USA 2018 „walking in memories and creating new one´s”

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    • Tag 7 18.09.18 Dienstag „ El Portal -Half Dome wir kommen-oder auch nicht“


      Start 4:40 Uhr 49°F/10°C

      Der Wecker braucht seinen Dienst nicht zu vollenden, ich bin schon vorher wach. Kaffee und ein Porridgefrühstück stärken uns dann für die Tour. Bis wir losfahren ist es 4:40 Uhr, es ist stockfinster und ein wunderbarer Sternenhimmel über uns. Am Trailhead Parking sind wir um 5:15 Uhr und startklar um ca. 5:30. Es macht sich noch eine weitere Gruppe fertig und es stehen einige Autos da, das sind wohl die Backpacker die irgendwo da oben campen. Wir marschieren los in Richtung Happy Isles,. Die Stirnlampe von Herbert ist super, aber ab und an geht sie einfach aus, gut das ich meine auch in der Hosentasche habe. Nachdem er den Modus ändert klappt es wieder (Ist halt so ein Hightechding)

      Wir finden den Trailhead für Mist Trail, Vernal Falls und Muir Trail, alles der gleiche Einstieg. Ein betonierter Trailweg schraubt sich den Berg hoch, wir sind längst nicht alleine unterwegs, werden immer wieder überholt. Wir gehen unser Tempo, nur nicht anstecken lassen, der Weg ist noch weit.7 Meilen bis auf 2.693 m liegen vor uns, 1500 Höhenmeter sind zu bewältigen.


      Originaltext Wikipedia:
      Jedes Jahr besteigen Tausende Touristen den Berg. Der Gipfel des Half Dome kann über den Normalweg bei entsprechender Kondition erreicht werden. Für die etwa 25 km Wegstrecke und annähernd 1500 Höhenmeter im Auf- und Abstieg benötigen geübte Wanderer acht bis zwölf Stunden.

      Schon recht bald kommt ein Restroom, dort kann man auch seinen Wasservorrat ergänzen. Dann geht es ungeteert weiter und es dämmert auch schon. Die Stirnlampen werden bald nicht mehr gebraucht. Der Misttrail geht verdammt steil nach oben, große Stufen sind zu bewältigen. Vernal Falls sind das erste Highlight. Der Wasserfall ist derzeit recht schwach auf der Brust und deswegen ist der Misttrail gar nicht feucht. Die Geräusche sind dennoch imposant, wenn das Wasser auf die Felsen klatscht.




      ganz schön bequem solche Stufen





      steile Passage - gut gesichert :!!

      Dann sind wir nach meinem Empfinden recht bald oben am Wasserfall, hatte ich nicht gelesen, das wäre die Hälfte des Weges zum Half Dome? Leichtsinnig denke ich mir, dass es dann so tolle nicht werden kann. Ziemlich daneben gedacht :ohje: . Das hatte ich wohl mit den Navada Falls verwechselt. :nw:



      recht wenig Wasser ;;NiCKi;:


      ein Blick zurück ;;NiCKi;:


      Vernal Fall von oben


      ;;TeACH;;


      ich folge natürlich brav den Anweisungen ;;NiCKi;:

      Bald geht es etwas moderater durch ein Waldgebiet und wir kommen an einem 2. Restroom vorbei, danach an einem Backpacker Center, was auch immer ich mir darunter vorstellen muss. Campingplatz nehme ich an. Wir schrauben uns weiter hoch, Herbert hat schon etwas Probleme, eine Erkältung macht ihm Lufttechnisch zu schaffen und Seitenstechen plagt ihn. ;Hss;!






      Na Bravo, das kann ja was werden. Wir machen gelegentlich kurze Pausen und trinken etwas, essen eine Nussmischung. Ich mach mir schon Sorgen um meinen Angegrauten, der schnauft und wirkt nicht sonderlich fit. „Ich will da aber doch hoch“. Der Weg zieht sich und es geht über Stock und Stein und einmal müssen wir einem, wohl frisch gefallenen, Baumriesen ausweichen, bzw. überwinden. Meinem Mann geht es nicht gut. Ich biete ihm an umzukehren, ich würde auch alleine weitergehen. Nö, das will er doch noch nicht.



      das ist nicht der gefallene Baumriese :aetsch2:




      diese Dinger sind riesig, am liebsten hätte ich einige eingepackt ;;NiCKi;:


      die Sonne beleuchtet schon mal den Half Dome






      die Nevada Falls


      Wir kommen an Schildern vorbei die uns an das Permit erinnern, ok ich hab es dabei. Dann sind wir schon an der Baumgrenze und haben erste grandiose Blicke, wir machen eine Pause. Herbert möchte wissen wie weit es noch ist. Das weiß ich auch nicht, gefühlt sollten wir schon bald am Subdome sein.





      das Ziel vor Augen ;;PiPpIla;;


      Wir können den Half Dome und die Cables schon in der Ferne sehen. Herberts Motivation ist auf Null, er gibt auf und entscheidet sich zurück zu gehen. Ich gehe alleine weiter. Bald kommt eine Hochfläche und die Ausblicke sind einfach atemberaubend.





