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29. Juni: Denver – Estes Park
Kurz nach 7 Uhr gehen wir heute Morgen zum Frühstück und lassen es uns schmecken. Bereits eine Stunde später verlassen wir das Hotel und fahren auf der Interstate 70 nach Westen. Es ist noch etwas bewölkt, aber wir sind zuversichtlich, dass es bald sonniger wird.
Nach Golden biegen wir ab nach Norden und fahren anschliessend durch den Coal Creek Canyon. Für die 90 Meilen bis nach Saint Catherines Chapel on the Rock brauchen wir fast 2 Stunden. Aber die Strecke gefällt uns sehr gut: Schöne Wälder, die Berge, kleine Gewässer und ab und zu eine nette Ortschaft begleiten uns
Direkt vom Hwy 7 aus kann man Saint Catherines Chapel on the Rock entdecken. Die hübsche Kapelle steht tatsächlich auf einem Felsen und gehört der katholischen Erzdiözese Denver.
Wir stellen den Wagen direkt am Highway in eine kleine Parkbucht und gelangen über einen kurzen Weg direkt zur Kapelle.
Sie bietet bei diesem Wetter ein wunderschönes Bild
Wir haben Glück und es befinden sich noch nicht allzu viele Menschen auf dem Gelände der öffentlich zugänglichen Kirche.
Innen besticht die Kapelle durch ihre Einfachheit und die Bauweise mit den rohen Steinen und der Holzdecke.
Draussen verkündet ein Schild, dass heute noch eine Hochzeit stattfinden wird. Gut, sind wir zeitig hier angekommen!
Inzwischen sind schon viel mehr Besucher eingetroffen. Von der Jesus-Skulptur auf dem hohen Felsen ein Foto hinzubekommen, ist deshalb etwas herausfordernd, weil natürlich immer wieder Leute herumklettern müssen
Noch ein letztes Bild und dann verlassen wir diesen schönen Ort.
Schon wenige Minuten später erreichen wir den Lily Lake, wo die Autos schon in langen Schlangen beidseits der Strasse geparkt sind. Ups, das wird vermutlich schwierig, hier noch einen Parkplatz zu bekommen
Doch wir haben Glück: rechterhand gibt es einen ziemlich grosszügigen Parkplatz, wo wir tatsächlich noch eine freie Lücke erwischen
Wir beschliessen, die einfache Runde um den See zu laufen.
Schön ist das hier! Das wissen natürlich auch unzählige andere Touristen
Aber es verteilt sich ziemlich gut und wir geniessen den Rundweg sehr. Wir finden sogar eine freie Bank, um ein wenig die schöne Kulisse zu bewundern.
Schon bald erreichen wir die andere Seeseite und nach einer guten Stunde sind wir wieder beim Wagen angelangt.
Der Lily Lake bietet sich definitiv für einen Stopp an, wenn man in den Rocky Mountain Nationalpark will
Eine Viertelstunde später erreichen wir Estes Park, wo wir uns bei Starbucks auf die winzige Terrasse setzen und Cappuccino und Lemon Cake geniessen.
Da es für die Unterkunft noch zu früh ist, beschliessen wir, direkt in den Park zu fahren. Die Fall River Rd führt uns nach knapp 5 Meilen zum National Park Gateway. Schon aus einiger Entfernung wundern wir uns, wieso die meisten Autos wieder umdrehen. Am Gateway angelangt, erfahren wir, dass auch wir nicht in den Park dürfen: Wir hätten ein Permit beantragen müssen! Was für eine Fehlplanung
Ich weiss ja, dass Yellowstone, Yosemite und auch der Arches NP mittlerweile ein Permit verlangen, dass der Rocky Mountain NP auch dazu gehört, war mir nicht bewusst. So ein Mist
Die Dame erklärt uns aber, dass wir ab 14 Uhr hineinfahren dürfen. Morgen früh müssen wir vor 9 Uhr hineinfahren, das geht auch.
So drehen wir ebenfalls um und fahren zum Visitor Center zurück. Es ist inzwischen nicht ganz halb 2, wir müssen also eine gute halbe Stunde herumbringen.
So sehen wir uns eine Weile im Visitor Center um, welches auch einen grossen Shop hat. Bei der Information bestätigt uns die Rangerin, dass es seit neuestem ein Permit braucht, um uneingeschränkt in den Park zu kommen
Sie rät uns davon ab, zum Bear Lake zu fahren, da sei ständig alles voll, aber der Sprague Lake sei kein Problem. Wenn wir morgen früh vor 9 Uhr in den Park fahren, können wir die ganze Parkstrasse abfahren und auch wandern
Bald ist die Zeit um und wir reihen uns in die ziemlich lange Autoschlange, die sich bereits gebildet hat, um endlich in den Park zu kommen. Leider hat sich inzwischen der Himmel zugezogen, die Sonne scheint mehrheitlich nur noch ab und zu durch die Wolken.
Unser Ziel ist jetzt der East Alluvial Fan Trailhead, von wo aus wir zu den Horseshoe Falls spazieren.
Der Naturweg ist schön angelegt und führt uns in wenigen Gehminuten ziemlich steil hinauf zum Schwemmkegel, welcher durch eine Überschwemmung vor einigen Jahren entstanden ist.
