) und dann ist man auch schon da. Parken kann man direkt im Hof. Wer sich traut, kann das ehemalige Motel ruhig genauer in Augenschein nehmen. Letzter Übernachtungspreis: 29 Dollar. Offene Türen, Reste der Einrichtung dahinter, Tumbleweed in den Ecken. Wieder so ein Ort, an dem einem etwas mulmig wird. Die Interstate, nur ein paar hundert Meter entfernt, braust achtlos vorbei.
















      Aber das soll sich ändern: Der RV Park nennt sich jetzt Sun Valley Resort und ist seit dem 1. Januar 2016 in neuen Händen. Die neuen Besitzer sind aus Oregon hierher gekommen und bauen das Gelände nach und nach wieder auf. Es hat sich schon einiges verändert seit diese Fotos aufgenommen worden sind. Man kann gespannt sein, wie es dort bei unserem nächsten Besuch aussehen wird.










      Wer sich gerne ein Bowie Knife oder ähnliches Gerät mitnehmen möchte, ist jenseits der I-40 im Knife City Outlet sicher richtig. Aber nicht ins Handgepäck damit.






      Zurück also zum Exit 294 und wieder auf die Interstate. Die Hopi Travel Plaza lassen wir rechts liegen. Am Exit 289 verlassen wir die I-40 und biegen auf den Navajo Boulevard ein, um Holbrook einen längeren Besuch abzustatten. Damit geht‘s dann im nächsten Kapitel weiter.



      The post was edited 5 times, last by Ellen & Udo ().

    • Ellen & Udo wrote:

      Aber im Rahmen unserer Tour mit Nick Gerlich im vorigen Jahr klappt es. Nick weiß, wie es geht. Deshalb können wir hier auch Bilder vom PDTP zeigen, die wir an einem späten Nachmittag dort aufgenommen haben. Und hier unsere Geschichte und weitere Informationen dazu: A Magic Place

      Klasse, dass ihr durch Nick Gerlich die Gelegenheit bekommen habt, diesen magischen Ort zu besuchen und euch so wunderschöne Aufnahmen geglückt sind :clab: ....
      ... bei den Videos bin ich glatt ein wenig hängen geblieben ... die Zäune werden zwar insofern Wirkung zeigen, dass das PDTP nicht weiter als Schießanlage benutzt wird, doch die angesiedelten Rinderherden und brütende Vogelpärchen werden dem Gebäude leider weiterhin zusetzen....hoffentlich bleibt den Route 66 Liebhabern dieses Relikt dennoch lange erhalten...
      Herzliche Grüße Ulli
    • Fantastische Bilder heute :clab: :clab: :clab: :clab:

      Vieles kenne ich vom Vorbeifahren :schaem: ,

      aber diese übertriebene Dinoshow ist jetzt auch nicht so unseres :nw:

      Ellen & Udo wrote:

      An einem Punkt wird an die 66 erinnert. Hier kreuzen sich die offizielle Straße durch den Nationalpark und die kaum noch zu erkennbare 66. Markiert ist das mit einem rostigen Autowrack, das für viele Nationalpark-Besucher ein beliebtes Fotomotiv darstellt. Die alte Karosse wurde wohl an diesen Punkt gestellt, um an die Route 66 zu erinnern.
      Das wußte ich nicht :schaem: ,

      echt total interessant, was ihr so ausgegraben habt :clab: :clab: :clab: :clab: .

      Die Videos ziehe ich mir morgen rein, heute bin ich zu müde ;;NiCKi;:
      liebe Grüße

      Ina

    • Ulli wrote:

      Klasse, dass ihr durch Nick Gerlich die Gelegenheit bekommen habt, diesen magischen Ort zu besuchen und euch so wunderschöne Aufnahmen geglückt sind :clab: ....
      ... bei den Videos bin ich glatt ein wenig hängen geblieben ... die Zäune werden zwar insofern Wirkung zeigen, dass das PDTP nicht weiter als Schießanlage benutzt wird, doch die angesiedelten Rinderherden und brütende Vogelpärchen werden dem Gebäude leider weiterhin zusetzen....hoffentlich bleibt den Route 66 Liebhabern dieses Relikt dennoch lange erhalten...

      Es ist tatsächlich so, dass die Tage des Gemäuers leider gezählt sind. Nick konnte bei seinen regelmäßigen Besuchen dort bereits Veränderungen feststellen. Deshalb ist es sicher gut so, dass die Zufahrt sehr begrenzt ist.
      Nick und eine Freundin (Melissa) haben jetzt Sun Mesa Journeys ins Leben gerufen. Dort kann man individuelle Route 66 Tours buchen, mit den beiden als Guides. sunmesajourneys.com/
      Inklusive des Trading Posts. Vielleicht ist das für den ein oder anderen interessant.

      Ina wrote:

      Fantastische Bilder heute

      Danke, Ina. :)

      Ina wrote:

      Vieles kenne ich vom Vorbeifahren :schaem: ,

      aber diese übertriebene Dinoshow ist jetzt auch nicht so unseres
      Kennen sicher die meisten, allein schon wegen der Nähe des Petrified Forest. Das mit den Dinos war halt mal so ne Welle, auf die die Indian Trading Posts "aufgesprungen" sind. Die Dinger steh'n da halt noch rum. Aber irgendwie gehören sie ja auch zum Bild und zur Geschichte der 66 in diesem Teil Arizonas.

