Route 66 - Amerikas Main Street - If you ever plan to motor west

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    • Zugegebenermaßen ist eine Reise entlang der Route66 ist im "echten Leben" nicht unbedingt auf meiner Wunschliste. Aber ich folge euch gerne virtuell. Eure Fotos gefallen mir total gut und ich bin gespannt was für tolle Diner ihr unterwegs entdecken werdet. :)
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      Grüße Michi
    • USSPage wrote:

      Ganz tolle Bilder von Chicago sind das. :clab: :clab: Kommt gleich auch meine To do Liste für nächsten Herbst. :!!
      War denn das Essen eigentlich auch lecker? :gg:


      Vielen Dank. Und das Essen war super.


      Ina wrote:

      Fein gemacht,


      Thanks :)

      Doris & H.M. wrote:

      Wir sind natürlich auch dabei, denn wir haben uns in diesem Jahr mit dem "Route 66-Virus" infiziert! ;)

      Eure Fotos sind toll :!! - aber der Text ist leider sehr schwierig zu lesen - die Zeilen sind einfach zu lang.
      Vielleicht könnt Ihr das noch irgendwie ändern?


      Yep, man kann sich infizieren ... ;)

      Bei uns sind die Zeilen soweit okay, sowohl im Mac als auch Windows... könnte es an der Größe des Browserfensters liegen? Keine Ahnung. Wir verkleinern unser Fenster mal beim nächsten Text. Mal sehen, ob das was bringt.

      rababa wrote:

      Zugegebenermaßen ist eine Reise entlang der Route66 ist im "echten Leben" nicht unbedingt auf meiner Wunschliste. Aber ich folge euch gerne virtuell. Eure Fotos gefallen mir total gut und ich bin gespannt was für tolle Diner ihr unterwegs entdecken werdet.


      Vielleicht ändert sich das ja noch. Bei uns kam das auch erst sehr viel später. Schön, dass Dir die Fotos gefallen.
    • jolly wrote:

      Das hört sich spannend an, bin gespannt was ihr auf den weniger ausgetretenen Pfaden noch so aufgetan habt.


      Hi Eva,

      die weniger ausgetretenen Pfade befinden sich meist im westlichen Teil der 66. Also dauert's noch, bis wir dort "eintreffen". Wir waren ja kürzlich dort unterwegs und schildern unsere Eindrücke in unserem Route 66 Blog hier:
      abenteuer66.wordpress.com/

      Fotos gibt's natürlich auch.

      Die ersten drei Tage der Exkursion sind online. Drei weitere werden in Kürze folgen.
    • Und bevor wir heute Abend in Joliet "eintreffen", hier ein kleiner Anreiz,nächstes Jahr vielleicht doch die Route 66, oder Teile davon, in die Planung aufzunehmen. :)

      Roger Naylor, Autor von Büchern und Artikeln über die 66, aber auch über andere amerikanische Highlights im Westen und Südwesten mit Schwerpunkt Arizona, hat dies bei facebook gepostet:

      Go because ...
      facebook.com/RogerNaylorinAZ?fref=photo


      Hier seine website: rogernaylor.com/index.html

      Vielleicht findet sich dort die ein oder andere Anregung. Seine Bücher stehen bei uns auf der Wunschliste.
    • Endlich mal ein Reisebericht, der so langsam geschrieben wird das ich hinterherkomme ohne hinterher rennen zu müssen.
      Aktuell habe ich wenig Zeit und die anderen schreiben viel zu schnell. ;:ba:;

      Ellen & Udo wrote:

      Strecke, andere nehmen sich 4 Wochen Zeit. Wir empfehlen Letzteres.

      Nur gut, dass ich mich noch nicht für die Fahrt durchringen konnte. Meine Touren sind bisher fast immer Rote Steine lastig geworden.
      Sonst wäre ich sicherlich auch schon in 14 Tage durchgerauscht :schaem: Mittlerweile habe ich mich aber schon zu 4 Wochen übereden lassen.
      Nun fehlt bloß noch ein Datum.

      Ellen & Udo wrote:

      so mancher Reiseführer und so manches Fotobuch mit Fakten und Motive aus der drittgrößten Stadt der USA gefüllt worden.

      Oha ich muss zugeben ich wusste nicht das Chicago die 3 größte Stadt ist.

      Ellen & Udo wrote:

      Beim nächsten Mal nehmen wir nur die „Kleine“ mit.

      Darum bin ich nur mit kleinen Knipsen unterwegs. :aetsch2: Naja nicht wirklich. :gg:

      Ellen & Udo wrote:

      Über die SR53 verläuft die Route 66 nach Joliet

      Der Name kommt mir bekannt vor. Steht in Joliet nicht auch so ein Giant ?
      „ Je weiter sich die Gesellschaft von der Wahrheit entfernt desto mehr hasst sie die, die die Wahrheit aussprechen“
    • Haiko wrote:

      Endlich mal ein Reisebericht, der so langsam geschrieben wird das ich hinterherkomme ohne hinterher rennen zu müssen.


      Wir lassen uns ja mit Absicht Zeit und zockeln mit angemessener Geschwindigkeit über die 66. :)
      Und wir brauchen die Zeit, weil wir ja auch noch den Blog schreiben und auch sonst einiges zu tun haben ;)
      Aber schön, dass Dir das "Tempo" zusagt.

      Haiko wrote:

      Nur gut, dass ich mich noch nicht für die Fahrt durchringen konnte. Meine Touren sind bisher fast immer Rote Steine lastig geworden.

      Das waren unsere Touren auch mal. Zum Glück gibt's ja auch an der 66 ein paar rote Steine, allerdings kommen die ja erst später, wenn wir Arizona erreichen.

      Haiko wrote:

      Der Name kommt mir bekannt vor. Steht in Joliet nicht auch so ein Giant ?


      FAST, der Giant - und Du meinst den Gemini Giant - steht in Wilmington, kurz hinter Joliet. Da kommen wir dann im nächsten Kapitel vorbei.
    • Joliet - Where Are The Blues Brothers?




      Joliet ist, man mag es kaum glauben, die fünftgrößte Stadt in Illinois. Heute zählt die im Jahre 1834 gegründete Ansiedlung südwestlich von Chicago fast 150.000 Einwohner. Die Stadt ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt, Straßen, Eisenbahn und Wasserwege tragen zur wirtschaftlichen Bedeutung von Joliet bei. Die Route 66 führt mitten hindurch, genau wie eine andere historische Straße der USA, der Lincoln Highway, der hier den Namen US30 trägt. Dementsprechend ist der Verkehr in Joliet. Auf der 66, die hier SR53 heißt, rollt eine recht ordentliche Blechlawine durch die Stadt. Etwas Geduld beim Überqueren der Straße ist also hilfreich. Bei den beiden Fotos von der Straße haben wir ne Weile auf die Lücke warten müssen.





      Und wo sind sie nun? Wo sind die Blues Brothers? Jedenfalls sind sie nicht dort, wo sie eigentlich sein sollten: auf dem Dach der Rich and Creamy Eisdiele, gleich links am Ortseingang. Das geht ja nun gar nicht! Rich and Creamy und der angrenzende Kicks on 66 Park hat immerhin einen schönen Parkplatz, so dass wir die Abwesenheit von Jake und Elwood in Ruhe bestaunen können. Wir beschließen, das aufzuklären und gleichzeitig das Eis auszuprobieren. Die kleine Eisdiele ist geöffnet, was man auf den ersten Blick gar nicht erkennt. Es steht niemand vor dem kleinen Fenster, hinter dem sich der Eisverkäufer verbirgt. Aber Ellen bekommt ihr Eis - und die Auskunft, dass die Blues Brothers zur Reparatur sind und nächste Woche zurück sein sollen, was sich fast vier Wochen später als nicht zutreffend heraus stellt. Die Reparatur hat wohl länger gedauert. Wir wissen auch nicht, ob die beiden Figuren ihren angestammten Platz inzwischen wieder eingenommen haben. Jedenfalls haben wir Fotos von Rich and Creamy OHNE Jake und Elwood auf dem Dach und das ist ja auch mal was Besonderes. Und außerdem werden uns die beiden in Kürze doch noch begegnen.

      Man hat übrigens von dort, also von einer Stelle im Kicks on 66 Park eine recht gute Aussicht auf das Joliet Prison, das im Blues Brothers Film ja auch eine Rolle spielt. Okay, ein bisschen von Büschen und Bäumen beeinträchtigt, aber immerhin.







      Jetzt bitte die Straße überqueren und einen Blick auf Dicks on 66 werfen. Eine alte Reparaturwerkstatt. Mit Autos auf dem Dach. In Joliet stellt man scheinbar alles auf die Dächer, Blues Brothers, Abschleppwagen, Autos ...

      Der sehenswerte alte Packard mit Alabama-Kennzeichen steht immerhin unten vor dem Haus. Man kann ihn also aus der Nähe anschauen. Der erste US-Oldtimer auf der Strecke. More to come.







      Die 66 führt auf etwas komplizierten Pfaden durch die Stadt, aber wenn man den braunen Schildern folgt, ist das kein Problem. Über die Brücke geht‘s, drunter her fließt der Des Plaines River. Dann rechts auf die Ottawa. Die 66 ist hier immer noch der Highway 53, bzw. die Ottawa Street, die dann Jackson Street wird... Kompliziert? Nicht wirklich. Aber so was erlebt man noch oft auf der weiteren Strecke. Auf jeden Fall sollte man im Zentrum von Joliet den Parkplatz vor dem 66 Welcome Center nutzen - und auch reingehen natürlich. Da wird man gleich freundlich empfangen, die üblichen Fragen, woher, wohin etc. Guest Book Eintrag und dann einfach mal umschauen. Hier gibt‘s dann auch die ersten Souvenirs. Wer also will, kann schon mal zuschlagen oder sich zumindest Anregungen holen. Sehenswert ist das große Mural aus der Hand von Jerry McClanahan, dessen EZ66 Guide spätestens an dieser Stelle dem Kartenmaterial hinzugefügt werden sollte. Schließlich sollt ihr ihn ja im Laufe der Tour noch persönlich besuchen und das Buch signieren lassen. Aber dazu später, wenn wir in Oklahoma angelangt sind.






      Eine weitere Sehenswürdigkeit der Stadt ist das Rialto Theatre an der Van Buren Street, die früher auch mal die 66 war, also so ab 1926 bis 1931, (kompliziert, we know). Aus DEM Jahr (1926) stammt auch das Theatergebäude. Wer ein Herz für Kinos, Schauspielhäuser und Theater hat, sollte da mal anhalten. Und wer zufällig an einem Dienstag um halb zwei vor der Tür steht, kann für fünf Dollar eine geführte Tour durch das Gebäude mitmachen. Aber wer kriegt dieses Timing schon so genau hin. Wir waren Samstags da, um viertel nach eins ...

      So, und damit hätten wir Joliet, Illinois geschafft und begeben uns wieder on the road, auf die 53, die die 66 ist... Richtung Süden zuerst.
      Und die Straße ist immer noch voll...okay, es ist Wochenend und Sonnenschein und halb Illinois ist auf den Rädern. Macht nix, wir sind ja auch wegen einer Straße da.

      The post was edited 5 times, last by Ellen & Udo ().

    • Ellen & Udo wrote:

      Wir lassen uns ja mit Absicht Zeit und zockeln mit angemessener Geschwindigkeit

      Was bei meinen Reisen ja nie vor kommt. :rolleyes:
      Ich war ja diesen Dezember kurz davor die Route zu fahren. Das erste Mal 4 Wochen am Stück Urlaub. Aber mir wurde im Forum abgeraten wegen zu kalt und Schnee.
      Nun fahre ich 4 Wochen auf dem Colorado Plateau herum. ;][; Irgendwie auch nicht besser. :gg:

      Ellen & Udo wrote:

      Aber schön, dass Dir das "Tempo" zusagt.

      Beim Lesen perfekt.

      Ellen & Udo wrote:

      Zum Glück gibt's ja auch an der 66 ein paar rote Steine,

      Den kurzen Teil kenne ich ja nun schon ganz gut. Interessieren tuten mich ja nun Eure weiteren Ausführungen zur Route. ;;NiCKi;:

      Ellen & Udo wrote:

      FAST, der Giant - und Du meinst den Gemini Giant - steht in Wilmington, kurz hinter Joliet. Da kommen wir dann im nächsten Kapitel vorbei.

      Aha. Ok.
      „ Je weiter sich die Gesellschaft von der Wahrheit entfernt desto mehr hasst sie die, die die Wahrheit aussprechen“
    • Haiko wrote:

      Ich war ja diesen Dezember kurz davor die Route zu fahren. Das erste Mal 4 Wochen am Stück Urlaub. Aber mir wurde im Forum abgeraten wegen zu kalt und Schnee.


      Dezember ist natürlich nicht die beste Jahreszeit für die 66. Viele Motels, Läden etc. haben geschlossen. Und Schnee gibt's garantiert auch. So gesehen, mag das Colorado Plateau noch mehr hergeben, rote Felsen mit Schnee drauf hat ja was. Nur dass die Tage so verdammt kurz sind :rolleyes:

      Ina wrote:

      ch habe erst einmal auf der Karte schauen müssen, wo wir jetzt gerade sind.

      Das ist für mich ein weißer Fleck :schaem:

      aber sehr interessant :!!


      Verstehen wir, die meisten hier im Forum konzentrieren sich ja auf den Westen. Haben wir ja auch vorher so gemacht. Illinois, Missouri, Oklahoma, Kansas? Die wenigsten waren dort. Dafür bietet sich die 66 geradezu an.
    • Wilmington, Braidwood - Gleich zwei Diner

      Wilmington, Braidwood - Watch for Giants And Diners





      So jetzt geht's weiter. Nachdem wir Joliet verlassen haben, wird‘s ländlich. Wir folgen der SR53 nach Süden.






      Passieren Elwood - nichts Besonderes hier - und nehmen Kurs auf Wilmington. Und hier begegnen wir dem ersten Route 66 Giant. Oder auch Muffler genannt, aber der Muffler ist in diesem Fall ein Astronaut und nennt sich Gemini Giant. Schon seltsam, aber diese überlebensgroßen Figuren haben in den USA eine Geschichte. Es sind nichts anderes als in den frühen 60er Jahren zu Werbezwecken errichtete fast 10 Meter hohe Figuren aus Fiberglas, die meist einen Gegenstand in den Händen halten, der mit dem jeweiligen business zu tun hat für das geworben werden soll. Oft waren und sind das Autowerkstätten, deshalb die gängige Bezeichnung Muffler Men. Aber es gibt sie eben auch in anderer Form, mit Hot Dog, Axt oder eben als Astronaut, wie hier in Wilmington. Der Giant gehört zum benachbarten Launching Pad Restaurant, das gut fünf Jahre geschlossen war, aber kürzlich verkauft wurde. Die neuen Besitzer wollen es zu alter Gloria zurückführen, denn es gehörte in seinen guten Zeiten, den sechziger und siebziger Jahren, zu den meist frequentierten Dinern entlang der 66 in Illinois. Fotografieren kann man ganz gut durch die Fensterscheiben.








      Offensichtlich hatten die damaligen Besitzer eine gewisse Affinität zur amerikanischen Raumfahrt, die ja in den 60ern überaus viele begeisterte Anhänger hatte. Wobei der Raumhelm des Gemini eher wie eine Schweißermaske aussieht. Aber niemanden stört das. Wenn man ihn am Ortseingang von Wilmington stehen sieht, hält man eben. Über Geschmack lässt sich streiten, aber er gehört, wie so viele andere, eher kitschige Dinge, einfach dazu.

      Weiter geht‘s über die Brücke des Kankakee River in Wilmington in Richtung Braidwood, unserem heutigen Ziel. Ihr seht, wir zockeln wirklich im Schneckentempo dahin. Aber wir haben ja Zeit. In Braidwood sollte man unbedingt am Polk-a-Dot Drive-In anhalten. Das ist ein Klassiker unter den Dinern an der 66. Das Essen ist gut und sehr reichhaltig... sehr!





      Und außerdem können wir endlich unsere in Joliet ausgefallene Verabredung mit den Blues Brothers nachholen. Die stehen da draußen vor dem Diner rum. In edler Gesellschaft von Marilyn, James und Elvis, wobei der King zusätzlich auch noch als Monsterfigur an der Einfahrt zum Diner-Parkplatz neben dem Route 66 Schild auf seiner Gitarre rumklimpert, wie sich das eben so gehört. Kitsch as Kitsch can - klare Sache. Aber alle halten an. Ziel erreicht.









      Drinnen sieht‘s aus, wie in fast jedem 1950ies Diner. Die Wände vollgepflastert mit Fotos der alten Hollywood Legenden, Juke Box in groß empfängt den hungrigen Reisenden, in klein steht sie auf jedem Tisch. Alles da, was zu einem US-Diner gehört. Ach ja, und einen Zerrspiegel haben sie auch noch... mussten wir natürlich auch verewigen.











      Soviel für heute... lasst es Euch schmecken im Polk-a-Dot.

      The post was edited 5 times, last by Ellen & Udo ().

    • Ellen & Udo wrote:

      Über Geschmack lässt sich streiten, aber er gehört, wie so viele andere, eher kitschige Dinge, einfach dazu.
      :!! Unbedingt muß man dort halten ;;NiCKi;:

      Ellen & Udo wrote:

      Der Giant gehört zum benachbarten „Launching Pad“ Restaurant, das seit gut fünf Jahren geschlossen ist, aber in seinen guten Zeiten, den sechziger und siebziger Jahren, zu den meist frequentierten Dinern entlang der 66 in Illinois zählte.
      Schade, dass das Diner die Zeit nicht überdauert hat :traen:


      Mal ne Frage, wie frequentiert ist dieser Strassenabschnitt eigentlich?

      Ellen & Udo wrote:

      Drinnen sieht‘s aus, wie in fast jedem 1950ies Diner.
      Herrlich :clab:

      Tolle Eindrücke :!!
      liebe Grüße

      Ina

    • Ina wrote:

      Mal ne Frage, wie frequentiert ist dieser Strassenabschnitt eigentlich?

      Ziemlich. Wir sind noch nahe an Chicago und die 66 ist hier die State Road 53, ein ganz normaler Highway also. Aber es wird bald ruhiger ... ;)

      Ich muss mich noch für die zu klein geratenen Bilder im letzten Beitrag entschuldigen :schaem: . Mea Culpa - ich habe die pics zu sehr "geschrumpft" vor dem Hochladen. Die nächsten werden wieder in Normalgröße sein. Ellen wär das nicht passiert ... ;)
    • Ellen & Udo wrote:

      So, und damit hätten wir Joliet, Illinois „geschafft“ und begeben uns wieder „on the road“

      Hallo Ihr Beiden. Bin wieder nachgereist und verlasse nun auch Joliet.
      Bin auf weitere Ausführungen gespannt.
      „ Je weiter sich die Gesellschaft von der Wahrheit entfernt desto mehr hasst sie die, die die Wahrheit aussprechen“
    • Gardner, Dwight, Odell



      Gardner, Dwight, Odell - Gas Station Nostalgia



      Wir fahren weiter auf der Route 66 alias SR53 nach Südwesten und passieren die Orte Godley und Braceville, die man getrost ohne Stopp hinter sich lassen kann. Nächstes Ziel ist das kleine Städtchen Gardner. Hier machen wir eine kleine Stadtrundfahrt mit Stopp am Street Car Diner und dem 2-Cell Jail gleich nebenan. Parkraum ist mehr als genügend vorhanden, Gardner ist ziemlich verschlafen. Der Ort ist irgendwie seltsam, es gibt keine richtige downtown, die Straßen sind leer. Gepflegte Rasenflächen rund um die Gebäude und Getreidesilos mitten im Ortskern. Kaum Geschäfte oder Restaurants, wenig Leben.










      Die 66 ist bestens ausgeschildert und nicht zu verfehlen. Auch wegen der Markierungen auf der Straße. Mitten auf dem Rasen steht der 2011 restaurierte Street Car Diner. An dieser Stelle stand früher das Riviera Restaurant, das aber 2010 komplett abgebrannt ist. Das Schild am Diner trägt noch die entsprechende Aufschrift. Brennende Diner oder Restaurants sind an der 66 keine Seltenheit, das gab‘s des öfteren in den letzten Jahren. Irgendwie haben die dort Probleme mit ihrer Technik, leider nicht selten drüben und oft der Grund für Brände.







      Der Street Car wurde anstelle des Riviera an diesen Platz gesetzt und sogar zu einem Route 66 Landmark erhoben. Okay, darüber kann man streiten und wer verliert, muss ins Gefängnis. Das steht gleich nebenan und hat Platz für zwei. Es stammt aus dem Jahr 1902. Wen sie so eingesperrt haben, ist nicht überliefert. Man kann rein gehen und sich per Knopfdruck was erzählen lassen. Dort macht jeder gern ich hinter Gittern Fotos.








      Jetzt können wir Gardner getrost verlassen und uns wieder auf die SR53 begeben, bzw. auf die Historic Route 66 natürlich.






      Wir nehmen Kurs auf Dwight und die erste restaurierte Tankstelle. Sie befindet sich nahe der Kreuzung mit dem Highway 17 an der Waupansie Street. Man kommt eigentlich automatisch dran vorbei. Die Tankstelle, Ambler‘s Texaco, ist sehenswert, man kann reingehen (wenn geöffnet, natürlich, was nicht immer der Fall ist) - es gibt einen Gift Shop, wie überall, die Garage steht den Besuchern ebenfalls offen. Alles ist wunderschön restauriert und wird offensichtlich gut in Schuss gehalten. Über den Tanksäulen verkündet das typische blau-weiße Schild, dass es sich hier ebenfalls um ein Route 66 Landmark handelt. Gleich gegenüber findet ihr das Old 66 Family Restaurant, falls jemand schon wieder vom Hunger geplagt sein sollte.










      Solchen Oldtimern begegnet man an der 66 häufig. Wer noch stolzer Besitzer eines dieser Schmuckstücke ist, wobei es große Unterschiede hinsichtlich des Zustandes des jeweiligen Automobils gibt, nutzt gern die Gelegenheit zu einer Ausfahrt auf der historischen Mother Road.








      Nebendran gibt‘s noch was Nettes zu bestaunen: Route 66 Tire and Auto. Schön angepinselt, liebevoll restauriert, mit einem Ferrari 250GTO an der Stirnseite, also mit einem Mural davon natürlich. Schöne alte Shell Zapfsäulen stehen davor. Bei unserem zweiten Besuch in Dwight sehen wir einen älteren Herrn vor dem Haus die Blumen gießen. Er spricht uns natürlich an, als wir aussteigen und fotografieren. Wir lernen Ken kennen .Und kommen ins Gespräch. Scheinbar findet er uns sympathisch und lädt uns ein, das Innere seines kleinen Paradieses zu besichtigen. Ken lässt nicht jeden rein, wie er uns erzählt, vor allem keine Amerikaner. Die wüssten das alles nicht zu würdigen, sagt er. Wir wissen es sofort zu würdigen, als wir die kleine Halle betreten. Was steht da alles rum und hängt da an den Wänden! Ken ist ein Ferrari-Fan, sieht man sofort, nicht nur am GTO draußen an der Wand. Plakate, Modelle, Zeitschriften, Poster, Fotos ... alles mögliche zum Thema. Udo kann hier aufgrund seiner Motorsport-Vergangenheit sehr gut mitsprechen und Ken ist vollauf begeistert, dass da jemand weiß, wovon er redet. So ein tolles Gespräch hätte er seit Ewigkeiten nicht mehr führen können. Okay, wir haben damit auch nicht gerechnet. Ein Erinnerungsfoto muss natürlich auch sein. Wir kommen wieder vorbei. See you next time ...











      Weiter geht‘s auf der alten 66 Richtung Odell. Die 66 verläuft hier direkt neben der I-55. Kurz vor Odell biegt sie als Odell Road in den Ort ab. Hier stehen die ersten Burma Shave Zeichen an der Straße. Welcome to Odell steht auf dem ersten.








      Fünf oder sechs davon hintereinander verkünden dem Automobilisten eine mehr oder weniger sinnige Botschaft. Auf dem letzten steht dann immer Burma Shave. Die Schilder haben eine lange Geschichte. Es gibt sie seit 1925. Sie finden sich nicht nur an der 66, sondern auch an anderen US Highways. Die Schilder an der 66 sind vor einigen Jahren, genauer gesagt 1997, von der heutigen Muttergesellschaft von Burma Shave, der American Razor Company, wieder aufgestellt worden, nachdem sie 1963 von Philip Morris entfernt worden waren. Heute sind sie beliebte Fotomotive entlang der Straße. Sie werden uns noch oft begegnen.

      In Odell halten wir an der nächsten restaurierten Tankstelle, der Standard Oil Gasoline Station, direkt am Ortseingang. Sie stammt ursprünglich aus dem Jahr 1932. Die komplette Geschichte der Tankstelle wollen wir hier nicht erzählen, das sparen wir uns für den Blog auf. Auf jeden Fall lohnt sich das Anhalten. Einen Gift Shop gibt‘s natürlich auch. Wenn das so weiter geht, braucht man als 66 Roadie bald einen zusätzlichen Koffer.









      Die Straße führt weiter durch den kleinen Ort, vorbei an einer weiteren Tankstelle/Garage, die noch in altem Zustand ist. Die Zapfsäulen sind verrostet und neben dem Gebäude steht dieser Oldie mit original Illinois Kennzeichen von 1940.









