Live - Wild East and Deep South

  • 16. August 2020 Von Fulda über Eisenach nach Dessau




    Eigentlich hatte ich vor den Ulsterradweg von gestern noch ein Stück weiter zu fahren, also von Geisa nach Phillipsthal, aber

    - dafür kommen wir viel zu spät los von Fulda

    - traue ich dem Wetter nicht


    So fahren wir heute also nur Auto und zwar die kürzeste Strecke, so dass wir auch bis Halle oder Zweifelsfall bis Leipzig kommen. Blöderweise habe ich die Radtour nicht exakt im Kopf und so fahren doch buchstäblich an einem Herrenhaus vorbei, das sich Schloss Buttlar nennt.:wut1:

    Erster Stopp auf dem Weg nach Halle ist dann der Ort Vacha. Wir parken innerhalb des Ortes und gehen die paar Schritte zur Burg Wendelstein und prompt ziehen die Wolke vor die Sonne. Ich mach das Sicherheitsfoto "Wir waren da" und gehen dann weiter zur Werra, wo sich schon seit 1000 Jahren eine Brücke über den Fluss spannt. Ich observiere den Himmel.


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    Und so fasse ich den Entschluss, das wir H2 sparen und den Wolken mehr Zeit zum Abzug einräumen, in dem wir zu Fuß nach Phillipsthal weitergehen. Über die alte Werrabrücke verlassen wir Thüringen und landen wieder in Hessen.


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    Schon 786 findet hier eine Furt urkundliche Erwähnung und schon damals verlief hier eine Grenze, nämlich die zwischen den Besitzung der Klöster Fulda und Hersfeld. 1186 findet dann schon der Ort Vacha urkundliche Erwähnung und auf der anderen Seite 1190 das hersfeldische Tochterkloster Kreuzberg, heute Philippsthal. Die ursprüngliche Brücke existierte wohl spätestens im 13. Jh. die die Werra, die hier eine Flussinsel bildete und daher mit zwei Brücken überquert wurde, die 1342 von einem Hochwasser zerstört und danach wieder aufgebaut wurden. Noch 1591 wird von einer zweiteiligen Brücke berichtet. Danach wurde bis 1603 auch das Stück zwischen den Brücken als Brücke ausgeführt, daher der Knick in der Brücke, den man heute noch zieht. Bis 1802 bestand die Brücke aus 17 Bögen mit einer Gesamtlänge von 225 Metern. Nach einer Generalreparatur zwischen 1802 - 1806 wurde die Anzahl auf die heutigen 14 Durchlässe geändert.


    Auf der anderen Seite der Brücke steht seit 1890 das Haus Hoßfeld


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    auf der Grenze zwischen Thüringen und Hessen. Es war eine Druckerei die zwischen 1893 bis 1941 die Rhönzeitung herausgab und überwiegend in Thüringen erschien. Als Firmensitz war Philippsthal-Vacha eingetragen, da Steuern im ehemaligen Preußen niedriger waren als in Thüringen. 1928 erfolgte der Anbau über die thüringische Grenze in dem dann die Druckmaschinen standen. Damit ging man Streitigkeiten mit thüringischen Druckereien aus dem Weg. Ein Zwölftel des Hauses stand nun auf thüringischen Gebiet.

    Ab 1951 schloß sich die Grenze mehr und mehr und so schaffte man in der Silvesternacht 1951/52 die Druckmaschinen wegen der drohenden Enteignung wieder in den Westteil des Hauses und mauerte die Verbindungstür in den Osten zu. Danach verbot die DDR das Betreten der östlichen Haushälfte, auch Reparaturen waren untersagt. Erst nach Abschluss des Grundlagenvertrages und einer gemeinsamen Grenzvermessung wurde mit Wirkung zum 01.01.1976 das thüringische Zwölftel wieder an Frau Hoßfeld zur Benutzung übergeben und seit dem 12. November 1989 um 8 Uhr fiel auch hier die "Mauer".


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    Wir wenden uns nach Westen und folgen den Radweg zum ehemaligen Kloster Kreuzberg, dem heutigen Schloss Phillipsthal. Zwischen 1685 und 1735 wurde hier auf Basis des hersfeldischen Klosters die barocke Residenz des Landgrafen von Hessen-Philippsthal errichtet. 1985 erwarb es die Stadt, sanierte es und seit dem ist dort die Stadtverwaltung eingezogen. Über unseren Köpfen sind derweil noch mehr Wolken am Himmel eingezogen. Das spekulieren auf sonniges Wetter scheint wohl in die Hose gegangen zu sein. :wut1: Frau B sucht noch die Keramikabteilung des Klostercafes auf, dann werfen wir noch ein Blick in die alte Klosterkirche.


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    Als wir wieder raus kommen, fängt es an zu tröpfeln. :wut1: Unter dem erst besten Baum stellen wir uns unter. Wie heißt es so schön, auf Regen folgt Sonnenschein und so geschah es auch. Die Alibifotos wurden entsorgt und ich knipste alles noch einmal.:ohje:


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    Wunderbar, Ziel erreicht. Zurück in Vacha war nun soviel Zeit vergangen, das das Burgmuseum inzwischen geöffnet hatte. Vorbei am Denkmal "25 Jahre Deutsche Einheit"


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    erreichten wir wieder die Burg. Ins museum an sich gingen wir nicht, wir wollten nur den Burgturm ersteigen.


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    Lange hielten wir uns dort oben nicht auf, denn wir trocken das Auto erreichen wollten, sollten wir uns tunlichst beeilen. Das gelang uns auch just in Time. Auf dem Weg Richtung Eisenach geschah es dann beinahe, das ich diesen Tag fast nicht mehr hätte schreiben können. Als wir das Gewitterschauer gerade verlassen hatten, raste ein Vollpfosten in einer Kurve direkt auf uns zu! Aquaplaning! Nach den Spurrillen bekamen seine Räder kurz Kontakt, ich gab Vollgas und so rauschte er knapp an uns vorbei..puh!;.puh!; Ob er rum kam weiß ich nicht, die Kurve versperrte jede Sicht.

    Kurze zeit später war ich dann nach 29 Jahren wieder in Eisenach, Frau B war in den 2000er noch mal dort. Die Sonne schien, wir hatten noch Zeit, also fuhren wir hoch zur Wartburg. Bei einer Ausbuchtung hielt ich an. Morgens hat's zwar besseres Licht, aber solange wollte ich nicht warten. :gg:


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    Oben war dann auch ein Parkplatz frei, an einem Sonntag nicht selbstverständlich. Auf dem Parkplatz dann ein wichtiges Hinweisschild: Der Bratwurstgrill.


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    Danach schleppten wir uns die restlichen Meter den Berg hoch. Für den Burghof muss man keinen Eintritt zahlen, ins Museum gingen wir nicht, sondern auch hier nur auf den Turm.


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    Seit 1067 steht hier oberhalb von Eisenach die Burg der Ludowinger, in der Junker Jörg aka Martin Luther in nur 11 Wochen das Neue Testament ins Deutsche übersetzte. Johann Wolfgang von Goethe war mehrfach hier. Das heutige Erscheinungsbild verdankt die Burg Großherzog Carl Alexander von Sachsen-Weimar-Eisenach , der die Burgruine ab 1838 im historisierenden Stil. Ludwig II. von Bayern nahm die Wartburg als Vorbild für sein im Allgäu gelegenes Schloss Neuschwanstein.


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    Ostseite


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    Das Burschenschaftsdenkmal


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    Westseite


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    Ostseite


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    Westseite


    Das war die Wartburg im Schnelldurchlauf, aber wir hatten ja noch ein Stück zu fahren. An Erfurt im Westen und Norden vorbei, erreichten wir schließlich um kurz vor 19 Uhr die H2 Tankstelle in Halle. Als ich dort ausstieg, hätte ich mir fast den Tod geholt, so kalt war es. 30° und keine Schwüle mehr, musste ich doch glatt mein Jäckchen anziehen. :gg: Gegenüber der Tanke ist ein Hyundai Händler und der hat auch einen Nexo Vorführwagen. :EEK:

    Nach 5 Minuten gings weiter und nach weiteren 45 Minuten konnten wir mit "Hallo Again" wieder in Dessau im gleichen Zimmer einchecken.:gg:

  • Vorbei am Denkmal "25 Jahre Deutsche Einheit"

    so ein grünes Männchen steht auch in Gateway Gardens am Frankfurter Flughafen.

    raste ein Vollpfosten in einer Kurve direkt auf uns zu! Aquaplaning! Nach den Spurrillen bekamen seine Räder kurz Kontakt, ich gab Vollgas und so rauschte er knapp an uns vorbei.

    :EEK: sowas sind immer Schreckmomente.

    aber solange wollte ich nicht warten. :gg:

    :Dnicht? Hätte ich dir auch noch zugetraut. :D

    Stil. Ludwig II. von Bayern nahm die Wartburg als Vorbild für sein im Allgäu gelegenes Schloss Neuschwanstein.

    Um das richtig gut zu sehen, muss man aber rein. ;):D

  • Dann gehen wir wieder zum Schloss und diesmal auch hinein.

    Ich gebe als Rezession bei Guugle ja meistens nur die Sternchen, das aber sehr häufig und schreibe keinen Text.

    Das sich jemand nur für die Sternchen bedankt, hatte ich noch nie. So geschehen heute von der Touri-Info in Schloss Köthen.:EEK:

  • Ich gebe als Rezession bei Guugle ja meistens nur die Sternchen, das aber sehr häufig und schreibe keinen Text.

    Das sich jemand nur für die Sternchen bedankt, hatte ich noch nie. So geschehen heute von der Touri-Info in Schloss Köthen.

    :!!

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