Zu den Horseshoe Falls sind es nur noch wenige Schritte und es ist klar, dass hier überall herumgeklettert und eifrig fotografiert wird
Trotzdem haben wir Gelegenheit, das eine oder andere Bild zu schiessen.
Anschliessend fahren wir noch ein Stück der Old Fall River Road entlang. Allerdings erreichen wir schon nach wenigen Minuten eine Barriere: Die Road ist noch immer geschlossen. In der Park-Map kann ich nachlesen, dass die Strasse erst ab 1. Juli geöffnet sein soll. Schade, uns hätte es gefallen, morgen über diese schmale Naturstrasse hoch zum Alpine Visitor Center zu fahren
So drehen wir jetzt um und fahren zurück zur Trail Ridge Rd, wo wir am Horseshoe Park noch einen kurzen Halt einlegen, um die Verschlaufung des Fall Rivers zu sehen.
Über die Entrance Park Road fahren wir nun nach Estes Park und erreichen ziemlich rasch das Blue Door Inn, unsere Unterkunft für die nächste Nacht. Hier gefällt es uns auf Anhieb: Die Anlage ist grosszügig und schön angelegt und wir bekommen ein schönes, helles Zimmer. Es gibt sogar einen Pool, aber dafür ist es uns heute doch etwas zu kühl.
Inzwischen sind wir ein bisschen hungrig und deshalb fahren wir jetzt direkt die kurze Strecke zu Antonio’s Real New York Pizza. Wir haben Glück und bekommen sofort einen Platz an einem Zweiertisch zugewiesen
Das Personal ist jung und macht einen aufgestellten Eindruck. Wir erfahren, dass die jungen Leute aus vielen, vor allem osteuropäischen Ländern stammen, die in den USA studieren.
Während wir auf unsere Pizzen warten, wird am Nebentisch eine Wagenrad-grosse Pizza serviert:
Es sitzen 6 Erwachsene und 3 kleine Kinder. Die Pizza misst 93 Zentimeter! Mehr als die Hälfte wird anschliessend vom Personal in Kartons verpackt. Vermutlich essen die Leute die ganze nächste Woche Pizza
Wir staunen, als unsere Pizza vom Roboter angeliefert wird
Nachdem wir die Pizzen von den Tablets genommen haben, drücke ich „Confirm“. Unser „Kellner“ bestätigt dann mit „Back to the Kitchen“ und entfernt sich wieder
Die Pizza schmeckt uns beiden sehr gut. Nachdem wir uns noch ein wenig mit dem Kellner aus Lettland unterhalten haben, verabschieden wir uns und fahren dann zurück in den Park.
Dieses Mal ist unser Ziel der Sprague Lake. Obwohl der Himmel sich immer mehr zuzieht, ist der Parkplatz gut gefüllt. Einige Familien haben sich an einer der vielen Grillstellen eingerichtet, es riecht nach BBQ.
Wir wollen den kleinen See umrunden und ziehen vorsichtshalber die Wanderjacken mit Kapuze an. Zuerst sieht es über dem See aber gar nicht so schlecht aus.
Direkt nach dem Parkplatz beginnt der Sprague Lake Trail, welcher direkt am Ufer des kleinen Sees entlang führt. Es sind ganz schön viele Menschen hier unterwegs. Schon nach wenigen Minuten erreichen wir eine kleine Ansammlung von Leuten, die ein Moose beobachten. Natürlich gesellen wir uns dazu und hoffen, dass das Tier noch ein bisschen näher kommen wird
Tatsächlich tut es uns den Gefallen und kommt langsam ein paar Schritte auf uns zu
Es ist immer wieder faszinierend, Wildtiere in der freien Natur zu beobachten. Schön, dass wir dieses Glück heute wieder haben!
Da es beginnt, ein wenig zu tröpfeln, verlassen wir das grasende Moose und folgen weiter dem Weg um den Sprague Lake.
Obwohl der Regen nun etwas stärker wird, gefällt uns dieser Rundweg sehr gut. Mit der Kapuze auf dem Kopf sind wir ausreichend geschützt, das bisschen Regen stört uns nicht gross.
Zurück beim Wagen, lassen wir es für heute gut sein und machen uns auf den Weg zum Motel.
Für dieses hübsche Böcklein nehmen wir uns aber doch noch etwas Zeit und sehen ihm vom Auto aus eine Weile zu
Anschliessend fahren wir zu unserer Unterkunft, wo wir den Abend mit dem Anschauen unserer Fotos und etwas Lesen beschliessen.
Der erste Colorado-Tag hat uns gut gefallen: So darf es gerne weitergehen
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Infobox
Wetter: morgens bewölkt, später sonnig. Gegen Abend etwas Regen.
Temperatur: morgens 17 Grad C, nachmittags 23 Grad C
Unterkunft: Blue Door Inn, sehr nettes Motel in einer hübschen Anlage, mit Pool und BBQ Area. Unser Zimmer war freundlich eingerichtet und für amerikanische Verhältnisse sehr hell.
Das Frühstück ist nichts Besonderes aber völlig okay.
Dieses Motel können wir definitiv empfehlen ![]()
Preis: 201$ mit Frühstück
*Hier geht's weiter ohne Schnattern*:
