BC Sunshine Coast – Logbuch eines Segeltörns 2006

  • Wie es begann:


    Die Idee eines Segeltörns in kalten Gewässern, so dachten wir damals noch, wurde spontan am Ende einer Trans Canada Reise mit dem WoMo geboren. Wir das sind ich und die wohl beste Ehefrau der Welt. 2005 sind wir von Toronto über den TCH, den TransCanda Hwy. nach Vancouver gefahren, in nur 3 Wochen. In Vancouver angekommen steuerten wir den Campingplatz in Burnaby an, ruhig gelegen zwischen Bahnschienen und TCH :MG: , aber für einen Stadt Campingplätze wunderschön, denn die Plätze sind durch Hecken voneinander getrennt. Eine RV Waschmöglichkeit gibt es auch, Canadream möchte die RV’s ja auch außen besenrein zurück bekommen.


    Obwohl teurer, ist dieser Platz dem stadtnäheren unter der Lions Gate Bridge in West Vancouver vorzuziehen, denn Burnaby ist an dem SkyTrain angebunden. Mit ihm fährt man staufrei direkt in die City, mit Aussicht, der Nahverkehr von und zu http://www.keatscamps.com bleibt während der Rush Hour auf der Lions Gate Bridge stecken und zu Fuß muss man erst über die Brücke und dann durch den ganzen Stanley Park um die Stadt zu erreichen.
    In Waterfront Station steigt man dann direkt im Zentrum aus, nur wenige Schritte vom Hafen, Gastown, Stanley Park und Robsen St entfernt.
    Wir wandten uns nach Westen zum Stanley Park. Ich hatte den Hafen im Visier und die Totem Poles. An der Uferpromenade ging’s am Wasserflugzeug City Hafen vorbei Richtung Coal Hbr. Mit Kohle hat’s da nimmer zu tun, da liegt heutzutage eine Segelyacht neben der anderen. Wer Glück hat, kann auch Megayachten sehen. Am Ende vom Coal Hbr wehte eine uns bekannte Flagge im Wind und wir stolperten förmlich über die Preistafel. Sunsail! Sunsail hat eine Basis in Vancouver? Wussten wir nicht. Sunsail ist ein Yachtcharterer mit dem wir nur gute Erfahrungen gemacht hatten.


    Wir schwappten uns also die Preisliste und schlenderten weiter Richtung Stanley Park. Auf einmal sagte meine Frau: Was ist das denn hier hinten auf dem Deckplan der 37er? Wir schauten uns beide an und sagten: Ein Badezimmer! An Stelle eines der üblichen Duschklos (Heads) fehlte hinter (achtern) eine Kajüte und an deren Stelle war ein Badezimmer eingezeichnet. Wir drehten auf der Stelle um, das mussten wir uns näher ansehen. Wir hatten Glück oder auch nicht, denn wir hatten ja Juni, Vorsaison also, und das Boot, richtig nur eins, welches dem Deckplan entsprach lag am Kai. Nagelneu war es, 8 Monate alt und wirklich an Stelle der zweiten Achterkajüte hatte es ein Bad, also ein Head (WC) und daneben die Dusche mit einer Art Saunasitzbank.
    Der Salon war länger, dafür die Kajüte vorn kürzer. Endlich mal ein großer Pantry, obendrein in L-Form. Praktisch. Heizung war auch an Board. Wann wir denn fahren wollten, wurden wir gefragt? Monat Juni dachten wir uns. Dann bräuchte man keine Heizung. Die Sun Shine Coast heißt ja so, weil da die Sonne scheint und im Juni hat das Oberflächenwasser in den Inlets und der Strait of Georgia schon 19°und mehr, im Sommer können es in den Inlets bis 24° werden, weiter nördlich im Desolation Sound. Ungläubige Blicke unserseits. Das Wasser kommt nicht mit der kalten Alaskaströmung, die vor Vancouver Island fließt in Berührung, die Gezeiten sorgen auch für keinen nennenswerten Austausch, so das es sich richtig erwärmen kann.
    Und wie sieht es mit Revierinformation aus? Ist alles an Board, Seekarten, Führer, Gezeitentafel und Karten-GPS. Wow ein Karten GPS im DIN A5 Format. :EEK:
    Als wir die Basis kurz darauf verließen hatten wir die Yacht für Juni 2006 geblockt. Genauen Termin gibt es erst in 4 Wochen, ehr kann man keine Flüge soweit im Voraus buchen. das gabs noch nie, einen Urlaub im Urlaub buchen.


    Wir sehen uns also im Juni 2006, wer kommt mit?