      Ina wrote:

      Die Videos ziehe ich mir morgen rein, heute bin ich zu müde

      Alle drei Videos sind wirklich sehenswert, weil sie ziemlich tief in die Geschichte der darin vorgestellten Orte "eintauchen". "Missouri Maze" und "Exit Zero" heißen die beiden anderen. More to come.

    • Holbrook - Wild Wild West At 66







      Der Verlauf der Route 66 durch Holbrook ist leicht zu finden. Vom Exit 289 verläuft sie als BL40 bzw. Navajo Boulevard in südwestlicher Richtung und passiert dabei zuerst den neueren, moderneren Teil der Stadt. Scotty & Son Auto Repair ist ist hübsch aufgemacht, Murals inklusive. Sieht gar nicht, wie eine Reparaturwerkstatt aus ... Abby‘ s Gas Mart hat schon bessere Zeiten gesehen, aber bei Elsa kann man sich wohl noch die Haare schneiden lassen. Hinterm Zaun eine Tankstellenruine, von der die letzten Farbreste abblättern.


















      Wer gerne ein bisschen Wildwest-Saloon Atmosphäre schnuppern möchte, der kann ja mal im Empty Pockets Saloon hier am Navajo Boulevard vorbei schauen. The coldest draft beer in Holbrook . Ob man danach mit leeren Taschen die Szene verlässt? Alternativ gibt‘s Italienisches im Mesa Restaurant.








      Ein paar Motels aus alten Zeiten (Sandman, Sahara) versuchen vergeblich gegen die Konkurrenz der Motelketten, die hier vollständig vertreten sind, zu bestehen. Wer Hotelpunkte sammeln will, findet hier das komplette Angebot. Wobei man als Route 66 Interessierter anderswo in Holbrook übernachten sollte. Dazu gibt es zwei empfehlenswerte Möglichkeiten, die beide ihren Charme haben.








      Am bekanntesten unter 66 Roadies ist sicher das Wigwam Motel. Have you slept in a Wigwam lately? Die originelle Frage ziert das in grünen Lettern gehaltene, sehr auffällige Neonschild des Motels. Zwei dieser Wigwam Motels gibt es noch an der Route 66, das andere befindet sich in Rialto, San Bernardino. Insgesamt werden sieben Wigwam Villages zwischen 1933 und 1950 in den USA erbaut, fünf davon sind längst wieder geschlossen. Ihr Erfinder, Frank A. Redford hat das Konzept im Jahr 1935 sogar zum Patent angemeldet.






      Die beiden noch existierenden 66 Wigwams finden als Cozy Cone Motels Eingang in den schon oft erwähnten Disney/Pixar Route 66 Animationsfilm Cars. Das Wigwam in Holbrook befindet sich seit seiner Errichtung im Jahr 1950 im Besitz der Familie Lewis. Chester E. Lewis konstruiert das Motel nach Originalplänen und unter der Lizenz von Frank A. Redford und eröffnet es im Mai 1950. Sleeping in a Wigwam ist sehr beliebt unter den Route 66 Reisenden, deshalb empfiehlt es sich, rechtzeitig zu buchen. Das Motel hat eine Website mit den Kontaktdaten. Wer es nicht geschafft hat, ein Zimmer zu bekommen, sollte sich nicht scheuen, das Gelände in Ruhe und am besten mit einer Kamera bewaffnet, zu inspizieren. Vor jedem Wigwam steht ein Autoklassiker. Zwei weitere haben ihren Platz an der Motelauffahrt.








      Gleich schräg gegenüber findet ihr die Übernachtungsalternative. Die Globetrotter Lodge. Zu diesem Motel gibt es hier im Forum diesen Thread: Klick oder unseren Erfahrungsbericht im Blog: Klick















      Peter Hoeller und seine Familie bauen das Motel nach und nach und Zimmer für Zimmer wieder auf. Mehr dazu findet ihr unter den angegebenen Links.

      Zurück zum Verlauf der 66 durch die Stadt: Wir folgen dem Navajo Boulevard und queren kurz vor Downtown die I-40. Jetzt befinden wir uns im älteren Teil Holbrooks. Weiter geradeaus bis zur Abzweigung West Hopi Drive. Hier rechts abbiegen. Nach einigen hundert Metern erreichen wir die beiden oben erwähnten Motels. Der Route 66 verlässt die Stadt als Hopi Drive in westlicher Richtung und erreicht am Exit 285 wieder die Interstate.