      Es geht hoch, hoch, hoch. Ich halte mich zwar für fit, aber meine Hüften und Fußsohlen machen sich schon geraume Zeit bemerkbar. Nix gibt´s, ich will da hoch. Der Ausblick auf die Menschen die bereits den Subdome hochsteigen macht mir schon etwas Bauchgrummeln.





      das waren noch die angenehmen Passagen am Subdome ;;NiCKi;: bei den anderen hatte ich keine Lust zu fotografieren :neinnein: Doch es geht, aber es ist verdammt anstrengend. Hohe Stufen und dann blanker Granit relativ steil ohne Sicherung. Rechts und links geht´s ganz schön runter. Es ist ganz schön Betrieb hier, rauf und runter und an den Cables sieht es genauso aus. Es ist mittlerweile ca. 11:30 Uhr.



      der schwarze Kerl ging einfach nicht aus dem Bild :nw: andächtig stand der da und wich nicht vom Fleck



      Bis jetzt hat noch kein Schwein, ähm Mensch mein Permit kontrolliert. Dann hab ich den Subdome bezwungen, dort haben sich ganz schön viele versammelt und machen erst mal Pause. Ich treffe viele Weggefährten wieder, man hat ja ständig etwas small talk gemacht. Ich lasse mich bei einer Familiengruppe nieder, die wir auch schon immer wieder getroffen haben und schau mir die Cables an.






      Das sieht echt wahnsinnig aus, da will ich mich hochhangeln? ;;BeRsT:: Da kommen mir erste Zweifel, auf den Bildern und Videos sah es für mich nicht ganz sooooo steil aus, außerdem ist der Abstand von einem Trittbalken zum nächsten weiter als ich mir das wünschen würde. Bin ja nicht die Größte. Ich wollte doch aber da unbedingt hoch. Also mache ich mich bereit, Handschuhe aus dem Rucksack und alles andere gut verstaut. Ein junger Mann von der Family hat sich gegen das Abenteuer entschieden und bewacht die Rucksäcke der Anderen, ich darf meine handgeschnitzten Stöcke dazu stellen. Ich wage mich vor, teste die handschuhliche Haftung an den Cabels und starte. Puh, das fühlt sich alles ziemlich ungut an, die Abstände zwischen den Pfosten sind so weit, dass ich nicht von einem zum nächsten greifen kann und meine guten Bergschuhe, nur wegen dieser Tour überhaupt dabei, fühlen sich rutschig an. Nach 10 Metern ist für mich Schluss, ich drehe um und steige wieder ab, das geht wieder erwarten besser als befürchtet. Sodele, dann stehe ich da am Einstieg der Cables und blicke wieder nach oben, soll ich es noch mal versuchen? Am steilsten Stück staut sich der Auf- und Abverkehr immer wieder und das ist mein Hauptproblem. Ich bedenke auch die Zeit, die ich für das ganze Abenteuer noch brauchen würde und mittlerweile ist es schon nach 12:00 Uhr. Das dauert ja viel zu lang und ich habe Angst __PiK1__ , die siegt schließlich.

      Schluss, der Subdome ist meine Grenze, ich bin zwar traurig, doch besser so.



      ein letztes Foto vor dem Rückweg :traen:



      Ich geh zurück zu meinem Stockbewacher und sage ihm „I am not brave enough“. Wir klatschen uns ab, denn ihm ging es ja genauso und er ist ein junger Mann. Ich bin nicht die Einzige die hier aufgibt, manche geben schon vor dem Subdome auf. Die, die vom Half Dome absteigen, sind zwar total fasziniert und begeistert und manchmal auch recht erschöpft. Ein junger Mann hat seiner Freundin oben am Half Dome einen Heiratsantrag gemacht und das entzückt einige andere „how romantic!“ Gut das ich schon verheiratet bin, auf den Half Dome wäre ich damals schon gar nicht gestiegen, meine Bergkarriere hat erst viel später angefangen.