      Am Ortsausgang treffen wir wieder auf die Historic 66 und folgen den braunen Schildern bis wir Pontiac erreichen, einem Route 66 Highlight. Aber davon dann mehr im nächsten Beitrag.



      The post was edited 5 times, last by Ellen & Udo ().

    • Ellen & Udo wrote:

      Gardner ist ziemlich verschlafen. Der Ort ist irgendwie seltsam, es gibt kein richtiges „downtown“, die Straßen sind leer. Gepflegte Rasenflächen rund um die Gebäude und Getreidesilos mitten im Ortskern. Kaum Geschäfte oder Restaurants, wenig „Leben".
      :gg:
      Solche Orte hatten wir auch schon 1-2 x, die sind wie aus einer anderen Welt :nw:

      Ellen & Udo wrote:

      und wer verliert, muss ins Gefängnis. Das steht gleich nebenan und hat Platz für zwei. Es stammt aus dem Jahr 1902. Wen sie so eingesperrt haben, ist nicht überliefert. Man kann rein gehen und sich per Knopfdruck was erzählen lassen.
      Toll, gefällt mir ;;NiCKi;:

      Ellen & Udo wrote:

      . Die Tankstelle, „Ambler‘s Texaco“, ist sehenswert, man kann reingehen (wenn geöffnet, natürlich, was nicht immer der Fall ist) - es gibt einen Gift Shop, wie überall, die Garage steht den Besuchern ebenfalls offen. Alles ist wunderschön restauriert und wird offensichtlich gut in Schuss gehalten.
      Also dieses Teilstück ist richtig gut für die Touris aufgemotzt und sehr liebevolle :clab:
      Das würde uns auch Spaß machen ;;NiCKi;:

      Ellen & Udo wrote:

      Ken lässt nicht jeden rein, wie er uns erzählt, vor allem keine Amerikaner ?( . Die wüssten das alles nicht zu würdigen, sagt er.
      :MG:

      Ellen & Udo wrote:

      Was steht da alles rum und hängt da an den Wänden! Ken ist ein Ferrari-Fan, sieht man sofort, nicht nur am GTO draußen an der Wand. Plakate, Modelle, Zeitschriften, Poster, Fotos ... alles mögliche zum Thema.
      Kann ich mir richtig gut vorstellen, ;;NiCKi;:

      toll das ihr gleich so einen guen Draht zu ihm gefunden habt :clab:

      Ellen & Udo wrote:

      Hier stehen die ersten Burma Shave Zeichen an der Straße. „Welcome to Odell“ steht auf dem ersten.
      Dank Betty 80`s Bilderrätsel weiß ich davon auch ;,cOOlMan;: :!!
      liebe Grüße

      Ina

    • Pontiac - a friendly town on 66

      Pontiac - A Friendly Town On 66


      Von Odell aus ist es nicht mehr weit bis Pontiac. In einer guten Viertelstunde kann man dort sein, so man nicht unterwegs noch ein paar Road Pics von der 66 machen möchte. Zuerst verläuft die 66, wie so oft, direkt neben der Interstate, hinter Cayuga trennen sich die beiden Straßen und ein paar Minuten später ist man schon in Pontiac. Nein, die Stadt ist nicht nach der Automarke benannt. Und nein, die Automarke ist nicht nach der Stadt benannt. Schuld ist der alte Häuptling der Indianer, genauer gesagt Chief Pontiac, seines Zeichens ein Native vom Stamme der Ottawa. Der legte sich dereinst heftig mit den britischen Landräubern an, die er mit seiner Horde mächtig verprügelte und um ein paar hundert dezimierte. Das war so um 1763 herum. Somit ging Häuptling Pontiac in die Geschichte Amerikas ein, war recht berühmt und das reichte für Automarke und Kleinstadt in Illinois.

      Für den 66 Roadie gibt‘s hier einiges zu sehen. Zudem belohnt das Städtchen den 66 Touristen mit sehr viel Aufmerksamkeit und einigen sehenswerten Locations. Unsere eigene Pontiac Geschichte, die recht ungewöhnlich ist und einen für uns völlig unerwarteten Verlauf nimmt, könnt ihr hier im Blog nachlesen:

      Die Stadt kann also mit einigen Sehenswürdigkeiten aufwarten. Schon wenn man durch die Straßen fährt, fallen einem die vielen Murals auf, die so manche Hauswand in der Innenstadt schmücken. Sie stammen aus den Jahren 2009 und später und kommen der damals touristisch ziemlich darnieder liegenden Stadt sehr zu Gute. Eine Gruppe von etwa 150 Mauerkünstlern, die sich Walldogs nennt, sorgt für die Verschönerung Pontiacs. Die steigende Zahl der Route 66 Touristen tut ihr Übriges und so kann Pontiac für das Jahr 2014 stolz auf 25.000 Besucher zurück blicken. Tendenz steigend.