      Aber noch sind wir nicht fertig mit Holbrook. Es gibt noch einiges zu sehen in dieser Stadt, deren Geschichte manch blutgetränkte Episode aufzuweisen hat.
      Los ging‘s in Holbrook, wie fast immer im Wilden Westen, mit dem Bau der Eisenbahn. Wir schreiben das Jahr 1881, als die Atlantic and Pacific Railroad ihre Schienen durch diese Gegend verlegt. Chefingenieur ist ein gewisser H.R. Holbrook, nach dem die Siedlung benannt wird. Es entwickelt sich eine der typischen Wildwest Städte. Eisenbahnarbeiter, Viehzüchter, Cowboys, Painted Ladies ... ein gefährliches Gebräu, das prompt zum totalen, gesetzlosen Chaos führt. Einer der vielen Saloons nennt sich bezeichnenderweise A Bucket of Blood. Trotzdem entwickelt sich die Stadt, dank der Eisenbahn, zu einem Handelszentrum für Vieh und Schafwolle. Schon 1884 erscheint mit der Holbrook Times die erste Zeitung. Das Unglück beginnt mit dem Erscheinen der Aztec Land and Cattle Company, damals die drittgrößte Viehhandelsgesellschaft des Landes. Besser bekannt wird sie unter dem Namen Hashknife Outfit weil deren Markenzeichen einem Hashknife ähnelt. Das ist ein spezielles Messer, das von den Köchen der Planwagenkarawanen gern benutzt wird. Die Gesellschaft beschäftigt hunderte von Cowboys, fast alle ehemalige Outlaws, die ihrem schlechten Ruf auch in Holbrook mehr als gerecht werden. Überfälle auf Postkutschen und Züge sind an der Tagesordnung. Schießereien jede Menge, allein 1886 lassen 26 Schießwütige ihr Leben in Holbrooks Straßen. Bei einer Einwohnerzahl von knapp 250! Die Cowboys der Hashknives gegen die kleinen Rancher - so ist die Ausgangslage. Das Ganze setzt sich weiter fort und es dauert noch viele Jahre, bis in Holbrook Ruhe einkehrt. 1895 wird die Stadt sogar County Seat, drei Jahre später wird das Courthouse erbaut, das heute das Visitor Center und ein Museum beherbergt. Erst als die Route 66 ihren Weg durch Holbrook findet, beruhigt sich das Leben.

      In den 1950er Jahren trägt der Tourismus zu besserem Leben in Holbrook bei. Trading Posts, Motels, Tankstellen, das bekannte Gemisch aus Route 66 Betrieben entsteht auch in der ehemals so wilden Westernstadt. Heute leben etwa 5000 Menschen hier. Und auch heute noch ist Holbrook für viele USA Reisende Ausgangspunkt zu den Schönheiten des Westens. Vor allem natürlich zum nahe gelegenen Petrified Forest National Park.

      Zurück also in die Gegenwart. Zurück zum West Hopi Drive in Holbrook. Hier hat die Route 66 einiges zu bieten. Wer sich die Zeit nimmt, das Stück Straße in ein paar mal auf und ab zu fahren, dem begegnen einige schöne Motelneons (Holbrook Inn, Desert Inn, Roseway Inn und Plainsman Restaurant), dazu weitere kleine Route 66 Businesses in Form von Auto & Tire Shops (selbst Volkswagen ist vertreten :MG: ), Barber Shops, Murals, (nahe Romo‘s Restaurant und bei Joe & Aggie‘s Cafe). Am besten, man erkundet die Stadt in langsamer Fahrt und mit offenen Augen... oder zu Fuß, wenn man die Zeit dazu hat.



































      Danach empfehlen wir eine kleine Stärkung in Joe & Aggie‘s Cafe, einem Landmark an der 66. Die Atmosphäre könnte man als urig bezeichnen, viel dürfte sich nicht verändert haben seit den alten 66 Zeiten. Das Essen ist gut, die Bedienung sehr nett, und die Einheimischen sind ebenfalls zugegen. Das Café geht auf das Jahr 1943 zurück, als es von Jesus „Joe“ Montano und dessen Ehefrau Augustina, Aggie, ins Leben gerufen wird. Es wird sehr schnell zum Renner wegen des guten mexikanischen Essens. Seitdem ist es im Besitz der Familie, Tochter Alice und ihr Mann Stanley übernehmen das Ruder. Alice stirbt im Jahr 2012, seitdem kümmern sich ihre Kinder Steven, Kim, Troy und Sharlene um das Geschäft. Ein Auszug aus dem Nachruf auf Alice: She was a woman who loved to spend time at the casino, the beauty shop, and knocking down pins at the bowling alley. She was a very good dancer and enjoyed dancing with her husband. She loved everyone and everyone loved her.“









      Wenn es dunkel wird in Holbrook steuern wir noch einmal das Wigwam Motel an. Nachtaufnahmen dort machen sich ganz gut. Und gegenüber liegt eh unser Übernachtungsdomizil, die Globetrotter Lodge.





      The post was edited 4 times, last by Ellen & Udo ().

    • Holbrook hat mir auch als Route 66 Stadt gefallen. Sehr schöne Bilder habt Ihr vorgestellt. Ich habe bei meinem letzten Besuch in Holbrook im Route 66 Motel übernachtet. Ich nehme an, dass da auch noch Bilder von Euch kommen werden. Mir gefällt, dass es so viele Route 66 Motels gibt, also ich meine mit dem Namen, daher habe ich dort übernachtet. Tue ich auch gerne im Route 66 Motel in Kingman. :gg:

      Gruß aus München

      Rainer

    • Ellen und Udo,
      ich schreibe hier nicht oft aber ich bin immer dabei ;;NiCKi;:
      Es ist der helle Wahnsinn, was Ihr alles an Stories zu berichten habt :clab: :clab: :clab:
      Wieviel Zeit habt Ihr in Recherche und Vorbereitung reingesteckt?