      Ein langer Abstieg liegt vor mir, dafür muss die Kraft ja auch noch reichen. Ich sage Adieu zum Half Dome und arbeite mich den Subdome wieder hinunter. Meine Hüften jauchzen schon und meine Füße sind auch nicht mehr ganz taufrisch um nicht zu sagen „ziemlich platt“. Unterhalb vom Subdome genieße und fotografiere ich noch den grandiosen Rundumblick und versuch mein Sandwich zu essen. Doch da kommen so viele Wespen, die mitessen wollen, da vergeht mir der Appetit ganz schnell. Alles einpacken und abhauen, die Wespen verfolgen mich noch mindstens 10 Minuten. Dann beginnt der lange Abstieg, Gott war der Weg wirklich sooo lang? Immer wieder warte ich auf markante Wegpunkte, doch die wollen und wollen einfach nicht kommen. Der umgefallene Baum, die Hinweisschilder aufs Permit. Ich gehe schon ganz dumpf vor mich hin, versuche meine Füße zu schonen soweitdas überhaupt geht. Mühsam geht es abwärts, immer wieder werde ich gefragt ob ich oben war. Nö, not brave enough.

      Es streben noch so viele bergauf, die sind in meinen Augen doch viel zu spät dran. Na das kann mir doch egal sein. Der Weg zieht sich unendlich und alles schmerzt, ich habe außerdem Hunger. Also es ging mir schon besser in den Bergen in Osttirol. Ich stärke mich kurzzeitig mit der Nussmischung und es geht wieder weiter. Endlich komme ich an den ersten Restroom und jetzt bin ich verwirrt. 2 Tafeln weisen in´s Valley, welchen Weg bin ich gekommen? Der eine Weg ist kürzer aber sehr steil, der andere länger und moderat wird mir gesagt. Wir sind natürlich den steilen Weg gekommen, in meiner Verfassung entscheide ich mich jedoch für den moderaten und längeren Weg.



      oberhalb der Nevada Falls





      Ein Mann fragt mich noch ob ich auf meinem Weg einen „struggling man“ gesehen hätte. Nö, da war nur eine Frau, welche auch aufgegeben hatte aber die war soweit ok. Dann komme ich oberhalb des Nevada Falls vorbei, ein schöner Platz, doch das kann ich grad nicht genießen.




      Der weitere Weg ist meistens recht einsam, auch nicht das was ich mir so wünsche im Bärengebiet. Ab und an gibt es doch ein paar Mitwanderer. Einmal stehen sie als Gruppe da und blicken aufgeregt in eine Richtung. Super, einen Bären brauche ich jetzt grad nicht. Bingo, ein junger Bär ist im Schatten auf einem Baum zu sehen. Ein kurzer Blick, es ist wirklich ein kleiner Bär, und ich gehe stoisch weiter.

      Dann denke ich über den struggling man nach und mir kommt der blöde Gedanke ob das vielleicht mein Angegrauter ist. Super, das hätte mir gerade noch gefehlt. Eine ganze Weile lässt mich dieser Gedanke nicht los, doch dann bin ich wieder mit mir beschäftigt und ich weiß ja dass Herbert zäh ist. Der Weg zieht sich, eine Kreuzung, eine Entscheidung. Nach links in´s Valley 2.4 Meilen, nach rechts 1.9 Meilen. Jetzt gehe ich nach links, nur noch runter. 4 junge Männer kommen mir entgegen und fragen nach dem Weg in´s Valley. Also rauf bestimmt nicht, sie haben eine Karte dabei, die den Namen Karte gar nicht verdient. Ok, ich hab gar keine dabei. Ich kann sie überzeugen, dass es runter gehen muss und sie glauben mir. Endlich, endlich ist der Vernal Fall in Sicht. Da tummeln sich ziemlich viele Menschen, die nur mal schnell von unten rauf gestiegen sind um diesen Wasserfall zu bewundern. Im See unterhalb des Wasserfalls sitzen zwei Personen auf einer Felseninsel in Meditationshaltung. Naja, wers braucht. Eigentlich ist es verboten dort zu sein, doch das ignorieren noch andere und außerdem wäre mir das Wasser zu kalt .

      Irgendwo kommt auch Musik her.






      Das interessiert mich alle gar nicht, ich spüre nur noch meine Füße und meine Hüften und das recht schmerzhaft. Jetzt ist dieser dämliche Weg wieder geteert oder betoniert und das ist bergab wirklich nicht schön um nicht zu sagen grauenhaft.Ich freue mich glatt über jeden Abschnitt der mal wieder bergauf geht. Runter, runter nix wie runter. Es zieht sich. Es ist mittlerweile 18:00 Uhr und ich bin seit 12,5 Stunden unterwegs. Ob Herbert schon eine Vermisstenanzeige aufgegeben hat? Als ich endlich, endlich am Trailhead bin, weiß ich nicht mehr in welcher Richtung der Trailhead Parkplatz ist.Nach rechts oder nach links. Schließlich war es stockfinster als wir hier losmarschiert sind. Ich stoppe einen Jogger und frage ihn, er weist mir eine Richtung nach links, da geht es über eine Brücke. War die heute Morgen auch schon da? ?( Wenn ich mich jetzt noch mal verlaufe dann bin ich am Ende meiner Nerven und Kräfte.