    Index:


    03.06.2006 Ankunft in Vancouver
    03.06.2006 Fortsetzung
    04.06.2006 Vancouver
    05.06.2006 Gambier Island
    06.06.2006 Plumper Cove Marine Park
    07.06.2006 Plumper Cove Marine Park, Gibsons Landing
    08.06.2006 Secret Cove Marina
    09.06.2006 Secret Cove Marina
    10.06.2006 Pender Harbour
    11.06.2006 Pender Harbour
    12.06.2006 Pender Hbr – Nelson Island - Pender Hbr.
    13.06.2006 Pender Hbr zum letzten
    14.06.2006 Pender Hbr – Egmont und Skookumchuck Narrows
    15.06.2006 Egmont – Princess Louisa Inlet
    16.06.2006 Princess Louisa Inlet
    17.06.2006 Princess Louisa Inlet - Egmont
    18.06.2006 Egmont – Ballet Bay, Nelson Island
    19.06.2006 Ballet Bay, Nelson Island – Pender Hbr.
    20.06.2006 Pender Hbr. – Smuggler Cove
    21.06.2006 Smuggler Cove – Plumper Cove
    22.06.2006 Plumper Cove – Vancouver
    23.06.2006 Vancouver
    24.06.2006 Abreise


    Das Fazit

  • :gg: :!!


    Damit toppst Du Gerd!
    Gerd hat ja dieses Jahr, nur wenige Tage, nachdem er von seinem Trip im Mai wieder zurück war, gleich den nächsten Urlaub gebucht.


    Aber ne Buchung noch im Urlaub :EEK: :!!


    Ich bin gespannt!
    Diese Reiseform ist mir vollkommen unbekannt!


    Entsprechende Scheine etc. um so ein Ding zu steuern habt Ihr ja wohl schon gehabt?

  • Also ich bin auch dabei.


    Wir überlegen nämlich gerade, ob wir nächste Jahr Vancouver anfliegen.


    Und ein Segeltörn würde meinem Mann schon lange raushängen.


    Ich bin allerdings schon seekrank, wenn ich ein Schiff nur sehe.


    Hoffentlich geht´s bald los.

  • Quote

    Original von Westernlady
    Entsprechende Scheine etc. um so ein Ding zu steuern habt Ihr ja wohl schon gehabt?


    Die braucht man in Nordamerika aber nicht. Ein Vercharter bei Santa Barbara meinte mal: If you have enough money you can buy a big ship and kill yourself. :gg:
    Aber dennoch, ja ich hab diverse Bootsführerscheine und nie einen gebraucht, weil die im europäischen Ausland eh keiner sehen will.

  • 03.06.2006 Ankunft in Vancouver


    Morgens geht’s früh los zum Flughafen in Paderborn und über Frankfurt mit Lufthansa Nonstop nach Vancouver. Wenn mich jetzt jemand erwartet was es zu Essen gab muß ich passen, wir bekommen immer Fisch, so ist es bei meinen Daten hinterlegt. Die Fischvariationen sind etwas abwechslungsreicher als immer Chicken und Pasta.
    Zum restlichen Flug kann ich auch nichts beisteuern, als der Vogel abhebt liege ich schon im Schönheitsschlaf, wie immer. 4-6 Stunden schlafe ich immer am Stück, danach werde ich 45 Minuten Intervallen kurz wach. Nach Vancouver ist es ja die Flugzeit ca. 2 Stunden kürzer als an die Westküste der USA und so lande ich gut ausgeschlafen nach ca. 9 Stunden in Vancouver. Wie üblich springt wieder jeder auf, sobald der Vogel am Gate angekommen ist.
    Ich auch, aber nur um meine Kameratasche aus dem Gepäckfach zu grabschen, bevor jemand anders daran gefallen finden könnte. Dann döse ich noch eine Runde und warte bis die Meute abgezogen ist um ihr dann in aller Ruhe zu folgen. Immigration ist in Kanada ja nichts anders als in Frankfurt, außer das die Kanadier mehr lächeln. Pünktlich mit mit unseren Koffern erscheinen wir am Gepäckband und schnappen uns unsere beiden Koffer. Warum haben es die anderen bloß immer so eilig? Weiter geht’s zum AVIS Schalter um die Schlüssel für unseren Mietwagen in Empfang zu nehmen, der uns die nächsten 24 Stunden beim Einkaufen helfen soll. Der Weg vom Flughafen in die City ist in Vancouver bekanntlich kurz, 15km sind es bis zur Denman St am Coal Hbr. Die Fahrt geht über die Arthur Laing Bridge relative geradeaus bis zur W Georgia St, von der dann kurz vorm Stanley Park die Denman St abzweigt. Wir parken das Auto am dortigen Parkplatz und gehen mit unserem Gepäck die wenigen Meter bis zur ehemaligen Sunsail Basis. Richtig gelesen, ehemalige, denn im Oktober 2006 wurde diese geschlossen, wie wir zu unserem Leidwesen im Oktober 2006 erfahren mussten. Doch das ist eine andere Geschichte in einem anderen Reisebericht.
    Nach einem kurzen Hallo und Willkommen ging es dann gleich zu unserem, das Briefing sollte dann morgen stattfinden, wir sollten erstmal in Ruhe auspacken.