      Ich bin total begeistert :!!
      Liebe Grüße
      Silke

      Westernlady's World
    • Ina wrote:

      Schön habt ihr Holbrook vorgestellt

      Vielen Dank, Ina.


      Ina wrote:

      diesmal haben wir auch das eine oder andere Foto

      Ja klar - wir kommen ja auch langsam ins "Forum-Einzugsgebiet" ;)


      raigro wrote:

      Holbrook hat mir auch als Route 66 Stadt gefallen. Sehr schöne Bilder habt Ihr vorgestellt. Ich habe bei meinem letzten Besuch in Holbrook im Route 66 Motel übernachtet. Ich nehme an, dass da auch noch Bilder von Euch kommen werden. Mir gefällt, dass es so viele Route 66 Motels gibt, also ich meine mit dem Namen, daher habe ich dort übernachtet. Tue ich auch gerne im Route 66 Motel in Kingman.

      Danke Rainer. Auch für das Foto vom Route 66 Motel, das uns glatt "entgangen" ist. Wir waren dort tagsüber unterwegs und da ist es irgendwie nicht so "aufgefallen". Die Nachtaufnahme macht sehr viel mehr her. Beim nächsten Mal geht uns das nicht durch die Lappen. :)

      Westernlady wrote:

      ich schreibe hier nicht oft aber ich bin immer dabei

      Das freut uns natürlich :)

      Westernlady wrote:

      Es ist der helle Wahnsinn, was Ihr alles an Stories zu berichten habt

      Es gibt ja auch unzählige Geschichten entlang der 66. Und jedesmal irgend was Neues.

      Westernlady wrote:

      Wieviel Zeit habt Ihr in Recherche und Vorbereitung reingesteckt?

      Oooooch... da geht natürlich so manches Stündchen drauf. Fotos aussuchen, bearbeiten, die Recherche, das Schreiben etc. etc. Aber es macht ja auch Spaß und es soll am Ende eine möglichst vollständige Beschreibung der Route 66 sein. Wobei sicher immer wieder Ergänzungen dazu kommen werden.


      Westernlady wrote:

      Ich bin total begeistert
      :) :) :)
    • Ellen & Udo wrote:


      Danke Rainer. Auch für das Foto vom Route 66 Motel, das uns glatt "entgangen" ist. Wir waren dort tagsüber unterwegs und da ist es irgendwie nicht so "aufgefallen". Die Nachtaufnahme macht sehr viel mehr her. Beim nächsten Mal geht uns das nicht durch die Lappen.

      Freut mich, dass ich den Route 66 Profis auch mal helfen konnte ;ws108;
      Gruß aus München

      Rainer

    • Geronimo Trading Post, Joseph City, Jack Rabbit Trading Post

      Geronimo Trading Post, Joseph City, Jack Rabbit Trading Post - More Indian Businesses On Route 66


      Weiter geht‘s auf unserer Reise Richtung Westen. Am Ortsausgang von Holbrook müssen wir am Exit 285 für ein paar Meilen wieder auf die Interstate. Wer möchte, kann sich fünf Meilen später einen weiteren Indian Trading Post zu Gemüte führen. Es wird nicht der letzte sein. Rechter Hand tauchen die Teepees des Geronimo Trading Post auf. Die Indianer handeln hier hauptsächlich mit Petrified Wood und profitieren natürlich davon, dass man im Nationalpark auf keinen Fall was mitnehmen darf. Das weiß jeder, aber viele möchten ja so ein Stück als Souvenir mit nach Hause schleppen. Bei Geronimo wird man fündig, aber natürlich auch bei allen anderen TPs in dieser Gegend. Geronimo präsentiert stolz den World Largest Petrified Tree, der dort auf dem Parkplatz rumsteht. Nun ja, das mag stimmen, die World besteht in Amerika ja nur aus den USA. In Thailand soll es größere Teile dieser Art geben.




      Es wird auch berichtet, dass Geronimo teuer und unfreundlich sei. Der auf dem Teepee guckt auch schon so ... Ob das wirklich stimmt, wissen wir nicht, wir haben uns auf das Fotografieren außerhalb beschränkt.










      Zurück auf der I-40 fahren wir weiter bis zum Exit 277, wo wir am Ende der Ramp rechts auf die BL40 abbiegen, die im Bogen um Love‘s Travel Stop herum geradewegs nach Joseph City hinein führt.




      Der Ort ist eine Gründung der Mormonen, die 1876 ihre Zelte hier am Little Colorado River aufschlagen. Sie haben es nicht leicht damals in den Pionierzeiten, denn sie müssen Dämme bauen, um ihre Felder vor den Fluten des Flusses zu schützen. Haben sie auch getan. Aber genutzt hat‘s nix. Der kleine Colorado hat die Bauwerke regelmäßig wieder weggeschwemmt. Nicht einmal, nicht zweimal, nicht dreimal ... nein, ganze 14 Mal müssen die wackeren Siedler ihre Dämme erneuern. Es gelingt im Jahr 1939. Endlich möchte man sagen. Sonst war nicht viel los in Joseph City, das früher mal Allen‘s Camp hieß. Trotzdem sollte man ruhig mal anhalten oder schön langsam über die 66 durch den Ort fahren. Trader Joe‘s hat ein 66 Mural an der Wand, eine alte Garage, wo man sich dereinst um Windschutzscheiben, Kühler und Bremsen kümmerte und der Dreamcatcher RV Park, wo man für 15$ mit seinem Freizeitvehikel übernachten kann. Das ist es dann auch schon. Ein Post Office gibt‘s natürlich. Da haben wir Briefmarken gekauft und der Postmeister gab Tipps für die Umgebung.
