      Das Schicksal ist mir hold, doch auch hier zieht sich der Weg so sehr, dass mir schon wieder Zweifel kommen und ich frage noch mal einen jungen Mann, der war mir auf dem Trail weiter oben schon mal begegnet, da fragte er mich nach dem John Muir Trail und ich wusste natürlich nicht wo der ist :nw: und wie er dort hinkommen kann. Dabei waren wir glaub ich sogar auf diesem Trail. Er war sich sicher, dass wir in Richtung Trailhead Parkplatz unterwegs sind, welche Erleichterung. Er war auch ziemlich fertig: „nie wieder John Muir Trail, aber es war spitze“. Er wünschte sich noch jetzt eine Woche lang schlafen zu können, ich freute mich schon auf eine lange Nacht.

      Dann endlich der ersehnte Parkplatz und unser Auto steht noch da und Herbert sitzt heil drinnen. Das war jetzt richtig gut. Er erwartet mich mit Bier und Weintrauben. In diesem Moment konnte es nichts Schöneres geben. Das Bier wird wohl reinhauen, dachte ich, so leer wie ich bin. Doch nix haut rein, mein Körper saugt alles so flott auf, der Alkohol kommt gar nicht im Kopf an. Jetzt aber nix wie in die Cedar Lodge und in die Badewanne. Ich komme schon fast nicht mehr aus dem Auto raus und humple nur noch ins Zimmer. Heiße Badewanne, etwas Brotzeiten und schon liege ich flach und schnarche.

      Aber von wegen gut schlafen, ich wache immer wieder auf, bei jedem Dreher im Bett fühle ich Schmerzen. Um Mitternacht stehe ich auf und reibe meine Beine mit Sportgelein und die Füße kriegen Wärmebalsam. Das scheint zu helfen, ich kann etwas besser schlafen. Um 5:45 Uhr stehe ich auf und nach kurzem eingewöhnen kann ich schon fast wieder rund laufen. Half Dome, ich komme nicht wieder, aber schön war es trotzdem. Die Schmerzen sind schnell vergessen.


      gefahrene Meilen - unerheblich

      weitere Aussichten: Goodby Yosemite via Tioga Road - Mammoth Lakes
      :r4w:
      carpe diem
      reiseliesels seite
    • walktheline wrote:

      Der Misttrail geht verdammt steil nach oben
      Nomen est omen. :gg:

      walktheline wrote:

      und ich habe Angst , die siegt schließlich.
      Ich würde das nicht als Angst bezeichnen, sondern als Vernunft. ;;NiCKi;:

      Mir tun jedenfalls die Füße schon vom Lesen weh. ;) Schade, daß du das ersehnte Ziel nicht erreicht hast, aber :resp: für die Wanderung. Ich würde da heute noch irgendwo am Wegesrand liegen. :gg:
      Viele Grüße
      Claudia


      a.k.a Miss Chaco
    • walktheline wrote:

      Herberts Motivation ist auf Null, er gibt auf und

      entscheidet sich zurück zu gehen.
      Kluger, weiser Mann :!!

      walktheline wrote:

      der Subdome ist meine Grenze, ich bin zwar traurig, doch besser so.
      Besser, als einen Rettungseinsatz wegen falschen Ehrgeiz zu verursachen :clab:

      walktheline wrote:

      Half Dome, ich komme nicht wieder, aber schön war es trotzdem.
      Freut mich, wenn du es trotz den Widrigkeiten als schön empfunden hast. :!!

      Mir geht es hier so wie bei Angels Landing. Je mehr das als "ich muss dahin" empfinden, desto weniger interessiert es mich :ohje:
      Alf

      Leave nothing but footprints
      take nothing but Pictures
      kill nothing but time
    • walktheline wrote:

      ganz schön bequem solche Stufen

      walktheline wrote:

      steile Passage - gut gesichert
      toll, wie die Wege in den Nationalparks oft angelegt sind :!!

      walktheline wrote:

      die Sonne beleuchtet schon mal den Half Dome
      schön =)

      walktheline wrote:

      das Ziel vor Augen

      Wir können den Half Dome und die Cables schon in der Ferne sehen. Herberts Motivation ist auf Null, er gibt auf und

      entscheidet sich zurück zu gehen.
      Oh, ich glaube wenn ich gesehen hätte, wo es da noch hingeht, hätte ich die selbe Entscheidung getroffen. Abgesehen davon, dass ich dort erst gar nicht hingekommen wäre :schaem:

      walktheline wrote:

      blanker Granit relativ steil ohne Sicherung

      walktheline wrote:

      Das sieht echt wahnsinnig aus, da will ich mich hochhangeln?
      Oha - aber toll, wie du das hier zeigst :!!

      walktheline wrote:

      der Subdome ist meine Grenze, ich bin zwar traurig, doch besser so.
      unbedingt war das besser ;;NiCKi;: , und Riesen-Respekt vor deiner Leistung :clab: :clab:

      walktheline wrote:

      Ein junger Mann hat seiner Freundin oben am Half Dome einen Heiratsantrag gemacht
      :gg: nette Idee eigentlich

      walktheline wrote:

      Der Weg zieht sich unendlich und alles schmerzt

      walktheline wrote:

      ich bin seit 12,5 Stunden unterwegs.
      Wow, da beneide ich dich echt nicht.

      walktheline wrote:

      unser Auto steht noch da und Herbert sitzt heil drinnen.
      Und Herbert beneide ich auch nicht - so langes Warten, ohne zu wissen, wo du gerade bist und wie es dir geht, stelle ich mir ziemlich heftig vor!

      walktheline wrote:

      schön war es trotzdem.

      Die Schmerzen sind schnell vergessen.
      :!! :!!

      Klasse, Gudrun - du beschreibst die Wanderung so anschaulich und mit allen Emotionen und Eindrücken, dass man das richtig gut nachvollziehen kann :clab: :clab:
      Viele Grüße,
      Andrea
    • walktheline wrote:

      nteressant zu hören, Herbert ist immer da wo er gerade ist. Nichts bringt ihn so schnell aus der Ruhe und besonders in Krisensituationen kommt diese Stärke zum Tragen.
      Wirklich beneiden- und bewundernswert. Wir beide gehören leider auch in die Kategorie Nervenbündel. Kommt in Krisensituationen nicht so gut :gg:

      Toller Bericht von Deinem/Euren Auf- und Abstieg. Ich hatte es ja schon in Deinem Live-Bericht mit Spannung gelesen, aber jetzt so ausführlich dokumentiert ist es nochmal spannender. Ich habe richtig mitgelitten.

      walktheline wrote:

      das Ziel vor Augen
      Na ja, das scheint aber noch ganz schön weit weg zu sein.

      walktheline wrote:

      Wir können den Half Dome und die Cables schon in der Ferne sehen. Herberts Motivation ist auf Null, er gibt auf und entscheidet sich zurück zu gehen.
      Mit einer Erkältung war das auf jeden Fall richtig.

      walktheline wrote:

      Ich gehe alleine weiter. Bald kommt eine Hochfläche und die Ausblicke sind einfach atemberaubend.
      Wow!

      walktheline wrote:

      Rechts und links geht´s ganz schön runter
      Geht es da gleichzeitig auf beiden Seiten runter :EEK: oder mal auf der einen und mal auf der anderen Seite? Im ersten Fall wäre da für mich Schluß gewesen.

      walktheline wrote:

      Das dauert ja viel zu lang und ich habe Angst , die siegt schließlich.

      walktheline wrote:

      Schluss, der Subdome ist meine Grenze, ich bin zwar traurig, doch besser so.
      Ja, immer sehr schade, wenn man einen großen Traum aufgeben muss, vor allem wenn er so greifbar nahe zu sein scheint. Dann will man das gar nicht wahr haben. Aber nach allem, was Du danach geschrieben hast, war das die einzig richtig Entscheidung. Und es besser versucht haben, als sich so etwas von vorn herein zu versagen.
      Und letztlich bist Du mit einem tollen Erlebnis, einer tollen Wanderung und traumhaften Ausblicken belohnt worden.

      walktheline wrote:

      Dann denke ich über den struggling man nach und mir kommt der blöde Gedanke ob das vielleicht mein Angegrauter ist. Super, das hätte mir gerade noch gefehlt. Eine ganze Weile lässt mich dieser Gedanke nicht los,
      :EEK: Und wenn man so erschöpft ist, kann man sich in so einen Gedanken auch ziemlich hinein steigern.

      Aber es ist ja alles gut ausgegangen.

      Vielen Dank für diesen Bericht und die tollen Fotos. :wink4:

      Liebe Grüße

      Bettina
    • Redrocks wrote:

      Und Herbert beneide ich auch nicht - so langes Warten, ohne zu wissen, wo du gerade bist und wie es dir geht, stelle ich mir ziemlich heftig vor!
      :neinnein: nö, das war nicht so für ihn, er hat sich beim Rückweg Zeit gelassen und war grad mal eine Stunde eher unten als ich, in der Z eit hat er noch was eingekauft und mich dann mit kühlem Bier empfangen. Kann frau nicht meckern ;;PiPpIla;; :prost:
      :r4w:
      carpe diem
      reiseliesels seite
    • Uiuiui ... ich habe ja schon live mitgelitten, aber Deine ausführliche Schilderung hier ist doch noch einmal eine andere Hausnummer!
      Vielen Dank, dass Du uns die "Leiden der Frau Z." so eindrücklich geschildert hast. :!!

      Puhhh, meine Fußsohlen brennen ja schon, wenn ich das nur lese ...
      Meinen vollen Respekt hast Du ganz bestimmt, egal, ob Du nun bis ganz oben warst oder nicht. :resp:

      Ich bin einfach der Meinung, dass man seine Grenzen bei solchen Vorhaben kennen muss - alles andere ist fahrlässig, nicht nur sich selbst gegenüber.
      Wenn's nicht geht, geht's eben nicht ... auch wenn ein Traum zerplatzt wie eine Seifenblase...
      Das ist zwar sehr schade, aber es ist einfach nicht zu ändern. Deshalb "Hut ab", dass Ihr Beide so vernünftig ward! :clabhands:

      Schön, dass Dein Angegrauter die Strapazen auch gut überstanden hat.

      ... und die Fotos, die Du uns mitgebracht hast, sind einfach super schön :clab:
      Denn wer hat schon von dort Aufnahmen die er selbst geschossen hat? :!!
      Liebe Grüße
      Anne

      ... nach der Reise ist vor der Reise ;)



    • Das war er also, euer so spezieller Half-Dome-Tag! Nachdem ich im Internet noch weitere Bilder von Wanderungen auf den Half Dome konsumiert habe, kann ich gut verstehen, dass ihr umgekehrt seid. Mit den erwähnten insgesamt 1500 Höhenmetern und der Steilheit auf den letzten 120 Hm ist für den Hike ja wirklich eine aussergewöhnliche Leistung vonnöten. Respekt vor eurer Wanderleistung habe ich trotzdem.

      Gudrun, Dein ausführlicher Tagesbericht lässt mich fast denken, ich sei dabei gewesen. Danke für die lebendige Schilderung!

      Eine Frage habe ich noch: War es bei euch nie der Gedanke, den Half Dome vom Olmsted Point her anzugehen? Wären vermutlich weniger Höhenmeter gewesen.

      Gruss
      Dani
      2018 erschienen: Bildband «Durch den Südwesten der USA» von Daniel Hediger
      Hardcover; 260 Seiten; ISBN: 978-3-907106-00-6
    • Man sollte nie davor "Angst" haben einfach auch mal aufzugeben, egal was dann andere die das sehen vielleicht denken. Es lohnt sich nicht wegen falschem Ehrgeiz Teil der Absturzstatistik zu werden.
      Ich bin mir sicher, dass ich niemals den Half Dome raufgehen werde. Ich bin übrigens auch an Angels Landing "gescheitert", war seit damals (2004) aber schon mehrmals bei Scout Lookout ohne ein schlechtes Gefühl deshalb zu haben.

      Auch von mir ein Danke für die eindrucksvolle Schilderung ;;NiCKi;:
      Grüße,
      Jochen
    • :wow: und :bravo: Gudrun. Der Gewaltmarsch tut schon beim Lesen weh.

      Du hast am Half Dome gekratzt und bis dahin ist das schon eine Leistung :clab: .
      Liebe Grüße

      Ilona



      "Man muss viel laufen. Da man, was man nicht mit dem Kleingeld von Schritten bezahlt hat, nicht gesehen hat." (Erich Kästner)


    • Dani wrote:

      Eine Frage habe ich noch: War es bei euch nie der Gedanke, den Half Dome vom Olmsted Point her anzugehen? Wären vermutlich weniger Höhenmeter gewesen.
      ich hab mir das angesehen und fand es auch interessant, doch die Strecke ist um einiges länger.Von dort aus würde ich gerne mal Clouds Rest machen ;;PiPpIla;; Ob ich das in diesem Leben noch hinkriege weiß ich allerdings nicht. Herbert ist erst mal USA Südwesten satt :wut1:

      jkrt wrote:

      Auch von mir ein Danke für die eindrucksvolle Schilderung
      freut mich wenn es Dir gefallen hat, was steht denn bei Dir so an?