    Und da lag sie dann, unsere Traumyacht für die nächsten drei Wochen, die Vol au Vent.
    Nomen est Omen.






    Und schon mal ein bischen Vancouver:






    Downtown und Hafen von Vancouver mit der Lions Gate Bridge zum Stanley Park
    vom Lookout auf der Zufahrt zum Cypress Provincial Park, West Vancouver.




    Morgen gehts dann zum Provisioning und zum kleinen Hafenrundgang.
    Jetzt verstaut erst mal Eure Pisolotten und überlegt schon mal Eure Proviantliste.


    Während meine Frau den entgangenen Schlaf in der Sonne auf Deck nachholt, mach ich schnell schon mal die ersten Aufnahmen von Coal Hbr vom Boot aus.
    Gegen Abend geht’s dann zum Einkaufen zwei Blocks südlich mit dem Bollerwagen die es dafür für die Yachties gibt. Auf dem Weg zum Supermarkt kommen wir dann an zahlreichen Rent A Bike Shops vorbei. Gute Idee denken wir uns, man könnte ja morgen mit dem Radel um den Stanley Park fahren. Bei studieren der Preisliste kracht es hinter uns. Fahrrad gegen Auto. Wir beerdigen die Idee mit dem Radel und schieben weiter Richtung Supermarkt.
    An der Kreuzung W Georgia St/Denman St haben wir eigentlich jedes Jahr in Vancouver einen Unfall gesehen, bei der Rückgabe der Yacht krachte es dort wieder. Man sollte vielleicht nicht nur Urlaub Fahrrad fahren, Leute. Nicht das ein falscher Eindruck entsteht, es sind nicht die Einwohner Vancouvers die nicht Fahrrad fahren können, sondern die auswärtigen Touris. An der Uferpromenade zwischen Skytrain Station und Stanley Park herrscht reger Trimm Dich Verkehr, Skater, Biker, Jocker, Walker, alles vertreten. In der Mittagspause wird auch mal schnell einmal gejockt.
    Nun wir kommen wohlbehalten mit unser Erstaustattung an Proviant wieder bei unserem Boot an, verstauen alles. Zum Abendessen gibt’s Pasta mit Shrimps.

  • Also die Yacht sieht echt super aus.


    Und wie Silke beneide ich dich um deinen Schlaf im Flieger. Das kann ich ja mal überhaupt nicht. Bin immer ziemlich erledigt nach dem Flug


    LG
    Carmen



    Freue mich schon auf die Fahrt im Wasser, auch wenn ich eigentlich immer seekrank werde.
    Hab mir aber schon Tüten eingepackt. :gg: :gg:

  • Fortsetzung 03.06.2006
    Während meine Frau den entgangenen Schlaf in der Sonne auf Deck nachholt, mach ich schnell schon mal die ersten Aufnahmen von Coal Hbr vom Boot aus.
    Gegen Abend geht’s dann zum Einkaufen zwei Blocks südlich mit dem Bollerwagen die es dafür für die Yachties gibt. Auf dem Weg zum Supermarkt kommen wir dann an zahlreichen Rent A Bike Shops vorbei. Gute Idee denken wir uns, man könnte ja morgen mit dem Radel um den Stanley Park fahren. Bei studieren der Preisliste kracht es hinter uns. Fahrrad gegen Auto. Wir beerdigen die Idee mit dem Radel und schieben weiter Richtung Supermarkt.
    An der Kreuzung W Georgia St/Denman St haben wir eigentlich jedes Jahr in Vancouver einen Unfall gesehen, bei der Rückgabe der Yacht krachte es dort wieder. Man sollte vielleicht nicht nur Urlaub Fahrrad fahren, Leute. Nicht das ein falscher Eindruck entsteht, es sind nicht die Einwohner Vancouvers die nicht Fahrrad fahren können, sondern die auswärtigen Touris. An der Uferpromenade zwischen Skytrain Station und Stanley Park herrscht reger Trimm Dich Verkehr, Skater, Biker, Jocker, Walker, alles vertreten. In der Mittagspause wird auch mal schnell einmal gejockt.
    Nun wir kommen wohlbehalten mit unser Erstaustattung an Proviant wieder bei unserem Boot an, verstauen alles. Zum Abendessen gibt’s Pasta mit Shrimps.