      Am besten lässt sich Pontiac per pedes erkunden und wer sich auf das Zentrum beschränkt, hat gar nicht weit zu laufen. Trotzdem sollte man sich Zeit nehmen und eventuell eine Übernachtung einplanen. Es gibt kein typisches Route 66 Motel, aber die Ketten sind am Ortsrand, ein paar Minuten vom Zentrum entfernt, vertreten. Wir waren sowohl im Quality Inn, als auch im Best Western, beide sind zu empfehlen. Inzwischen gibt es auch ein Hampton Inn. Zurück in die Stadt. Die besten Parkplätze gibt‘s direkt im Zentrum vor der City Hall (nicht mit dem wunderschönen Courthouse zu verwechseln, weiter unten kommt ein Foto davon). Der Platz liegt genau zwischen dem Route 66 Museum und dem Sitz der Stadtverwaltung. Hier könnt ihr euer Auto abstellen - es kostet nichts - und euch auf den Weg durch die Straßen Pontiacs machen, die wie in vielen amerikanischen Städten in Blocks geteilt sind, so dass man immer den Überblick hat. Außerdem ist Pontiac ziemlich klein, wenn man will, kann man in einer halben Stunde fertig sein. Aber das würde dem Städtchen nicht gerecht. Also take your time.

      Das Route 66 Museum sollte die erste Anlaufstelle sein. Lohnt sich sicher. Und VIELLEICHT habt Ihr ja so viel Glück, wie wir... also wenn euch ein freundlicher Herr mit Namen Bob an der Tür begrüßt, dann ist das Bob Russell, der Bürgermeister. Und wie das dann bei uns so weiter ging ... siehe oben.

      Im Hof des Museums steht der alte Bus, mit dem die Route 66 Ikone Bob Waldmire Jahre seines Lebens auf der alten Straße zugebracht hat. Seine Geschichte ist im Museum ausführlich dokumentiert, wir sparen uns das jetzt hier, denn darüber könnte man einen Roman schreiben. Aber den Bus, den sollte man sich von innen ansehen. Das ist kein Problem, drinnen sitzt ein netter Herr, mit dem sich prächtig über Waldmire und sein Gefährt plaudern lässt. Er erzählt Euch dann schon alles. Fotografieren ist übrigens, wie überall an der 66, erlaubt, sogar ausdrücklich erwünscht.












      Und falls Bob anwesend sein sollte, macht ein Foto mit ihm und Euch. Am besten vor dem berühmten 66 Mural an der Wand des Museums, direkt neben dem Waldmire-Bus. Das Mural hat es sogar auf das Titelblatt des 2016er National Geographic Route 66 Kalenders geschafft:








      Weiter geht‘s zum Courthouse im Zentrum von Pontiac. Unterwegs immer wieder Murals. Wer hungrig ist, sollte bei Bernardi‘s, direkt gegenüber vom Courthouse in der North Mill Street, vorbei schauen.








      Das Pontiac-Oakland Automobile Museum ist ebenfalls sehenswert, Freunde alter Autos kommen hier auf ihre Kosten. Und wer den Mut hat, nach Tim Dye zu fragen, könnte eine kleine private Führung durch den Keller ergattern. Dort hat Tim seine private Sammlung von Oil Cans untergebracht und noch ein paar andere Dinge. Tim hat das Museum zusammen mit Bob, den wir ja schon kennen, vor gut fünf Jahren gegründet.








      Durch Pontiac fließt der Vermillion River und drüber weg hat man drei Swinging Bridges gebaut, die erste schon im Jahr 1898, die zweite im Jahr 1926 und die dritte 1978. Wer sich dafür interessiert, kann alles hier nachlesen. Swingt ruhig mal rüber.






      Zum Schluss noch ein paar Nachtbilder aus der um diese späte Stunde leergefegten Downtown.










      Have a good night, Pontiac!

      The post was edited 8 times, last by Ellen & Udo ().

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