      Bevor wir Joseph City verlassen, machen wir noch einen kleinen Abstecher auf ein altes Route 66 Alignment, das sich nach gut zwei Meilen als Dead End entpuppt. An diesem Stück finden sich die Reste von zwei weiteren Trading Posts, denen mit dem Bau der Interstate ihre Geschäftsgrundlage entzogen worden ist. Wir nehmen also noch nicht die Auffahrt auf die I-40 am Exit 274, sondern bleiben auf der Main Street.




      Schon nach ein paar Metern erreichen wir rechter Hand ein weißes Gebäude mit einem Teepee davor. Das ist der ehemalige Hopi Village, Howdy Hanks and Sitting Bull‘s Indian Store. Ein gewaltiger Name für das einfache Gebäude mit den verwitterten Mauern, deren Putz mehr und mehr gen Boden sinkt. Die Garagentore und das alte Schild davor zeugen davon, dass hier auch repariert worden ist, insbesondere Horse Trailer. Fischereibedarf und lebende Tiere waren genauso im Angebot, wie Heu und Medizin. Für jeden etwas also. Howdy Hanks - die roten, verblassten Lettern sind gerade noch so zu erkennen. Ein trauriger Cowboy mit großen Ohren steht auf dem Balkon und streckt uns seinen Teller entgegen. Was immer das einstmals bedeuten sollte. Davor das erwähnte Teepee, komplett mit Kokopelli und Pferd auf der Spitze.









      Ella‘s Frontier ein paar Meter die Straße hinunter sieht tatsächlich aus wie ein Western-Blockhaus, nur stört der Kasten der Klimaanlage auf dem Dach. Hierbei soll es sich um einen der ältesten Trading Posts an der 66 handeln, der früher unter den Namen San Diego Rawson‘s Frontier Days Trading Post fungierte. Gleich daneben ein verrostetes Schild, das einen Red Arrow Campground - scheint eine Kette gewesen zu sein - der potentiellen Kundschaft näher bringen sollte.









      Mehr gibt es auf diesem Stück nicht zu sehen, trotzdem sollte man es nicht auslassen, es kostet nur ein paar Minuten Zeit.







      Am Ende der Straße machen wir einen U-Turn - und steuern wieder den Exit 274 an, wo wir uns aber NICHT auf die Interstate begeben, sondern dieselbe überqueren und dann links auf die South Frontage Road einschwenken. Die Straße ist a bit rough, aber das soll uns mal nichts ausmachen. Wir rumpeln jetzt dem Jack Rabbit Trading Post entgegen. Noch einer, werdet ihr sagen. Yep, noch einer. Und einer von den sehr bekannten.










      HERE IT IS verkünden etliche Billboards entlang der Straße und entlang der Interstate, die, ein paar Meter entfernt nur, genau parallel zur alten Mother Road vorbei donnert. Die Billboards haben eine gewisse Berühmtheit erlangt, damals zur den Glanzzeiten der 66. Der dicke Hase oder besser das dicke Kaninchen plus die Minihasen obendrauf sind bei mitfahrenden Kindern sehr beliebt, die natürlich dafür sorgen, dass der Papa den Wagen auf den Parkplatz des Trading Post lenkt, denn hier kann man auch noch auf einer übergroßen Kaninchenstatue reiten. Ride the Rabbit - this Exit.












      Dieser Trading Post hat eine recht nette und illustre Geschichte. James Taylor, der damals in Joseph City zu Hause ist, baut das Ding im Jahr 1949. Ursprünglich diente das Gebäude als Schlangenfarm. Die Biester sind Taylor natürlich eher ein Dorn im Auge und er setzt sie kurzerhand in der Gegend aus. Nicht jeder Anwohner ist begeistert, erhöht die Aktion die Wahrscheinlichkeit einer unangenehmen Begegnung mit Klapperschlange und Co. doch erheblich. Schein aber gut gegangen zu sein, jedenfalls ist nichts von einer erhöhten Zahl an Bissopfern überliefert. Wie Taylor auf die Hasen gekommen ist, wissen wir nicht. Jedenfalls macht er die Rabbits zum Markenzeichen seines Geschäfts. Er bringt 30 davon an der Dachrinne des Ladens an, malt ein riesiges Kaninchen auf die Mauer und installiert ein größeres Exemplar mit gelben Augen gleich hinter der Eingangstür. Hunderte von Kinderfotos mit Rabbit werden geschossen, der Laden brummt. Trotzdem ist die Konkurrenz spürbar, Geronimo ein paar Meilen weiter, auch Holbrook und Winslow liegen ja gleich um die Ecke. Taylor lässt sich was einfallen, um seinen Hasenladen noch bekannter zu machen. Zusammen mit seinem Freund Wayne Troutner, der in Winslow den For Men Only Store besitzt, macht er sich auf den Weg gen Osten - immer auf der 66 natürlich. Sie haben jede Menge Holz im Gepäck bzw. auf dem Truck und pflastern den Highway mit Jack Rabbit und Men Only Billboards. Bis nach Springfield in Missouri führt sie die Expedition, mehr als 1000 Meilen all the way. So kommt es, dass der umworbene Tourist seit den 1950er Jahren zwischen Springfield und Winslow in regelmäßigen Abständen an die sensationellen, in ein paar hundert oder ein paar dutzend Meilen Entfernung liegenden Läden - kommt ja immer drauf an - erinnert wird. Dazu dienen als Markenzeichen dem einen ein kurvenreiches Cowgirl (Troutner) und dem anderen ein dicker Hase (Taylor). Der Clou sind dann die HERE IT IS Schilder, die dem vom Kindergequengel leicht oder schwer gestressten Automobilisten endlich die Erlösung verkünden. James Taylor behält sein Geschäft bis 1961, vermietet es dann an Glen Blansett, der es sechs Jahre später käuflich erwirbt. Seitdem ist es im Besitz der Blansett Familie. Allerdings war es jedes mal geschlossen, wenn wir dort waren, so dass wir nicht ganz sicher sind, ob der Trading Post noch regelmäßig in business ist. Die Hasen auf dem Dach sind längst verschwunden, aber das Riesenvieh am Parkplatz ist für die Kids wohl immer noch ein must ride.
