      Saguaro wrote:

      Du hast am Half Dome gekratzt und bis dahin ist das schon eine Leistung
      ;danke:
      :r4w:
      carpe diem
      reiseliesels seite
    • walktheline wrote:

      Von dort aus würde ich gerne mal Clouds Rest machen Ob ich das in diesem Leben noch hinkriege weiß ich allerdings nicht. Herbert ist erst mal USA Südwesten satt
      Das steht bei mir ich auch noch auf der Liste. Vielleicht sollten wir zusammen fahren :MG:

      Hier war doch schon mal irgendwo der Gedanke einer "Mädels"-Wanderreise (wobei bei uns der Ausdruck Mädel ja nicht mehr so ganz passt) ?
    • walktheline wrote:

      Bis wir losfahren ist es 4:40 Uhr, es ist stockfinster und ein wunderbarer Sternenhimmel über uns.
      Das muss wunderschön gewesen sein ;dherz;

      walktheline wrote:

      Leichtsinnig denke ich mir, dass es dann so tolle nicht werden kann. Ziemlich daneben gedacht . Das hatte ich wohl mit den Navada Falls verwechselt.
      Puh, was für eine Qual ;;_Fe6__

      walktheline wrote:

      Ich mach mir schon Sorgen um meinen Angegrauten, der schnauft und wirkt nicht sonderlich fit. „Ich will da aber doch hoch“.

      walktheline wrote:

      Wir können den Half Dome und die Cables schon in der Ferne sehen. Herberts Motivation ist auf Null, er gibt auf und entscheidet sich zurück zu gehen.
      Ich denke, er hat sich richtig entschieden. man sollte auf seinen Körper hören und es war schon bis dahin eine tolle Leistung ;;NiCKi;:

      walktheline wrote:

      Dann hab ich den Subdome bezwungen, dort haben sich ganz schön viele versammelt und machen erst mal Pause.
      Woh, was für ein irrer Aufstieg :EEK: :EEK: :EEK: :EEK:

      walktheline wrote:

      Schluss, der Subdome ist meine Grenze, ich bin zwar traurig, doch besser so.
      Ich schätze, dass wäre auch meine Grenze geworden. Allerdings wäre ich wohl noch immer dort oben, denn meine Knie wäre niemals heil wieder runter gekommen ;;_Fe6__

      walktheline wrote:

      Einmal stehen sie als Gruppe da und blicken aufgeregt in eine Richtung. Super, einen Bären brauche ich jetzt grad nicht. Bingo, ein junger Bär ist im Schatten auf einem Baum zu sehen. Ein kurzer Blick, es ist wirklich ein kleiner Bär, und ich gehe stoisch weiter.
      Du warst schon richtig im Tunnel, irre Gudrun, Respekt :resp:

      walktheline wrote:

      Dann endlich der ersehnte Parkplatz und unser Auto steht noch da und Herbert sitzt heil drinnen. Das war jetzt richtig gut. Er erwartet mich mit Bier und Weintrauben.
      Was für ein einmaliges Erlebnis. Mir brennen beim Lesen die Muskeln und meine Knie tun auch weh ;;NiCKi;:
      Ich finde deine Schilderung sehr anschaulich :!! und man ist gewarnt, wirklich nur im besten gesundheitlichen Zustand diese Tour anzugehen ;;NiCKi;: . Also ich werde nie dort hochkommen :nw:
      liebe Grüße

      Ina

    • bela wrote:

      Hier war doch schon mal irgendwo der Gedanke einer "Mädels"-Wanderreise (wobei bei uns der Ausdruck Mädel ja nicht mehr so ganz passt) ?
      :clab: das könnte ich mir gut vorstellen :!! und das mit den Mädels ist doch schön. Wir haben einen Freund der sagt immer (fränggisch) die Mädlich zu uns, da freun wir uns allemal.
      :r4w:
      carpe diem
      reiseliesels seite
    • Dani wrote:

      Half Dome vom Olmsted Point her anzugehen?
      ab Olmsted Point stellt sich auch noch die Frage der Anfahrt. Selbst von El Portal aus recht lang. Da sollte man dann vielleicht das vor Ort campen durchziehen, aber so langsam aber sicher sind wir wohl aus dem Campingalter raus. Na für die Tour nach Clouds Rest würde ich das schon mal machen. ;;NiCKi;:
      :r4w:
      carpe diem
      reiseliesels seite
    • Tag 8 19.09.2018 Mittwoch Cedar Lodge/El Portal-Tioga Road-Bishop