  • 04.06.2006 Vancouver
    Wat ein Sch…wetter. Grau verhangen zeigt sich Vancouver am nächsten Morgen. (Herbie siehste Du, nicht nur blauer Himmel :D )



    Wir frühstücken und gehen dann zum Revierbriefing. Wir bekommen die Seekarten, die Revierführer und den aktuellen Gezeitenkalender, wat eine dicke Schwarte. Wir lernen das Point Atkinson für die nächsten Wochen unser Bezugspunkt seien wird, für die Wasserstände. Der Unterschied zwischen Ebbe und Flut beträgt ca. 4,60 – 5,00 Meter alle 12 Stunden. Moment haben wir nicht vier Gezeiten täglich? Ja richtig, aber jede zweite bringt nur einen Unterschied von ca. 0,60 – 1,00 Meter, je nach Ort. Anders gesprochen fährt man als täglich Fahrstuhl, 5 Meter rauf, 5 Meter runter. So ändert sich das Küstenbild, liegt man tief unten ist das ein ganz anderer Eindruck von der Umgebung. Beim Ankern also immer schön darauf achten, wie tief das Wasser ist, damit man nicht auf einmal auf dem Trocknen liegt. Es im Gegensatz zu anderen Charterrevieren keine Revierbegrenzung, also Gebiete wo man nicht hinfahren darf, ähnlich der unpaved Roads bei Mietwagen. Das ist erstaunlich, wenn man später sieht wo wir hin fahren, bzw. liegen.
    Eine weitere Besonderheit in diesem Gezeitenrevier sind die Narrows, die Meerengen an den fjordähnlichen Meeresarmen der kanadischen Westküste, hier Inlets genannt. Durch diese Narrows fließt dann ja auch der Gezeitenstrom, je enger das Narrow, um so größer die Strömung, was zur Folge hat, das man unter Segel, aber u.U. auch mit Motor da nicht durchkommt, zu jeder Tageszeit. Man kann daher nur zur Slack Tide dadurch, wann die ist, muss man im Tidenkalender bei der jeweiligen Narrow nachschlagen. Auch die maximale und minimale Strömungsgeschwindigkeit ist dort angegeben. Es existieren zwei Narrows mit hohen Geschwindigkeiten, doch dazu später. Die erste Narrow für uns ist die Hafenausfahrt von Vancouver worüber sich die Lions Gate Bridge (LGB) spannt und sie heißt auch so: First Narrow. Wo es first gibt, gibt es auch second, und über Second Narrow führt der TCH, bevor der 12 km weiter an der Horseshoe Bay endet.




    Wer mit dem Mietwagen von Norden kommend zur Rush Hour über die LGB nach Vancouver will, der sollte lieber den TCH über Second Narrows nehmen. Zur Rush Hour ist die gesamte Strecke der Auffahrtsrampen zur LGB bis zur o.a. Unfallkreuzung, ein einziger Stau.


    Nach dem Briefing laden wir unseren Mietwagen am Supermarkt noch mit Cola voll, ich trinke nichts anderes, verstauen sie an Bord und bringen dann den Mietwagen in Downtown Vancouver zu Avis zurück. Als wir auf der Straßen stehen regnet es. Hey, ich denke das ist die Sun Shine Coast? Mittagessen gibt’s dann am Footcourt in der Mall an der Skytrain Station. Als wir wieder rauskommen hats wenigstens aufgehört zu gallern. Zurück zum Boot geht’s via Promenade am Float Plane „Airport“ vorbei.



    Eine alte Beaver, das Arbeitstier (die sind alt, aus den 50zigern)







    Es gibt reichlich Leute, die mit diesen Wasserflugzeugen täglich zur Arbeit in die City fliegen, weil sie auf Vancouver Island leben! Das nötige Einkommen vorausgesetzt täglich 100 $ für die Flüge zu bezahlen.



    Am Boot angekommen klart der Himmel auf! Frau legt sich auf Deck, ich schnapp mir das Stativ und mach Aufnahmen von der City.









    Morgen laufen wir dann endlich aus, haltet die Tüten griffbereit. :D

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