      Eine verlassene Tankstelle mit Zapfsäulen aus den 1970er Jahren ziert die 66 ein paar Meter hinter Jackrabbit (es gibt sogar ein grünes Ortsschild mit diesem Namen, wobei Jackrabbit in EINEM Wort geschrieben ist). Und dann müssen wir wieder auf die Interstate, die 66 mündet einmal mehr als Sackgasse. Also rauf auf die I-40 West - am Exit 269 - und weiter nach Winslow, wo wir NICHT NUR an einer Ecke rumstehen werden.


      The post was edited 3 times, last by Ellen & Udo ().

    • Ellen & Udo wrote:

      die natürlich dafür sorgen, dass der Papa den Wagen auf den Parkplatz des Trading Posts lenkt, denn hier kann man auch noch auf einer übergroßen Kaninchenstatue reiten. „Ride the Rabbit“ - this Exit“.

      Ellen & Udo wrote:

      Ursprünglich diente das Gebäude als Schlangenfarm. Die Biester sind Taylor natürlich eher ein Dorn im Auge und er setzt sie kurzerhand in der Gegend aus. Nicht jeder Anwohner ist begeistert, erhöht die Aktion die Wahrscheinlichkeit einer unangenehmen Begegnung mit Klapperschlange und Co. doch erheblich.

      ;haha_

      die Geschichte ist herrlich :!!

      Endlich weiß ich auch, was es mit Jackrabbit auf sich hat. Wir haben schon 2x darüber gegrübelt.

      Heuer fiel unser gewollter Abstecher leider dem Autowechsel zum Opfer :wut1: :wut1: :traen:
      liebe Grüße

      Ina

    • Winslow - Standin' On A Corner And First Class Accomodation

      In Winslow, Arizona an einer bestimmten Ecke herum zu stehen, hat inzwischen Tradition. Jeder, der die Stadt besucht, tut das. Nicht nur eingefleischte Route 66 Fans. Werden wir auch tun, aber noch sind wir nicht dort angekommen. Also der Reihe nach. Wir haben Jackrabbit kennen gelernt und die Geschichte der HERE IT IS Schilder. Also wenden wir uns jetzt wieder nach Westen, ein kleines Stück nur bis zum Exit 264, wo wir die Interstate unterqueren und auf der anderen Seite auffahren. Bis zum Exit 257 bleiben wir der I-40 treu. Hier geht‘s dann rechts raus Richtung Highway 87. Die Rampe kreuzt die BL40. dort links abbiegen, über die Interstate hinweg und dann dem Linksknick folgen. Wir sind wieder auf der Historic Route 66, die auch hier ausgeschildert ist. Gleichzeitig ist es die AZ87.

      Und auch hier wieder bunte Teepees auf der rechten Seite. Navajo & Hopi Arts & Crafts - ein weiterer Trading Post. Wer überall was mitgenommen hat, wird reichlich Übergepäck zahlen müssen.









      Wir überqueren den Little Colorado. Kurz danach wird die Straße vierspurig. Wer sich orientieren möchte, kann linker Hand auf das Rest Area einbiegen. Dort steht eine große Tafel mit Stadtplan und einer Liste der must see in Winslow und Umgebung. Nicht alles davon ist wirklich interessant, wobei wir ja hauptsächlich die Route 66 und deren Verlauf durch Winslow im Auge haben. Für Freunde alter Indianerkulturen ist es übrigens nicht weit bis zum Homolovi State Park. Dort gibt es ein paar Hopi Ruinen zu sehen. Der Park ist seit 1993 geöffnet und sicher sehenswert. Homolovi ist Hopi-Sprache und bedeutet Ort mit kleinen Hügeln.