      Start 8:15 Uhr 55°F/12,7°C

      Wie schon geschrieben, war´s mit der Nachtruhe um kurz vor 6:00 Uhr vorbei und wir sind um 8:15 Uhr startklar. Für die Route war nur sicher den Yosemite über die Tioga Road zu verlassen und spätestens in Lee Vining zu entscheiden in welche Richtung wir uns weiter bewegen. Das Wetter war stabil und so genossen wir die Fahrt auf der Tioga Road. An der Yosemite Creek Picnic Area legten wir einen kurzen Stop ein. Der Creek war trocken, kein Tropfen Wasser zu sehen. Gegen 10:30 Uhr waren wir dann am Olmsted Point und der ist ja wirklich Klasse, den hatte ich gar nicht mehr so auf dem Bildschirm. Als wir 2011 die Tioga Road gefahren sind, da hat es in Strömen geregnet und es war ziemlich schlechte Sicht. Heute konnten wir einen letzten Blick auf den Half Dome und Clouds Rest genießen. So im Nachhinein fällt mir jetzt ein, dass mich Clouds Rest doch auch noch sehr gereizt hätte. ;SEWat::: wieso sind wir eigentlich so schnell aus dem Yosemite verschwunden :nw:


      Olmsted Point




      Dann fahren wir weiter bis zum Tuolumne Meadows Visitor Center, dort schauen wir uns etwas um und lassen uns eine Karte und Infos geben für den Hike zum Lembert Dome. Der Trailhead dafür ist nicht weit vom Visitor Center entfernt, bei Google Maps finde ich nur den Eintrag Lyell Canyon Trailhead. Der Parkplatz liegt in der Nähe des Tuolumne Meadows Wilderness Center an der Tuolumne Meadows Lodge Road. Von dort geht es in Richtung Norden und man muss die Tioga Road queren. Es ist die kürzere Variante auf den Lembert Dome, es gibt noch eine längere, die beginnt an der Lembert Dome Picnic Area.
      Nach dem queren der Tioga Road geht es durch Wald stetig aber moderat bergan und zu meiner Freude merke ich kaum etwas von den gestrigen Strapazen. Bald hört der Wald auf und der Lembert Dome liegt vor uns. Wir sind natürlich nicht alleine unterwegs, dieser Hike ist unkompliziert und so sind 2 Paare mit Kindern auf der Route, sehr diszipliniert. Wir arbeiten uns über den blanken Fels, etwas was ich total genieße. An manchen Stellen ist es ganz schön schräg und man muss sich eine entsprechende Route suchen. Der Ausblick von oben auf den Tuolumne River und die Meadows ist jedenfalls genial. Überhaupt ist es ein grandioser Rundumblick. Wir genießen und fotografieren und können uns nur schlecht trennen.


















      Wir genießen die weitere Fahrt und ich nehme mit der Gopro etliche Sequenzen auf, doch die Sonne steht dabei nicht günstig. Das letzte Stück der Tioga Road kurz vor Lee Vining ist zwar nicht besonders schön aber immer wieder beeindruckend. Wenn Herbert zum fotografieren rechts ranfahren will möchte ich am liebsten aus dem Auto springen. Geht es da doch teilweise gewaltig tief runter. Bisher sind wir immer von Lee Vining kommend die Straße hoch gefahren, das war für mich entspannter. Bin im Auto halt schon ein Angsthase. __PiK1__



      In Lee Vining machen wir um 14:30 Mittagspause bei Nicely`s (hab schon wieder vergessen wie es war und was es war) und beschließen den Norden zu ignorieren. Es zieht uns in den Süden, genauer gesagt in Richtung Utah.


      dieser Spalt hätte mich schon interessiert :nw:


      irgendwo unterwegs in Richtung Süden auf der 395

      Nächste Station ist Mammoth Lakes. Wir drehen eine Runde um den Lake Mary und checken dann mal die Motelpreise, die gefallen uns gar nicht. Also fahren wir weiter.


      Lake Mary



      In Bishop quartieren wir uns gegen 18:15 Uhr im Townhouse Motel ein, nix besonderes aber soweit ok. Nach dem späten Mittagessen in Lee Vining gibt`s nur In-room Dinner.

      gefahrene Meilen: 171

      weitere Aussichten: Bishop - Lone Pine und endlich mal die Alabama Hills

      Karte von dieser Route konnte ich leider nicht erstellen, da die Tioga Road zur Zeit geschlossen ist und so verweigert mir Google maps das routen, vielleicht gibt es da ja einen Trick, den kenne ich aber nicht. :nw:
      :r4w:
      carpe diem
      reiseliesels seite
    • walktheline wrote:




      Karte von dieser Route konnte ich leider nicht erstellen, da die Tioga Road zur Zeit geschlossen ist und so verweigert mir Google maps das routen, vielleicht gibt es da ja einen Trick, den kenne ich aber nicht. :nw:

      Wähle nicht Auto, sondern Fahrrad oder Fussgänger aus ;)
      Grüße,
      Jochen
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