      Die 66 umschließt den Stadtkern von Winslow als Einbahnstraßen, so dass man auf der einen Seite herunter und auf der anderen Seite wieder hinauf fahren kann. Eine gute Möglichkeit, die kleinen Feinheiten an der Straße zu entdecken. Winslow hat einige Route 66 Motels in unterschiedlichem Zustand zu bieten. Einige sind noch in Betrieb, andere bestehen nur noch als langsam verfallende Ruine. Im Desert Sun, das wir gerade auf der rechten Seite erblicken, kann man noch nächtigen, gegenüber im Motel ... - der Name im oberen Neon ist dem Zahn der Zeit zum Opfer gefallen - sind diese Zeiten längst vorbei. Ein Stück weiter auf der rechten Seite erwartet uns Earl‘s Motor Court mit einem recht neuen und originellen Neon: Sleeping on the Corner in Winslow, Arizona. Warum nicht? Man muss sich was einfallen lassen. Auch das Delta Motel macht einen ordentlichen Eindruck und empfiehlt sich als Übernachtungsmöglichkeit.


















      Da die Geschwindigkeit auf 25 mph beschränkt ist, kann man das alles auf sich wirken lassen. Das Westener Motel, Swap Meet Historic 66, eine ehemalige Whiting Brothers Tankstelle, Moore‘s Pawn, Randie‘s Auto Repair, die Ruine des Budget Motels, mit dem Falcon Restaurant gleich dahinter, Hillside Taco Stand, Joe‘s Cafe, etc. etc. - eine bunte Reihe von mehr oder weniger erhaltenen Route 66 Remains. Natürlich gibt es auch moderne Motels, wie das Winslow Inn oder das 10 Motel gleich daneben.
































      Nach ein paar Minuten haben wir das Y erreicht - das ist die Stelle, wo die Einbahnstraßen wieder zusammen treffen - dort kann man umdrehen und auf der anderen Seite zurück fahren. Noch fehlen uns ja die beiden Hauptattraktionen in Winslow.

      Vorher ein bisschen Geschichte; wir drehen an der Zeituhr bis wir im Jahr 1880 landen. Wieder ist die Eisenbahn für die Entstehung einer Stadt verantwortlich. Die Santa Fe Railroad erreicht diese Gegend, zwei Jahre später stehen die ersten Gebäude inklusive Post Office - dem wichtigsten Bestandteil einer damaligen Siedlung. Benannt wird die Stadt nach General Edward F. Winslow, dem Chef der Santa Fe Railroad Company. In den späten 1880er Jahren beginnt John Lorenzo Hubbell damit, überall in Arizona und New Mexico Handelsposten zu eröffnen. Noch heute ist der Hubbell Trading Post in Ganado - knappe hundert Meilen nordwestlich von hier - ein Historic Site, das von vielen Südwest-Reisenden besucht wird. Sicher waren fast alle hier im Forum schon einmal dort. Besagter Hubbell baut sein Imperium immer weiter aus, Farmen in Gallup oder Farmington, New Mexico gehören genauso dazu, wie Souvenirshops in Kalifornien. Noch heute existiert sein Stammhaus in Winslow. Es beherbergt inzwischen das Winslow Visitor Center (W2nd St.).

      Im Jahr 1930 entsteht ein weiteres Landmark in Winslow: Das letzte in der Reihe der Harvey House Hotels: La Posada. Die Geschichte der Harvey Houses, der Harvey Girls und der zugehörigen Travel Company ist lang - darüber kann man Bücher schreiben. Also lassen wir das hier mal sein. Aber das La Posada ist unbedingt einen Besuch wert - oder eine Übernachtung - das lohnt sich wirklich! Zurück in die Geschichte: Das Hotel übersteht die schwere Zeit der Great Depression anfangs der 1930er Jahre. Die Eisenbahnreisenden und die Route 66 Travellers halten es über Wasser. Weitere Betriebe entstehen, die sich in den folgenden Jahren u.a. auch um die aus ihrer Heimat geflohenen Okies kümmern. Die in früheren Kapiteln schon erwähnte Dust Bowl Katastrophe treibt die Menschen nach Westen - ebenfalls eine eigene Geschichte. Zur Erinnerung: John Steinbecks Früchte des Zorns!







      Bis ins Jahr 1957 überlebt das La Posada. Dann wird es geschlossen, denn zu diesem Zeitpunkt gibt es kaum noch Eisenbahnverkehr durch die Stadt. Das Mobiliar wird versteigert, im Gebäude entstehen Büros der Eisenbahngesellschaft, die immer noch vor Ort ist. In den 1970ern wird die Stadt von der Interstate umfahren - erleidet also das gleiche Schicksal, wie so viele andere Orte an der 66.

      In diese Zeit übrigens fällt die Entstehung des Eagles Hits Take it easy, der bis heute so imposante Spuren in Winslow hinterlassen hat. Davon gleich mehr.






      Als die Eisenbahn Winslow endgültig verlässt, soll La Posada der Abrissbirne zum Opfer fallen. Dass das nicht geschieht, verdanken wir der Entschlossenheit der Bürger dieser Stadt und einem Mann namens Allan Affeldt. In einer gemeinsamen Anstrengung wird der gesamte historische Stadtkern restauriert. Um das Hotel kümmern sich die neuen Besitzer Allan Affeldt, der zwischendurch auch mal Bügermeister von Winslow war, und seine Frau, die Malerin Tina Mion. Sie haben ein echtes Schmuckstück daraus gemacht! Schon äußerlich wegen seiner Architektur und seiner Gärten ein wunderschöner Anblick, besticht La Posada durch seine Einrichtung im Innern. Das ganz im mexikanischen Stil gehaltene Gebäude vermittelt den Eindruck einer Kunstausstellung, ja eines Museums. Schuld daran ist Tina Mion, deren beeindruckende Werke im gesamten Hotel zu bewundern sind. Etwas makaber das monumentale Gemälde A New Years Party in Purgatory for Suicides ... in which Liberace makes a guest appearance down from heaven just for the hell of it. Die Gästeliste dieser Party besteht aus lauter Selbstmördern, mit Ausnahme des im Titel erwähnten Liberace. Mehr über Tina Mion hier: Klick







      Die weitere Ausstattung lässt keine Wünsche offen. Auch die Zimmer sind einfach nur wunderschön. Aber am besten, man schaut sich das alles selbst an. Man muss nicht dort übernachten - obwohl man es unbedingt tun sollte - man kann auch einfach nur rein gehen und sich alles ansehen. Selbst eine Partie Schach ist möglich, Nick und ich haben es ausprobiert. Die Preise halten sich übrigens durchaus im Rahmen. Zwischen 139 und 169 Dollar zahlt man pro Nacht. Vorherige Reservierung dringend empfohlen. Die Zimmer sind übrigens allesamt nach amerikanischen Berühmtheiten benannt. Von James Cagney über Shirley Temple und Frank Sinatra bis zu Harry Truman und Clark Gable sind alle vertreten. Schaut mal hier: La Posada. Ein Abendessen im Turquoise Room des Hotels ist ebenfalls ein Erlebnis.







      Womit wir das erste Highlight in Winslow geschafft haben. Fehlt noch das zweite. Wir können es vom La Posada bequem zu Fuß erreichen: Die Corner








      Standing on a corner in Winslow, Arizona - wohl die bekannteste Textzeile aus dem Song der Eagles. Take it easy, geschrieben im Jahre 1972 von Jackson Browne, dessen Bronzestatue heute die Corner in Winslow schmückt und Glenn Frey, dem Gründungsmitglied der Eagles. Glenn Frey starb am 18. Januar 2016 – er wurde 67 Jahre alt. Take it easy wurde zu einer Route 66 Hymne. Vergleichbar nur mit dem berühmten Get your kicks on Route 66. Doch es stammt aus einer anderen, viel späteren Zeit. Wenn man Route 66 Roadies fragt, welche Lieder sie mit der 66 verbinden, werden sie wohl alle genau diese beiden Songs als erste nennen. Get you kicks und Take it easy.









      Und alle sind sie schon dort gestanden, an der berühmten Straßenecke in der kleinen Stadt Winslow, die ohne diesen Song wohl kaum ihren heutigen Bekanntheitsgrad erreicht hätte. Die Stadtväter haben aber auch etwas dafür getan, indem sie der Corner aus dem Lied eine reale Gestalt gaben. Die Idee mit dem Standing on the Corner Park war Gold wert. Mehr als 100.000 sollen es sein, die jedes Jahr an dieser Ecke in Winslow anhalten und on the corner stehen. Es muss Millionen von Bildern, Selfies, Videos geben, produziert für die Freunde daheim, zur Erinnerung an einen USA-Urlaub oder einfach nur so. Weißt Du noch, als wir an der Corner standen?. Und so mancher hatte Take it easy im Auto dabei. Glenn Frey, Jackson Browne und die Eagles haben einen Riesenhit gelandet, der heute noch in aller Munde und in aller Ohren ist.

      Hier noch einmal: Take it Easy

      Seit 1999 steht sie also da, die Statue von Jackson Browne, von hunderttausend Touristenhänden schon ein wenig abgeschliffen – an der Schulter – aber auch das Mädchen im Ford fehlt nicht (It’s a girl, my Lord, in a flatbed Ford
s lowin‘ down to take a look at me) – als Mural im Hintergrund. Und davor steht der rote Pick-up zum Anfassen.

      Natürlich waren auch wir dort, auch wir haben Corner-Fotos – sie gehören einfach dazu. Ein Road Trip auf der Route 66 ohne Standin‘ on the Corner? Das geht gar nicht. Zuletzt mit unserem amerikanischen Freund Nick Gerlich, anlässlich unserer Route 66 Exkursion. Hier Fotos von unserem nächtlichen Besuch bei Jackson Browne. Nachts an der Corner - DIE Gelegenheit dort alleine herum zu stehen.








      Ellen hat das Ganze in Jumping on the corner abgewandelt. Geht natürlich auch ...





      Die Corner ist leicht zu finden. Ecke Kinsley und 2nd Street.

      Halt, eh wir‘s vergessen. Gleich neben der Corner kann man World`s Smallest Church bewundern. Ein kleines Mural über dem Eingang, dann gleich links. Ihr werdet freundlich empfangen. Ein Barber Shop gehört auch noch dazu. Und ein kleiner Spaziergang durch Downtown sollte auch nicht fehlen.

















      Wir wünschen viel Spaß in Winslow.

      The post was edited 4 times, last by Ellen & Udo ().

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